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Potsdam Schlösserstiftung saniert Damenhaus
Lokales Potsdam Schlösserstiftung saniert Damenhaus
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16:00 06.01.2020
Das Damenhaus befindet sich direkt neben der Orangerie des Neuen Gartens. Es wurde im holländischen Stil errichtet und ist in einem schlechten Zustand. Quelle: Bernd Gartenschläger
Nauener Vorstadt

Das Damenhaus im Neuen Garten wird saniert. Die Vorbereitungen für einen Baustart des Kleinods im „Holländischen Etablissement“ nahe des Marmorpalais laufen, der Baustart soll noch in diesem Jahr sein, wie die Stiftung Preußische Schlösser & Gärten (SPSG) auf Anfrage mitteilte.

Das weitgehend im Original erhaltene Denkmal sei in einem „sehr sanierungsbedürftigen Zustand“, so Stiftungssprecher Frank Kallensee.

Knapp zwei Millionen Euro kostet die Sanierung

„Die Genehmigungsplanung ist abgeschlossen. Bis Mitte des Jahres 2020 werden die Ausführungsplanung und die Vergabe durchgeführt, so dass mit einem Baubeginn zu Beginn des dritten Quartals 2020 zu rechnen ist“, sagt Kallensee. 2022 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Rund 1,95 Millionen Euro aus dem 400-Millionen-Euro-Topf des Bundes fließen in das Haus.

Das Gebäude, das 1789 bis 1790 als Kavalierhaus errichtet wurde, soll auch künftig „unter Beachtung des Substanz- und Denkmalschutzes“ als Wohnhaus dienen. Insgesamt vier Wohnungen befinden sich im Damenhaus, zwei davon im Dachgeschoss. Dieses ist nicht nur statisch schwer geschädigt, sondern auch „unterdimensioniert“ und soll entsprechend ertüchtigt werden.

Das Damenhaus ist ein beinahe unbekanntes Kleinod der Potsdamer Parklandschaft. Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch die „Durchfeuchtung des Untergeschosses“ soll abgestellt werden. Daneben wird die Fassade restauriert und die gesamte Haustechnik modernisiert. Trotz seiner Lage mitten im Weltkulturerbe will die SPSG dabei nicht nur Grundrisse anpassen, sondern erwägt sogar Dachflächenfenster. Bislang existieren im Obergeschoss nur Luken.

Der Name „Damenhaus“ stammt von 1881

Ursprünglich wurde das Gebäude vom Architekten Andreas Ludwig Krüger direkt neben der Orangerie des Neuen Gartens als Wohnhaus für Wilhelmine von Enke errichtet. Die zur Gräfin Lichtenau erhobene Mätresse Friedrichs Wilhelms II. wohnte dort bis zur ihrer Verbannung 1798 in unmittelbarer Nähe zu ihrem königlichen Geliebtem.

Beim näheren Hinschauen werden die Schäden an der Substanz deutlich. Quelle: Bernd Gartenschläger

Den Namen „Damenhaus“ erhielt das Gebäude allerdings erst in späterer Zeit. Die Prinzessin Auguste Victoria, quartierte dort 1881 - nach ihrer Hochzeit mit Prinz Wilhelm, dem späteren letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. – ihre Hofdamen ein.

Das Kronprinzenpaar bewohnte zu dieser Zeit regelmäßig das Marmorpalais. Nach 1945 wohnten Mitarbeiter der Schlösserstiftung im Damenhaus.

Das holländische Etablissement

Neben dem Holländischen Viertel gibt es im Neuen Garten eine weiteres Ensemble niederländischer Architektur: das „Holländische Etablissement“. Es entstand unter der Regie König Friedrich Wilhelms II.

Mehrere Wohnhäuser für Damen, Kavaliere und Dienerschaft, sowie Stall und Wagenremise wurden wie ein holländisches Musterdorf entlang der Hauptallee des Neuen Gartens bis 1790 errichtet – mit dem sichtbaren roten Ziegelstein, der typisch für die niederländische Architektur ist. Er wird auch am Eingangstor zum Park, sowie am Marmorpalais selbst verwendet.

Die familiären Bindungender preußischen Hohenzollern zu den Oraniern, Herrscherhaus der Niederlande, wurden hier bekräftigt. Das Etablissement wurde rechtzeitig zur Hochzeit der preußischen Prinzessin Wilhelmine mit dem oranischen Erbprinzen Wilhelm in Berlin 1791 fertiggestellt.

Vier weitere Projekte im Neuen Garten

Nachdem das Marmorpalais, sowie Teile des Schloss Cecilienhof in den vergangenen Jahren bereits restauriert und saniert werden konnten, sind nun bis 2030 noch einige Nebengebäude des Neuen Gartens in der Planung.

Mit dem Geld aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes wird beispielsweise das Restaurierungsatelier für Glas, Porzellan und Keramik, das sich neben dem Damenhaus befindet, modernisiert.

Auch das Rote Haus, das direkt am Ufer des Heiligen Sees steht, und das Weiße Haus sollen saniert werden. Die beiden Wohnhäuser stammen noch aus der Zeit vor 1786. Damals begann die Umgestaltung des Westufers des Heiligen Sees in den ersten preußischen Landschaftsgarten.

Schließlich soll durch die Bundesmittel auch der Ökonomieweg erneuert werden, der vom Haupteingang an der Alleestraße bis zur Meierei am Jungfernsee. Die asphaltierte Route ist als Fahrradstrecke ausgewiesen, aber in einem sehr schlechten Zustand.

>>>400 Millionen Euro für Preußens Schlösser

Von Peter Degener

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