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Potsdam Ehemaliges FH-Gebäude in Potsdam: Jetzt steht auch der Plan für das zweite Karree
Lokales Potsdam Ehemaliges FH-Gebäude in Potsdam: Jetzt steht auch der Plan für das zweite Karree
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07:55 06.02.2020
Der Palazzo Barbaran da Porto an der ehemaligen Schwertfegerstraße 1, die den neuen Namen Erika-Wolf-Straße tragen wird. Quelle: GrussausPotsdam.de
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Potsdam

Die beiden neuen Karrees auf dem ehemaligen Grundstück des Fachhochschul-Gebäudes nehmen immer mehr Konturen an. Während die Bauarbeiten für das südliche Karree (der sogenannte Block III) vis-à-vis vom Landtag schon im Frühjahr losgehen, kommt nun auch bald der Startschuss für die Planungen für das zweite, nördliche Karree, das zwischen dem Block III und der Stadt- und Landesbibliothek liegt.

Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus: Baubeginn für den Block IV soll ab voraussichtlich Mitte 2023 sein. Bis zur Sommerpause diesen Jahres bereitet der Sanierungsträger Potsdam, der für die Fläche zuständig ist, zunächst das Vergabeverfahren für die insgesamt vier Baufelder – die sogenannten Lose – vor. Im Juni sollen dann die Stadtverordneten erstmals die Beschlussvorlage diskutieren, in der das Vergabeverfahren für die einzelnen Lose im Block IV festgelegt wird.

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Bert Nicke (r.) und Sigrun Rabbe vom Sanierungsträger und Uli Hellweg, der die Auswahlkommission „Am Alten Markt/Schloßstraße“ leitete. Quelle: Pro Potsdam

Der aktuelle Vorschlag zum Verfahren sieht so aus: Für die Lose 1 und 2 – dabei handelt es sich um die Baufelder an den Flanken der Stadt- und Landesbibliothek – sind Wettbewerbsverfahren für öffentliche Bauherren geplant. Der Beginn dieses Verfahrens ist voraussichtlich Ende des Jahres. Für die beiden Baufelder in der Erika-Wolf-Straße (ehemals Schwertfegerstraße) soll es hingegen Interessenbekundungsverfahren geben. Dies wurde auch schon im Block III praktiziert und sieht vor, dass die Interessenten auch ein Nutzungskonzept vorlegen müssen.

Wohnungen für Studenten geplant

Die Auswahlkommission wird Ende des Jahres tagen; im darauffolgenden Frühjahr findet dann die sogenannte Anhandgabe an die Investoren statt. Sprich: Sanierungsträger und Erwerber schließen einen Vertrag mit einer Vereinbarung über die Bedingungen, die der Investor einzuhalten hat – etwa die Einholung einer Baugenehmigung auf Basis der ausgewählten Entwürfe. 2022 steht dann im Zeichen der Entwurfs- und Genehmigungsplanung, an deren Ende der Bauantrag eingereicht wird.

Das neue Karree umschließt die Bibliothek wie ein Hufeisen. Quelle: Varvara Smirnova

Dass neben den Interessenbekundungsverfahren auch Wettbewerbsverfahren im Block IV durchgeführt werden, erklärt Sanierungstrager-Chef Bert Nicke so: „Die Lose 1 und 2 sollen an öffentliche Bauherren veräußert werden, die ein formelles Vergabeverfahren für die Planungsleistung durchführen müssen.“ Die kommunale Pro Potsdam möchte das Los 1 an der Friedrich-Ebert-Straße erwerben, um dort geförderten Wohnungsbau zu realisieren – und zwar bei hundert Prozent der Wohnungen. Für Los 2 ist studentisches Wohnen angedacht. „Auch hier gehen die Vorgaben zur vorgegebenen Nutzung deutlich weiter als in Block III“, so Nicke.

Der Staudenhof-Wohnblock (Mitte) und die Nikolaikirche sind – genauso wie die Bibliothek (links) – direkte Nachbarn des neuen Karrees in der Mitte. Quelle: Varvara Smirnova

Teilweise kann man sich schon ein recht genaues Bild machen, wie das Karree einmal aussehen wird. Man muss sich nur die alten Fotos des Eckhauses an der früheren Schwertfeger-/Kaiserstraße ansehen. Wie damals soll auch die Fassade des neuen Hauses an der Ecke Erika-Wolf-/Anna-Flügge-Straße – so die künftigen Straßennamen – gestaltet werden.

Historisches Palazzo Barbaran da Porto wird wiedererrichtet

Auf dem jetzigen Los 3 stand einst eines der repräsentativsten Gebäude in der Innenstadt: der Palazzo Barbaran da Porto. Erbaut wurde er auf Anweisung Friedrichs II. von dem bekannten Architekten Carl Ludwig Hildebrandt – dieser zeichnete auch für den Plögerschen Gasthof verantwortlich, der im Block III an der Ecke zur Friedrich-Ebert-Straße vis-à-vis vom Landtag wiedererrichtet wird. Hildebrandt war unter anderem Kastellan von Sanssouci und wirkte am Bau des Neuen Palais mit; allerdings schied er unzufrieden aus Preußen, lebte einige Zeit in Italien und nahm dann in einem Waisenhaus in Graz die Stelle des Zeichenlehrers an.

Der historische Palazzo Barbaran da Porto soll mit originalgetreuer Fassade wiedererrichtet werden. Quelle: Potsdam-Museum/Rumpf

Wie so viele andere Potsdamer Bauten hat der Palazzo Barbaran da Porto kräftige Anleihen bei einem italienischen Vorbild genommen. In diesem Fall steht der „große Bruder“ in Vicenza, kein Geringerer als Andrea Palladio war der Architekt. Friedrich II. soll selbst Skizzen von Palladios Bau angefertigt haben, diese jedoch – wie üblich – den Potsdamer Gegebenheiten angepasst wurde. Das 1753 errichtete Haus war ein Geschenk des Königs an den Ratmann Wilhelm Sternemann. Um 1900 war ein Hofsattlermeister Benke als Eigentümer vermerkt. Bei der Bombardierung am 14. April 1945 wurde das Haus zerstört.

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Von Ildiko Röd

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