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Potsdam Potsdamer Start Up Calimoto hofft auf Geld bei „Die Höhle der Löwen“
Lokales Potsdam Potsdamer Start Up Calimoto hofft auf Geld bei „Die Höhle der Löwen“
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00:27 05.11.2018
Um eine Anschubfinanzierung geht es Hans Allenfort, Sebastian Dambeck und Luca Osten (von links) längst nicht mehr. Quelle: Calimoto
Potsdam

Noch ist das Firmenschild nur ein Stück Papier, auf dem mit Kugelschreiber der Name geschrieben steht: Calimoto. Momentan funktioniert auch die Klingel noch nicht, das Start Up ist gerade erst in die neuen, größeren Büroräume im Business-Bereich des Potsdamer Hauptbahnhofs gezogen. Doch die drei Gründer Sebastian Dambeck (27), Hans Allenfort (29) und Luca Osten (26) stören sich nicht an derartigen Kleinigkeiten. Sie wollen hoch hinaus, und zwar rasant.

Mit ihrer Motorrad-Navigations-App Calimoto erreichen die drei jungen Männer nach eigenen Angaben bereits 500.000 Nutzer, jetzt greifen sie nach dem ganz großen Geld. In der VOX-Show „Die Höhle der Löwen“ wollen die Gründer am Dienstag einen der prominenten Investoren von ihrem Produkt überzeugen. Zehn Prozent der Firmenanteile bieten sie, dafür wollen Sebastian Dambeck, Luca Osten und Hans Allenfort 600.000 Euro haben. „Beim Motorradfahren geht es nicht darum, nur schnell von A nach B zu kommen“, sagt Sebastian Dambeck, der als Student die Idee zur App hatte, „sondern ums Erlebnis, es ist einfach ein schönes Hobby.“

Luca Osten, Sebastian Dambeck und Hans Allenfort haben eine besondere Motorrad-Navigation entwickelt. Quelle: Calimoto

Hans Allenfort sieht in ihrem Navigationsprogramm ein einmaliges Produkt: „Unsere App ist die einzige auf dem Markt, die wirklich die Bedürfnisse der Motorradfahrer befriedigt.“ Schöne Landstraßen mit vielen Kurven, Biker-Treffpunkte, eine tolle Aussicht: Die Start Up-Chefs sind selbst begeisterte Motorradfahrer und wissen genau, was ihre Nutzer wollen. So bietet Calimoto die Möglichkeit, eigene Routen mit denen anderer Fahrer zu vergleichen und den Fahrspaß individuell so zu finden, wie er einem gefällt. Neigungswinkel, Höhenmeter und aufregende Routen mit möglichste wenig Autofahrern soll das Programm passgenau zuschneidern.

Die Grundfunktionen und Karten für die eigene Region sind gratis. Die Bezahlversion enthält Extras wie einen Gefahrenstellenmelder, sie kostet rund 40 Euro im Jahr oder 5 Euro für eine einzelne Woche. Nun heißt es, die Löwen davon zu überzeugen.

Die „Löwen“ können mit ihrem Investment junge Unternehmer über Nacht sorgenfrei machen. Einen Bekanntheitsschub bringt der Auftrott aber in jedem Fall. Quelle: MG RTL D/Bernd-Michael Maurer

Dafür haben die Potsdamer eine Stunde Zeit. „Es ist ein Investoren-Speed-Dating“, sagt Sebastian Dambeck. „Am Ende wissen wir, ob wir einen Deal bekommen oder nicht.“ Auch einen Wunsch-Löwen haben die Gründer: Frank Thelen. Der 43 Jahre alte Unternehmer aus Bonn (Nordrhein-Westfalen) hat zahlreiche Start Ups gegründet und in junge Online-Firmen wie Calimoto investiert. „Frank Thelen hat viel Erfahrung im Bereich Apps und passt genau zu uns“, ist Hans Allenfort überzeugt.

Erfolgsformat mit Promi-Investoren

Die Unterhaltungsshow „Die Höhle der Löwen“ läuft seit 2014 auf dem Privatsender Vox. In der Sendung werben junge Unternehmer um das Kapital der „Löwen“, also der prominenten Geldgeber.

Dabei bieten die Gründer den potentiellen Investoren Anteile an ihren Firmen gegen eine bestimmte Summe an.

In der aktuellen Staffel besteht die Investorrunde aus Frank Thelen, Judith Williams, Georg Kofler, Dagmar Wöhlr, Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel.

Die Sendung ist hat einen Grimmepreis und zwei Deutsche Fernsehpreise gewonnen. Für den ausstrahlenden Sender ist sie ein Quotengarant. In der so genannten werberelevanten Zielgruppe schalten regelmäßig mehr als 15 Prozent ein.

Es gibt allerdings auch Kritik: Viele der Deals, die während der Show zu sehen sind, kommen im Nachhinein nicht zustande. Vox zufolge liegt das an falschen Angaben der Gründer, die sich erst später herausstellen.

Mit der Investorensuche kennen sie sich bereits aus. Nach der Gründung ihrer Firma bewarben sich die Männer um das begehrte Gründerstipendium Exist. Dieses wird von Bund und EU finanziert und ermöglicht jungen Unternehmen einen sorgenfreien Start, indem es die Lebenshaltungskosten der Gründer ebenso abdeckt wie Büro- und Investitionskosten. 125.000 Euro Startkapital haben Dambeck, Allenfort und Osten erhalten.

Anschließend machten sie sich auf die Suche nach „Business Angels“, also erfahrenen Geldgebern. „Wenn der erste Investor da ist, bildet sich schnell ein Netzwerk“; sagt Sebastian Dambeck. So war es auch bei Calimoto, schon die erste Finanzierungsrunde erwies sich als erfolgreich. Die Bewerbung bei der TV-Show erfolgte dann in der zweiten Welle der Geldgebersuche, die unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg dort weitergehen soll. „Wir glauben an Calimoto und werden auf jeden Fall weitermachen“, sagt Hans Allenrot. Ob der erhoffte Geldsegen von den Löwen kommt, steht dann am Dienstag fest.

Von Saskia Kirf

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