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Potsdam Feurig ging es in Potsdam bei der 21. Schlössernacht zu
Lokales Potsdam Feurig ging es in Potsdam bei der 21. Schlössernacht zu
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19:45 18.08.2019
Der Besucherzuwachs spricht für das neue Veranstaltungskonzept der Potsdamer Schlössernacht. Quelle: Bernd Gartenschläger
Sanssouci

Das neue Konzept, nach dem die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) Berlin-Brandenburg seit 2017 die Potsdamer Schlössernacht veranstaltet, geht offenbar auf. Mit knapp 36 000 Besuchern am Freitag und am Samstag kamen nach Veranstalterangaben deutlich mehr Gäste zum 21. Parkfest der Stiftung als im vergangenen Jahr. Das neue Format des Festes zieht nachweislich wieder mehr Publikum in den Park Sanssouci, obwohl oder gerade weil der Veranstalter die Festfläche verkleinerte und somit die Wege zu den jeweiligen Veranstaltungsorten verkürzte.

Prominente Vorleser in der Orangerie

Erstmals in diesem Jahr war die Schlössernacht auf ein konkretes Thema ausgerichtet. Die Barockausstellung im Potsdamer Kunstmuseum Barberini hatte die Veranstalter zu eine „Una Notte Italiana“, einer italienischen Nacht, inspiriert.

Neben Musik und Shows, Essen und Trinken lockten wohl vor allem die Lesungen italienischer Literatur durch prominente Schauspieler das Publikum in die westliche Pflanzenhalle der Orangerie. Nachdem am Freitag Max Moor und Katharina Thalbach bereits begeistert gefeiert wurden, setzten Andrea Sawatzki und Christian Berkel sowie Matthias Matschke und David Rott am Samstag den Reigen der namhaften Vorleser fort.

Am Ende siegen immer die Frauen

Für das Schauspielerehepaar Sawatzki/Berkel war die Schlössernacht genau so eine Premiere wie die italienischen Märchen, aus denen beide vorlasen. „Wir waren schon mehrfach im Park Sanssouci und sind von ihm sehr beeindruckt. Die Orangerie haben wir allerdings bisher noch nie von innen gesehen. Wirklich ein wunderschöner Raum“, sagt Berkel.

Natürlich kennt das Paar die klassischen deutschen Märchen der Brüder Grimm oder von Hans Christian Andersen. Die italienischen Märchen dagegen sind ein wenig anders. „Darin geht es meist um viel Liebe. Anfangs sind die Frauen immer die Unterlegenen. Doch im Laufe der Geschichte besiegen sie mit Klugheit und Raffinesse die Männer“, erläutert Sawatzki.

Auch andere Schlösser feiern Feste

Schlössernächte sind für Manuela Reimers und Frank Grunwald aus Dresden zwar nicht Neues. Solche Veranstaltungen kennen beide von den Schlössern Albrechtsberg und Eckberg in ihrer Heimat. In Potsdam waren sie allerdings zum ersten Mal. „Wir finden den Park schön weitläufig und auch die Architektur der Gebäude gefällt uns sehr. Wir lassen uns mal überraschen, wie das Fest in Potsdam wird“, sagte Manuella Reimers.

Veranstaltung hat an Niveau gewonnen

Joachim Henner aus Bayrischzell hatte extra seine Freunde in Potsdam angerufen, um bei ihnen übernachten zu können. Von der Schlössernacht hatte er aus dem Internet erfahren. „Es ist einfach überwältigend. Ich will das Fest erst einmal auf mich wirken lassen“, meinte er. Karola Biwek aus Oranienburg war mit ihrem Ehemann bereits zum fünften Mal dabei und lobte das neue Format: „Damit hat die Veranstaltung an Niveau gewonnen. Das Festgelände ist etwas kleiner, wir müssen nicht mehr so viel laufen. Schön, dass es jetzt unter einem bestimmten Thema steht.“

Noch nicht italienisch genug

Einigen Gästen war die Schlössernacht aber offensichtlich noch nicht Italien genug. „Ich hätte mir mehr italienische Operngesänge gewünscht“, bedauerte Bettina Tietsche. Dennoch sei die Veranstaltung sehr schön. Dass Tenor Fabian Martino auf einer echt venezianischen Gondel auf dem Maschinenteich an den Römischen Bädern wunderschöne Arien sang, hatte die Oranienburgerin bis dahin noch nicht mitbekommen.

Werke alter Meister nach außen geholt

Staunend standen die Besucher dicht gedrängt zur „blauen Stunde“ vor der Orangerie, deren Fassade Lichtkünstler Daniel Markgraf in perfekter Projektion in eine Bildergalerie mit Werken von Sanzio Raffaelo verwandelt hatte. Jeden Bogen, jede Nische und jeden Vorsprung hatte der Berliner zuvor mit seinem Computer genau eingemessen, um Raffaelos Bilder exakt einpassen zu können.

„Es ist spannend zu sehen, wie die Leute auf die Lichtkunst reagieren. Man muss sich einfach die Zeit nehmen und die Bilder auf sich wirken lassen. Das ruhige Betrachten eines Bildes ist in unserer hektischen Zeit selten geworden“, sagt Markgraf. Auch an der Bildergalerie im Park hatte der Lichtkünstler auf seine Weise die Werke der Meister von innen nach außen geholt.

Fulminantes Lichtgewitter

Feurig wie die Italiener war die Show der Gruppe Loooop unterhalb der Orangerie. Francois Erb, Christina und Hanna Lange sowie Thomas Johannson hatten auf der Bühne in ihrer etwa 15-minütigen Inszenierung mit den Potsdamer Feuerwerkern mit ihren Feuerketten und -seilen sowie der übrigen Pyrotechnik im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Das Publikum übrigens auch, indem es dem fulminanten Lichtgewitter minutenlangen Beifall spendete.

Abschied von der Schlössernacht

Für Schlösser-Generaldirektor Christoph Martin Vogtherr war es die erste Schlössernacht unter seiner Führung. Für Marketingdirektor Heinz Buri die zwölfte und zugleich Letzte. Er geht im Juni 2020 in den Ruhestand und freute sich über den wieder ausverkauften Samstag und den Besucherzuwachs am Freitag.

Buri wünscht sich, dass das neue Format der Veranstaltung gehalten und die Schlössernacht künftig in jedem Jahr unter ein bestimmtes Thema gestellt werden kann. „Dazu muss allerdings die Wirtschaftlichkeit stimmen, eine Breitenwirkung erzielt werden und das Thema zur Gesamtanlage passen“, gibt Buri seinem Nachfolger mit auf den Weg.

MAZ-Umfrage zur Zufriedenheit

Die nächste Schlössernacht findet am 14. und 15. August 2020 statt. Der Vorverkauf beginnt in Kürze. Die MAZ ruft die Schlössernacht-Besucher auf, online unter der Überschrift „Wie hat Ihnen die Potsdamer Schlössernacht gefallen? Machen Sie mit bei unserer Umfrage“ ihre Meinung zum 21. Parkfest der Schlösserstiftung zu äußern.

Von Heinz Helwig

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