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Potsdam Kulturverein darf das Tulpenfest wieder organisieren
Lokales Potsdam Kulturverein darf das Tulpenfest wieder organisieren
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16:21 27.09.2019
Hans Göbel, Johannes Haerkötter und Wolfgang Raab (v.l.), Organisatoren des Tulpenfestes und des Sinterklaas, nehmen die Feste wieder in die eigene Hand. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Das traditionsreiche Potsdamer Tulpenfest ist wieder in der Hand seiner ursprünglichen Organisatoren. Wie der Vorsitzende des Fördervereins zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam, Hans Göbel, am Freitag bekanntgab, hat der Verein den Zuschlag der Stadt für die Durchführung in den nächsten zwei Jahren erhalten. Das Tulpenfest soll demnach seinen Charakter als Kulturfest im Holländischen Viertel zurückerhalten.

Von Anfang an ein Erfolg

Das Tulpenfest fand erstmals 1996 statt, um das Holländische Viertel zu beleben und war gleich ein großer Erfolg. Rund 50000 Gäste kamen zum ersten Festwochenende. „Am Sonntag konnten wir schon keinen Eintritt mehr nehmen, weil uns die Tickets ausgegangen waren“, sagt Hans Göbel. Ein fester Stamm niederländischer Schausteller, kulinarische Spezialitäten aus dem Land und, natürlich, unzählige Tulpen waren stets das Markenzeichen des Fests gewesen.

Sicherheit war ein Problem

Doch nach der Duisbuger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 500 teils schwer Verletzten im Jahr 2010 mussten alle Großveranstaltungen umdenken – auch das Tulpenfest brauchte nun ein Sicherheitskonzept, Fluchtwege mussten organisiert werden. „Dadurch durften wir nicht mehr so viele Menschen ins Viertel lassen, letztlich brachen die Einnahmen weg“, sagt Hans Göbel.

Zweimal hat der Verein das Fest nicht veranstaltet, in den Jahren 2016 und 2017 wich man auf den Bassinplatz aus, um mehr Raum für die Sicherheit zu haben. „Die Atmosphäre hat aber einfach nicht gestimmt“, sagt Johannes Haerkötter aus dem Vereinsvorstand. Noch dazu war es finanziell defizitär. 2018 schließlich erkrankte Hans Göbel so schwer, dass ihm die Organisation nicht möglich war. „Da trat dann eine Eventagentur auf den Plan und hat das Fest übernommen“, sagt er. Doch um Hilfe sei es dabei nicht gegangen: Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Erkrankung Göbels soll die Agenturchefin sich die Namensrecht am Fest gesichert haben, zudem meldete sie sich gleich für zwei Jahre als Veranstalterin an. „Aus meiner Sicht hat man da unsere Notlage ausgenutzt, um einen Fuß in die Tür zu kriegen“, sagt Hans Göbel.

Mehr zum Thema:
> Agentur übernimmt 2018 das Fest
> Gezerre um das Tulpenfest: Der Kulturverein wehrt sich

Agentur äußert sich nicht

Die Rede ist vom Potsdamer Unternehmen Fine Emotions, das neben dem Tulpenfest auch für die Großveranstaltung Potsdamer Lichtspektakel verantwortlich zeichnet, die im besucherarmen November Gäste in die Stadt lockt. Pikant: Ein Tochterunternehmen der Agentur, welches das Kutschstall-Ensemble am Neuen Markt betrieb, hat im August Insolvenz angemeldet. Der Bescheid über die Neuvergabe des Tulpenfests datiert wenige Tage zuvor. Chefin Alice Paul-Lunow wollte sich auf Nachfrage nicht äußern und verwies auf ein „schwebendes Verfahren“. Bei der Potsdamer Stadtverwaltung, die eng mit der Agenturchefin zusammenarbeitet, hat man „aktuell keine Informationen“ zur Situation.

Beim Holländischen Kulturverein will man sich mit den aus Vereinssicht unrühmlichen Tulpenfesten unter fremder Regie nicht mehr befassen. „Jeder weiß, wie es war“, sagt Hans Göbel. Stattdessen blicken die alten und neuen Festorganisatoren nach vorn. Die Vorverträge mit den niederländischen Schaustellern stehen, die Kontakte sind nie abgebrochen. „Unsere holländischen Partner haben der Stadt auch signalisiert, dass sie mit uns arbeiten wollen“, sagt Johannes Haerkötter nicht ohne Stolz. Die allermeisten wären in den vergangenen Jahren nicht nach Potsdam gekommen. „Das war auch für die Schausteller eine Bredouille, denn die leben von solchen Auftritten“, sagt er.

Händler sind zufrieden

Bei den Händlern und Geschäftsleuten kommt die Entscheidung gut an. „Ich fand es traurig, was mit dem Tulpenfest passiert ist und bin froh, dass es zurück in die Hände derer kommt, die mit ihrer Seele daran hängen“, sagt die Vorsitzende der AG Innenstadt, Bärbel Schälicke.

Neben dem Tulpenfest organisiert der Förderverein zur Pflege der niederländischen Kultur in Potsdam auch das Sinterklaas-Fest, einen traditionellen Weihnachtsmarkt im niederländischen Stil. Hier laufen die Vorbereitungen für diesen Winter bereits auf Hochtouren, heißt es aus dem Verein.

Von Saskia Kirf

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