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Potsdam Golm bekommt Mini-Silicon-Valley
Lokales Potsdam Golm bekommt Mini-Silicon-Valley
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12:42 30.09.2019
In Golm entsteht bald der Technologie-Campus. Quelle: Varvara Smirnova
Potsdam/München

In den kommenden Jahren soll auf zehn Hektar in Golm das Silicon Valley von Potsdam entstehen – der bislang mit Abstand größte Hightech-Standort in der Stadt mit Einrichtungen für Forschung, Produktion, Wissenschaft und Start-ups. Der neue Technologie-Campus, der in direkter Nachbarschaft zu den Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen entsteht, wird von der städtischen Immobilienholding Pro Potsdam entwickelt. Sie hat die Flächen 2017 angekauft. Der Campus liegt an der Bahnlinie und gegenüber vom Landeshauptarchiv. Anfang nächsten Jahres wird die Pro Potsdam beginnen, auf der Feldfläche die Leitungen zu verlegen und eine Straße zu bauen. 2021 soll alles fertig sein. Mit der Entwicklung des Technologie-Parks beschreitet die Pro Potsdam, die sonst im Wohnungsmarkt tätig ist, Neuland: „Das ist die erste reine Gewerbeentwicklung, die wir machen“, sagte Geschäftsführer Bert Nicke der MAZ.

In Golm sind Forschung und Wissenschaft zu Hause. Quelle: Peter Degener

Die Vermarktung der Golmer Flächen steht im Mittelpunkt der Präsentation der Pro Potsdam bei der Immobilienmesse Expo Real in München vom 7. bis 9. Oktober. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und der Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos) werden ebenfalls vor Ort auf Europas größter Fachmesse für Immobilien und Investitionen sein. „Wir sind zuversichtlich, dass wir Unternehmer finden, die sich dort ansiedeln – beispielsweise Ausgründer von Wissenschaftsinstituten“, sagte Nicke, „unser Angebot richtet sich an Unternehmen mit Spezialisierung auf Medizintechnik, Biotechnologie, pharmazeutische Technologien und Kosmetik, Optik, Sensorik, Materialwissenschaften und Polymertechnologien sowie Existenzgründer in diesen Bereichen.“ Was auch noch eine Rolle spielt: In Berlin werden geeignete Flächen rar, weshalb ansiedlungswillige Unternehmen ihre Fühler ins Umland ausstrecken.

Der Rohbau des Informatik-Instituts in Golm. Quelle: Varvara Smirnova

Drei der insgesamt zehn Hektar des Technologie-Campus sind bereits an das Land Brandenburg für die Erweiterung der Universität Potsdam verkauft worden. Auf einer Teilfläche entsteht derzeit das Institut für Informatik und Computational Science als erster Erweiterungsbaustein des Campus Golm – Bauherr ist die Hasso-Plattner-Stiftung; Ende Mai wurde der Grundstein gelegt. Drei weitere Flächen sind bereits reserviert, etwa für ein diagnostisches Labor. Momentan erinnert das Feldstück allerdings noch eher an die Pampa; mit den Kränen über dem Rohbau des Informatik-Instituts im Hintergrund.

Das Areal mit dem entstehenden Technologie-Campus ist die letzte große verfügbare Fläche im Potsdam Science Park, wie der Wissenschaftspark Potsdam-Golm nun heißt. In den vergangenen 25 Jahren wurden mehr als 500 Millionen Euro in die Entwicklung investiert. In den nächsten zehn Jahren sollen im Wissenschaftspark tausend neue Arbeitsplätze geschaffen und in mindestens 100 neuen Unternehmen angesiedelt werden. 2019 hat die Landeshauptstadt mit dem Bau des Büro- und Laborgebäudes „GO:IN 2“ begonnen. Insgesamt sind am Standort Investitionen von mindestens 100 Millionen Euro in Gewerbeimmobilien geplant.

Standort für das Büro- und Laborgebäude GO:IN 2 im Wissenschaftspark Potsdam-Golm, fotografiert im Oktober 2018. Quelle: Martin Müller

Laut der Broschüre, mit der die Pro Potsdam auf der Expo Real den Technologie-Campus bewirbt, werden Grundstücke ab einer Größe von tausend Quadratmetern verkauft. Die Gebäude können zwischen 10,5 und 14 Metern hoch gebaut werden, also maximal als Viergeschosser. Die Erschließung des Campus wird voraussichtlich von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) gefördert.

Bei der Expo Real wird es in einer Podiumsdiskussion am 7. Oktober ebenfalls ums Gewerbe gehen. Titel: „Potsdam präsentiert: Gewerbeprojekte in der wachsenden Stadt“. Teilnehmer sind neben Schubert und Nicke auch Andreas Mattner, Geschäftsführer der ECE Projektmanagement GmbH – sie gehört Alexander Otto, einem Halbbruder von Michael Otto – sowie Patrick Will, Vorstand der Project Immobilien Gewerbe AG. Moderator ist Steffen Kammradt, Sprecher der Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung Brandenburg.

Von Ildiko Röd

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