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Potsdam Verwaltung lobt Entwurf für Speicherstadt-Hotel
Lokales Potsdam Verwaltung lobt Entwurf für Speicherstadt-Hotel
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14:42 27.04.2018
Das „niu“-Hotel in der Speicherstadt mit Innenhof. Quelle: simulation: asenticon
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Ärgernis oder architektonische Glanzleistung? Darüber scheiden sich die Geister angesichts der Pläne für das neue Hotel der Hamburger Hotelkette „niu“ in der nördlichen Speicherstadt. Stadtplanungschef Andreas Goetzmann erläuterte am Dienstagabend im Bauausschuss die Gründe, weshalb die Jury die Entwürfe des Berliner Architektenbüros Wolff ausgewählt hatte – trotz starker Konkurrenz.

Fassade mit konvexen und konkaven Elementen sei ein Plus

Dem Büro sei gelungen, am besten mit dem schwierigen Punkt der Höhenverhältnisse umzugehen. Als Plus wird neben der Fassade mit konvexen und konkaven Elementen auch die abwechslungsreiche Dachlandschaft bewertet, die sich innerhalb der Rahmenvorgaben des Bebauungsplans gehalten habe.

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Technik und wirtschaftliche Infrastruktur wurden so unter dem Dach „verpackt“, dass auf Technikaufbauten auf dem Dach verzichtet werden konnte.

Von der Langen Brücke führt ein Weg ins neue Quartier

Positiv bewertete die Jury auch die Lösung für eine andere Vorgabe in der Planung: Von der Langen Brücke aus soll ein Weg direkt ins neue Wohnquartier führen. Diese Aufgabe hätten die Architekten sehr überzeugend gelöst – inklusive einem Hotel-Innenhof, durch den der Weg von der Brücke ins Quartier führen soll.

„Durch die Verschiebung der Passage in Richtung der Kreuzung und die großzügige Öffnung Richtung Westen mit Blick auf die Havel wird der Platz des Gebäudes als verbindendes, stadträumliches Element (...) gestärkt“, heißt es in der Projektbeschreibung des Architektenbüros.

Durch die Absenkung des Höhenniveaus des Platzes sei es möglich, „unter Einhaltung der vorgegebenen maximalen Firsthöhe und Dachneigung eine hochwertige geschlossene Dachlandschaft aus Metall, in die eine Dachterrasse eingeschnitten ist, herzustellen“, heißt es weiter.

Supermarkt und Spielbank im Sockel des Hotels

Das Hotel ist aber nicht nur ein Hotel. Laut Goetzmann soll im Sockel des Gebäudes ein Supermarkt untergebracht werden. Ebenfalls eingeplant ist eine Aufzugsanlage für einen barrierefreien Zugang. Auch die Spielbank, die derzeit noch in einem historischen Bau am Lustgarten ihr Domizil hat, wird hier neue Räume beziehen.

Besonders von der Leipziger Straße aus wird die lange Fensterfront der Spielbank im Erdgeschoss ins Auge fallen; Casino-Räume werden auch im Untergeschoss untergebracht sein.

Kritik: Fassade sei „belanglos und beliebig“

Als die Fassade des Hotels Mitte Dezember erstmals öffentlich vorgestellt wurde, stieß das Gezeigte teilweise auf heftige Kritik in der Stadt. Die Fassade für das Gebäude neben dem Freizeitbad „blu“ sei „belanglos und beliebig“, sagte Barbara Kuster, Sprecherin der Initiative „Mitteschön“, damals.

Von Ildiko Röd