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Potsdam Uni-Professor Heinz Kleger schreibt „Gedankensplitter“ auf
Lokales Potsdam Uni-Professor Heinz Kleger schreibt „Gedankensplitter“ auf
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14:29 10.12.2019
Heinz Kleger, Professor für Politische Theorie an der Universität Potsdam von 1994 bis 2018. Quelle: Rüdiger Braun
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Potsdam

Am Anfang gibt es eine Warnung. „Ich habe nie Tagebuch geführt“, schreibt Heinz Kleger in der Einleitung seines autobiographischen Buches. Das soll wohl heißen: Systematik und große Genauigkeit erwarte der Leser doch bitte nicht. Schließlich hat der emeritierte Professor für Politische Theorie der Universität Potsdam sein 202 Seiten starkes Erinnerungsbuch ja auch „Gedankensplitter“ genannt.

Der freie mitdenkende Bürger

Ganz so willkürlich sind die beim Book on Demand, Norderstedt, jüngst erschienenen Erinnerungen aber dann doch nicht. Tatsächlich führt Kleger in fünf Kapiteln aus, wie er zu dem zentralen Gedanken kam, den seine auch an der Universität Potsdam vertretene politische Theorie ausmachte: Kern aller Gesellschaft ist der mitdenkende und mitbestimmende Bürger. Kleger selbst hat seine Philosophie in seiner Wahlheimat Potsdam als Neues Potsdamer Toleranzedikt umgesetzt.

Kleger fängt an mit seinen frühesten Kindheitserinnerungen in Höngg, fährt fort mit Zürich, wo er mit dem Bewusstsein eines Arbeiterkindes aufwächst, reflektiert die Bedeutung des Religionsunterrichts der Dominikaner für sich, seine Studienjahre unter dem marxismuskritischen Philosophieprofessor Hermann Lübbe und schließlich seine Zeit in Deutschland.

Der Ansporn, es besser zu machen

Den einen Wendepunkt benennt das Buch nicht. Es gibt derer viele. Allgemeine jugendliche Verwirrungen, die Erfahrung der Studentenrevolution mit ihren unangenehmen dogmatischen Auswüchsen und Klegers Irrwege im Philosophiestudium, die ihm das Gefühl gaben, auf der Stelle zu treten. Kleger verdichtet diese Erfahrungen zu der Erkenntnis, dass zum Leben das ständige Gespräch, die Toleranz und die Bereitschaft gehören, es immer besser zu machen.

Das alles schildert der Autor in uneitler Alltagssprache, bunt, locker und abwechslungsreich, mit vielen Anekdoten und Bekenntnissen. Man erfährt, dass Klegers Vater einen schwarzen Ford Taunus 17 M fuhr, dass Klegers persönlicher Held Edward Snowden ist oder dass ihm Potsdam am Anfang als ehemalige Frontstadt „eher unheimlich“ war. Ergänzt ist das Buch mit einem Anhang früherer Texte.

Ein aufgeschlossener Zeitgenosse

Nicht immer behält Kleger den roten Faden, oft wechselt er assoziativ zwischen den Zeiten, was das Verständnis nicht eben erleichtert und den Titel „Gedankensplitter“ manchmal wirklich berechtigt. Insgesamt jedoch lernt man einen neugierigen Menschen kennen, der jeden Gesprächspartner ernst nimmt und sich auf ganz unterschiedliche Denkweisen einlässt. Besonders ehemalige Studierende oder Kollegen werden von den Erinnerungen des sympathischen Professors und Wahlpotsdamer profitieren und besser verstehen, wie er zu einem aufgeschlossenen und engagierten Zeitgenossen geworden ist.

Heinz Kleger: Gedenkansplitter –Ein Schweizer in Potsdam, Potsdam 2019, 200 Seiten, 10 Euro

Von Rüdiger Braun

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