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Potsdam Mehr Platz für Beratungen und Selbsthilfegruppen
Lokales Potsdam Mehr Platz für Beratungen und Selbsthilfegruppen
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01:19 06.07.2019
Durch das weiße Gebäude in der Hermann-Elflein-Straße führt der Zugang zum Sekiz .
Durch das weiße Gebäude in der Hermann-Elflein-Straße führt der Zugang zum Sekiz . Quelle: Annett Ullrich
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Innenstadt

Das Selbsthilfe-, Kontakt- und Informationszentrum Sekiz in der Hermann-Elflein-Straße ist auf Expansionskurs: Aufgrund der steigenden Zahl an Selbsthilfe- und Begegnungsgruppen soll ab September ein zusätzlicher Raum auf dem Areal angemietet werden – unter anderem auch um mehr Platz für Beratungen zu haben. Das erklärten der Vereinsvorsitzende Oliver Geldener und Geschäftsführerin Annett Ullrich am Mittwoch auf Anfrage.

Das Sekiz bietet seit 1991 einen zentralen Ort für Selbsthilfe, Begegnung und ehrenamtliches Engagement. Unter dem Dach des Vereins befinden sich die Potsdamer Informations- und Kontaktstelle für Selbsthilfe, die Begegnungsstätte für Interessensgruppen, Kurse und Vorträge sowie die Freiwilligenagentur zur Stärkung des Ehrenamtes in Potsdam (FWA).

Das Sekiz ist Anlaufstelle für viele Ratsuchende. Quelle: Privat

Mit der Anmietung des neuen Raumes würde die Zahl der Sekiz-Räume auf insgesamt neun steigen. Platz, der dringend benötigt wird. Denn bei manchen Angeboten ist die Nachfrage während der vergangenen Jahre stetig gestiegen – zum Beispiel beim Schülertraining, bei dem Ehrenamtliche Kindern aus sozial schwachen Familien Nachhilfeunterricht geben. „Früher waren es um die 30 Schüler; jetzt sind es um die 50“, beschreibt Geldener, der so wie Co-Vorstandsmitglied Ullrich ehrenamtlich im Sekiz tätig ist, das nachgefragte Nachhilfe-Modell. Eine Trainingsstunde kostet nur einen Euro.

Auch die Zahl der Selbsthilfe- und Begegnungsgruppen wächst. Waren es 2015 noch etwa 50 Gruppen, sind es mittlerweile bereits um die 60. Dabei zeichnet sich durchaus ein Trend ab: Während Ernährungsstörungen früher meist noch ein Tabu waren, suchen sich Betroffene heute vermehrt Hilfe, hat Annett Ullrich beobachtet.

Zu den Gruppen, die derzeit in Gründung sind, zählen außerdem: eine Gruppe für Menschen mit traumabedingten Belastungen; eine Parkinson-Gruppe; die Gruppe „Entsorgte Eltern“ für „Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen keinen Umgang mehr mit ihren Kindern haben“, wie es auf der Sekiz-Internetseite heißt. In der Begegnungsstätte können wiederum neue soziale Beziehungen aufgebaut und alte gefestigt werden. Das Spektrum ist dabei breit: Bewegung für Körper und Seele , zum Beispiel Yoga; Kreativangebote wie Malen; Gesellschaftsspiele oder Informationsveranstaltungen.

Der neue, zusätzliche Raum, der bislang von einer Tagesmutter genutzt worden ist, soll nach seiner Renovierung bei Bedarf auch für Konferenzen von jungen sozialen Initiativen oder Start Ups untervermietet werden. Dabei liegen die Gebühren voraussichtlich bei 20 Euro für die erste Stunde und zehn Euro je Folgestunde.

Selbsthilfegruppen-Netzwerk Sekiz. Quelle: Sekiz

Von Ildiko Röd