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Potsdam „Der Schlaatz ist als Stadtteil unterschätzt“
Lokales Potsdam

Potsdamer SPD-Politiker Daniel Keller über seine Kindheit im Schlaatz

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10:06 10.10.2020
Daniel Keller heute und als Schulkind mit seiner Familie vor dem Haus, in dem er damals wohnte. Quelle: privat
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Potsdam

Wenn ich an den Schlaatz denke, dann denke ich an meine Kindheit. Im Stadtteil Schlaatz bin ich gemeinsam mit meinen älteren Geschwistern und meiner Mutter in einer Neubauwohnung im Bisamkiez 5 aufgewachsen. Es war damals eine tolle Hausgemeinschaft. Mit der Familie, die damals im Erdgeschoss wohnte und auch drei Kinder hatte, besteht noch Kontakt. Ein Teil der Familie aus der zweiten Etage wohnt heute noch dort und war wie meine Familie Erstbezieher der Wohnung.

Ich ging an die damalige Dean-Reed-Grundschule an der alten Zauche. Meine Mutter war Lehrerin an der Weidenhof-Grundschule im Stadtteil. Nicht nur deshalb war es für mich eine Herzensangelegenheit, mich auch als Erwachsener dort zu engagieren und als Judotrainer Schularbeitsgemeinschaften an der Weidenhofgrundschule zu unterrichten sowie bei Schulprojekten zu unterstützen.

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Schon in meiner Kindheit, wie auch heute, war und ist der Schlaatz ein kinderreicher Stadtteil mit vielen jungen Familien. Spielplätze auf den Innenhöfen der Wohnblöcke gaben mir damals genug Raum, um mit Freunden und Nachbarn zu spielen. Zum Abendbrot rief meine Mutter dann nur kurz aus dem Fenster.

Ich kenne noch heute jeden Innenhof im Stadtteil und damals musste die ein oder andere Häuserwand als Fußballtor herhalten. Obwohl es auch heute so viele Kinder im Stadtteil Schlaatz gibt, könnten es mehr Angebote für Kinder und Jugendliche geben. Daher habe ich mich als Stadtverordneter eingesetzt ein Sportforum zu errichten, das vielen Vereinen als Trainings- und Wettbewerbsstätte dienen wird.

Der Potsdamer Politiker Daniel Keller (SPD) im Gespräch mit Nachbarn aus seinem früheren Wohnort im Bisamkiez 5. Quelle: Bernd Gartenschläger

Weiterhin würde ich sagen, dass der Schlaatz als Stadtteil unterschätzt ist. In den 80er und 90er Jahren waren die Wohnungen in diesem zentralen und grünen Viertel mit all seinen Neubauten sehr begehrt. Wir freuten uns damals in den 80er Jahren, warmes Wasser aus der Leitung zu bekommen und keine Kohlen mehr schleppen zu müssen.

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Doch die Gebäude sind teilweise sanierungsbedürftig und müssen auch mit ihrem Wohnungszuschnitt in Zukunft dafür Sorge tragen, dass eine gute Mischung für Familien und auch ältere Menschen gewährleistet ist. Denn die Durchmischung von verschieden Gruppen von Potsdamer und Potsdamerinnen macht einen guten und lebenswerten Stadtteil aus.

Der Schlaatz ist ein Stadtteil im stetigen Wandel - baulich und von der Zusammensetzung der Bewohnerschaft. Aber eines ist der Schlaatz damals wie auch heute: Ein lebenswerter Ort mit vielen jungen Familien, wie wir es damals auch eine waren. Und der Schlaatz ist und bleibt meine Heimat.

Alle Kapitel unserer großen Potsdam-Serie lesen Sie unter:  potsdam.maz-online.de

Das Datenjournalismus-Projekt „Potsdam ganz nah“ ist gefördert durch das Kartographen Mercator Stipendien-Programm für JournalistInnen – eine Initiative des gemeinnützigen Vereins Fleiß und Mut e.V.

Von Daniel Keller