Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Krampnitz-Tram kommt erst 2029
Lokales Potsdam Krampnitz-Tram kommt erst 2029
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:28 04.12.2019
Wann die Tram in den Norden fährt, ist nun wieder offen- Frühestens Ende 2029 werden die Fahrpläne umgestellt. Quelle: Peter Degener
Krampnitz

Die Straßenbahn zum geplanten Stadtteil Krampnitz im Potsdamer Norden nimmt frühestens im Dezember 2029 den Betrieb auf – zwei Jahre später als bislang bekannt. Das geht aus dem Verkehrskonzept des neuen Stadtteils hervor, das am Dienstagabend beim 11. Forum Krampnitz vorgestellt worden ist.

„Sicher ist, dass wir zum Fahrplanwechsel 2029 die Tram in Betrieb nehmen“

Die Tramtrasse wird zudem nicht kreuzungsfrei die Bundesstraße 2 queren können, weil eine Unterführung zu teuer wäre. Auch ein Denkmal muss für die Gleise abgerissen werden – das Chausseehaus an der Nordbrücke der Neu Fahrländer Insel.

Für die Gleise soll die Nordbrücke der Insel Neu Fahrland um eine Trambrücke ergänzt werden. Die östlichen Türme werden abgetragen und am Rand der Trambrücke wiedererrichtet, damit optisch eine einheitliche Brücke entsteht. Quelle: Peter Degener

Im Mai war die Verwaltung erstmals vom jahrelang kommunizierten Ziel einer Straßenbahnverbindung ab 2025 abgerückt. Nachdem Baubereich, Verkehrsbetrieb und Pro Potsdam den Projektstatus unter neuer Federführung des Baubeigeordneten Bernd Rubelt (parteilos) seitdem „synchronisiert“ haben, steht nun der neue Termin. „Sicher ist, dass wir zum Fahrplanwechsel 2029 die Tram in Betrieb nehmen“, sagte Rubelt.

Dabei seien auch schon zahlreiche externe Risiken eingerechnet, sodass er „bei Bewältigung der Risiken“ auch eine schnellere Inbetriebnahme in Aussicht stellte.

Reine Baukosten der Tramtrasse liegen bei 150 Millionen Euro

Doch die Liste der Problem ist lang. Sie beginnt beim Erwerb der notwendigen Grundstücke, reicht über den Natur- und Denkmalschutz bis hin zur Frage, wie das Projekt überhaupt finanziert werden soll. „Am Finanzierungskonzept arbeiten wir noch“, sagte Stadtwerke-Chefin Sophia Eltrop.

Insgesamt wird von Kosten von reinen Baukosten von rund 150 Millionen Euro ausgegangen – einen Großteil muss die Stadt selbst tragen, etwa die 22 Millionen Euro Planungskosten. Auch bei den restlichen 128 Millionen sind nur zwischen 50 und 75 Prozent förderfähig. Für Grundstücke kalkuliert man 2,6 Millionen Euro. Auch ein längerer Busbetrieb anstelle der Tram kostet die Stadt Millionen. Die Weiterführung der Tram von Krampnitz bis nach Fahrland soll bis 2033 erfolgen. Dort planen Stadt und Verkehrsbetrieb auch einen neuen Betriebshof. Die grobe Kostenschätzung für diesen Standort liegt bei 23 Millionen Euro.

Nedlitzer Straße soll zweigleisig ausgebaut werden

Die erst 2017 in Betrieb genommene Tramverlängerung zum Campus Jungfernsee soll zweigleisig ausgebaut werden, die Nedlitzer Straße zur westlichen Bebauung hin verschwenkt werden. „Der eingleisige Ausbau war damals für Pläne von Krampnitz mit 3800 Anwohnern völlig ausreichend. Wir können es uns nun aber nicht leisten auf der Haupttrasse der Tram eine solche Einschränkung zu haben“, begründete der städtische Verkehrsplaner Norman Niehoff den Ausbau.

Kein Tunnel zur Querung der Bundesstraße 2

Ein Knackpunkt der Tramtrasse ist die Querung der Bundesstraße 2 – die Gleise verlaufen bislang östlich der B2, jedoch liegt Krampnitz westlich davon. Anstelle einer Unterführung soll es nun eine Kreuzung geben – und zwar nördlich des Abzweigs Gellertstraße an der Baumschule Kania.

Der Tunnelverzicht wird vor allem mit den laufenden Unterhaltungskosten begründet. Die reinen Baukosten gab die Verwaltung mit acht Millionen Euro an.

Chausseehaus steht im Weg – Abriss des Denkmals vorgesehen

Ein weiteres Problem der Trasse soll durch den Abriss eines Denkmals gelöst werden: Weil die Nordbrücke der Insel Neu Fahrland für die Gleise verbreitert werden muss, steht das eng an der Straße liegende Chausseehaus im Weg. Man beginne ein denkmalrechtliches Verfahren zum Umgang mit dem kleinen Wohnhaus, sagte Rubelt.

Auf der gezeigten Planzeichnung ist allerdings bereits von „Abriss“ die Rede. Ob das Denkmal so wertvoll sei, dass es an anderer Stelle wiederaufgebaut werden muss, müsse geklärt werden.

Das Chausseehaus an der Nordbrücke der Nedlitzer Insel steht den Gleisen im Weg. Quelle: Peter Degener

Radschnellweg mit Brücke über den Sacrow-Paretzer Kanal

Eine bislang offene Frage wurde am Dienstag klar beantwortet: Für den Bau eines Radschnellwegs von Krampnitz ins Zentrum soll bis 2025 eine Radbrücke über den Sacrow-Paretzer Kanal errichtet werden.

Der Schnellweg soll dann über die Straße Am Golfplatz zur Nedlitzer Straße geführt werden. Weil eine Bundeswasserstraße gequert wird, ist ein Planfeststellungsverfahren nötig.

Krampnitz soll ohne Tram höchstens 5000 Einwohner haben

Aus der Verzögerung der Tramanbindung folgt eine verlangsamte Entwicklung des gesamten Quartiers. „Erst mit der Tram wird die Entwicklung von Krampnitz über 5000 Einwohner hinausgehen. Das ist eine Grunddisposition für das Quartier“, erklärte der Potsdamer Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos).

Insgesamt sollen bis zu 10.000 Menschen in Krampnitz wohnen. Das bedeutet konkret, dass erst der östliche Teil, der vor allem aus denkmalgeschützten Kasernenbauten besteht, als Wohngebiet entwickelt wird.

Lesen Sie auch:

>>>Krampnitz: Was Sie über Potsdams neuen Stadtteil wissen müssen

>>>Straßenbahn nach Krampnitz kommt erst Jahre später

>>>Die fünf Knackpunkte der Krampnitz-Tram

Von Peter Degener

Die Schlösserstiftung bestätigt erstmals Umbaupläne für das Havelhaus im Park Babelsberg. Übergangsweise wird die einstige Meierei zum Domizil für das Poetenpack, das Probebühne, Atelier und Lagerräume im benachbarten Bootshaus des Seesportclubs räumen muss.

03.12.2019

Am Mittwoch tagt die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung zum letzten Mal in diesem Jahr, ab 15 Uhr wird die MAZ bis zum Ende der Sitzung live berichten. Auf der Tagesordnung stehen wichtig Themen wie die Planung neuer Bauten in der Stadt –und die dicke Luft in der SVV.

03.12.2019

Der Mann, der zielgerichtet eine Frau in der Großen Weinmeisterstraße attackiert und lebensgefährlich verletzt hat, sitzt in Haft.

03.12.2019