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Potsdam Lenné-Schule prangert IT-Notstand an
Lokales Potsdam Lenné-Schule prangert IT-Notstand an
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20:57 14.06.2019
Die Lenné-Gesamtschule in Zentrum-Ost. Quelle: foto: Bernd Gartenschläger
Zentrum Ost

Schüler, Lehrer und Eltern der Gesamtschule „Peter Joseph Lenné“ gehen mit vereinten Kräften auf die Barrikaden – gegen den IT-Notstand an ihrer Schule. Mittlerweile ist der Computertechnik-Frust so groß, dass sogar am nächsten Mittwoch von 8.30 bis 10 Uhr vor dem Rathaus demonstriert werden soll. Zudem will man während der Stadtverordnetenversammlung eine Petition an die Politiker übergeben. Deren Inhalt ging bereits in Form eines Briefes an die Vorsitzenden der Fraktionen – und das Schreiben lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Der Vorwurf des Brandbriefes: „Die Stadt Potsdam kann keine IT an (Lenné-)Schule(n)“.

Vorwurf an Verwaltung: Untätigkeit

Kernaussage: „Durch die Nichttätigkeit der Verwaltung seit mehr als einem Kalenderjahr ist die Schule im IT-Bereich nahezu arbeitsunfähig. Die Lehrkräfte befürchten, dass sie unter den aktuellen Bedingungen trotz größtem Einsatz nicht mehr in der Lage sein werden, weiterhin die gewohnte Qualität in Bildung und Erziehung zu gewährleisten.“ Die Furcht, die umgeht, ist, dass die IT und der Schulstandort abgehängt werden. So würden momentan „jegliche beantragten Mittel für den Bereich IT im Kalenderjahr 2019 fehlen“, so einer der Vorwürfe. Die Forderung: „Bereitstellung der für 2018 ausgewiesenen Mittel für unsere IT“.

Auf MAZ-Nachfrage erklärte die Verwaltung dazu: „Die Verfügbarkeit der Mittel ist im Rahmen von erforderlichen Beschaffungsvorgängen für IT-Technik grundsätzlich in jedem Haushaltsjahr sichergestellt.“

Wunsch: ein Budget für Computer-Zubehör

Ganz oben auf der Liste der Forderungen steht der Wunsch nach mehr Eigenständigkeit, sprich: die Abschaffung der Vereinheitlichung der IT. Die Lenné-Schule wünscht sich ein eigenes Budget von 2000 Euro pro Schuljahr, um damit Zubehör wie Computer-Mäuse, Bildschirme und ähnliches anzuschaffen.

Zum Thema Vereinheitlichung verweist Stadtsprecher Stefan Schulz auf Nachfrage auf die derzeit laufenden „Runden Tische“ mit den Schulvertretern. Ziel: Die Schaffung eines Formats, in dem die Erwartungshaltungen auf Schul- und Trägerseite zusammengeführt werden sollen. „Hierbei sollen auch Möglichkeiten der Standardisierung sowie der Einsatz flexibler Instrumente zur Schärfung der Schulprofile erörtert werden.“ Ziel ist es eine Basisausstattung an allen Schulen zu realisieren.

Laut Schulz ist eine IT-Standardisierung erforderlich, um unter anderem die Wirtschaftlichkeit von Beschaffungsvorgängen, den sicheren Betrieb der Infrastrukturen sowie der erforderlichen einheitlichen Handhabe von IT-sicherheitsrelevanten Komponenten sicherzustellen. Dabei sei die Stadt an vergabe- und datenschutzrechtliche Bestimmungen gebunden.

Schule formuliert Forderungen an die Stadt

Auch auf dem Forderungszettel: die zeitnahe Abarbeitung der IT-Bedarfsmeldungen. Unter Bedarfsmeldungen versteht man etwa Netzausfall, Reparaturen, Neuanschaffungen und Updates. Klagen über das langsame Abarbeiten von Bedarfsmeldungen hatte es vor einigen Wochen an der Voltaire-Schule gegeben. Hier scheint man die Probleme nun in den Griff bekommen zu haben. „Die Mängel sind behoben. Derzeit liegen keine Störungs- oder Supportmeldungen der Schule vor“, erklärt Schulz.

Doch die Lenné-Schüler haben sich nicht nur die Verbesserung ihrer IT-Situation auf die Fahnen geschrieben. Heißes Thema ist auch ein Turnhallenneubau. Seit Jahren kämpfe man darum, „um endlich wieder den vollumfänglichen Sportunterricht für die Grund- und die Gesamtschule abdecken zu können und den weiten Weg in die Ausweichturnhallen im Klinikum oder der Stadtverwaltung abschaffen zu können“. Hier wirft man der Stadt Untätigkeit vor. „Nach der mündlichen Zusage am 4. Februar 2019 hat der Fachbereich am 20. Februar 2019 alle notwendigen und abgestimmten Anforderungen erhalten, um die Finanzierung zu sichern und die Ausschreibung ins Rollen zu bringen.“ Enttäuschter Nachsatz: „Aber bis heute passierte so gut wie nichts.“

Von Ildiko Röd

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