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Potsdam Potsdamer lieben ihre grüne Stadt
Lokales Potsdam Potsdamer lieben ihre grüne Stadt
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09:22 19.12.2013
Mit seinen Grün- und Erholungsflächen punktet die Stadt am meisten. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

In Babelsberg ist die Verbundenheit der Bewohner mit ihrem Kiez am größten, im Kirchsteigfeld am geringsten. Das zeigt die erste Zufriedenheitsbefragung der Stadt. Demnach fühlen sich im Altbaukiez von Babelsberg-Nord und Klein Glienicke 31,5 Prozent der Menschen ihrem Stadtteil „sehr stark“ verbunden, 45,5 Prozent „eher stark“. Dem etwas moderneren Süden Babelsbergs sind knapp 30 Prozent sehr stark und 44,7 Prozent stark verbunden. In dem auf Ackerflächen entstandenen Kirchsteigfeld sind nur rund zwei Prozent „sehr stark“ verwurzelt und 42,6 Prozent „eher stark“. Fast 56 Prozent dagegen gaben „weniger stark“ oder „überhaupt nicht“ an. Die konkreten Ursachen wurden nicht erfragt.

Insgesamt gaben rund 90 Prozent der Befragten an, gern in ihrer Stadt zu leben. Die Lebensqualität wurde von mehr als 80 Prozent als sehr gut oder gut bewertet. Am größten ist die Zufriedenheit mit den Grün- und Erholungsflächen, den gastronomischen Angeboten, der ärztlichen Versorgung und der Bandbreite an Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten. Nicht so gut kommen Kitas, Schulen und Sportanlagen weg. Am unzufriedensten sind die Befragten mit der öffentlichen Sicherheit, der Sauberkeit auf Straßen und Plätzen und den Schwimmbädern.

Mit beinahe der Note vier ist das Nachtleben absolutes Schlusslicht der Bewertung. Ein Drittel aller Potsdamer Probleme betreffen Baustellen, Verkehr und Verkehrsstaus, gefolgt von Defiziten im Wohnungsangebot und zu hohen Mieten.

Das Thema Wohnen spielte denn auch eine Sonderrolle in der ersten derartigen Umfrage in Potsdam und dem Land. Knapp 90 Prozent der Befragten leben gerne hier, vier Fünftel sogar länger als 15 Jahre. Doch die Wohnumstände machen viele nicht eben glücklich. So sind fast 80 Prozent mit der Wohnungsgröße unzufrieden. Jedem Sechsten ist die Wohnung zu klein, jedem Achten zu teuer. Fast die Hälfte findet das Preis-Leistungsverhältnis nicht in Ordnung. Bei über 40 Prozent wurde die Kaltmiete in den letzten vier Jahren erhöht, was offenbar den Drang zum Umziehen steigert. Mehr als 40 Prozent möchten umziehen, knapp 60 Prozent aber bleiben. Jeder zweite Wohnungssuchende möchte aber doch lieber in seinem Kiez bleiben.

KOMMENTAR

Jammer ade
Anfang der 90er-Jahre brachte es Potsdam zu trauriger statistischer Berühmtheit: Als Jammerhauptstadt Deutschlands kürte „Der Spiegel“ die Stadt. Diese Zeiten sind endgültig vorbei, die kollektive Depression ist einer starken Heimatverbundenheit gewichen, dem Stolz der alteingesessenen wie hinzugezogenen Bürger auf eine lebenswerte, kinderfreundliche, grüne Stadt. Das geht aus der Bürgerbefragung der Stadtverwaltung hervor. Zeit also für ein Mittagsschläfchen auf den eigenen Lorbeeren? Das wäre verfrüht, denn geballte Unzufriedenheit spricht stellenweise ebenfalls aus dem Zahlenwerk. Was nützen die schönsten Parks, wenn man statt zu Joggen noch im Stau festsitzt? Wer freut sich an den schönen Fassaden, wenn kein Normalo sich mehr eine Wohnung dahinter leisten kann? Clevere Stadtpolitiker sehen in der Umfrage vor allem eins: das Stichwortverzeichnis für anstehende Wahlkämpfe. Ulrich Wangemann

Das 130-Seiten-Werk hat rund 12.000 Euro Materialkosten verschlungen und einen Statistiker fast zehn Wochen beschäftigt. Den Auftrag zu vergeben, hätte aber rund 70.000 Euro gekostet, verglich Chef-Statistiker Reiner Pokorny am Mittwoch die Aufwände. Man hatte über 5000 Bürgern per Brief je 44 Fragen gestellt und knapp 2200 Antwortkomplexe bekommen. Die Befragung soll jährlich wiederholt werden, um Entwicklungen zu sehen. Dafür sind 80 Prozent der Fragen standardisiert und gleich, der Rest ist je nach aktueller Themenlage änderbar.

Die Potsdamer City ist naturgemäß verkehrlich am besten angebunden, doch auch der Stern, Potsdam-West und der Brandenburger Vorstadt punkten in Sachen Erreichbarkeit. Wer einkaufen möchte, tut das am besten am Stern, der City und dem Bahnhof, aber auch in der Waldstadt 1, Potsdam-West und der Brandenburger Vorstadt. Fast drei Viertel aller Potsdamer fühlen sich stark bis sehr stark mit ihrer Stadt verbunden, bei den Stadtteilen sind es zwei Drittel. Mehr als 80 Prozent bewerten die Potsdamer Wirtschaftslage und ihre eigene Lage als gut.
Die Stadtverwaltung hat nur bei knapp 50 Prozent der Bürger ein gutes bis sehr gutes Ansehen, doch steigert sich das auf 60 Prozent bei denen, die Kontakt mit den Behörden haben. Das Einkaufen konzentriert sich auf wenige Punkte wie das Stern-Center, die City, den Bahnhof. Vor allem der Norden der Stadt und die Nauener-, die Jäger- und die Berliner Vorstadt dagegen fühlen sich unterversorgt. Nur mäßige Noten werden für Sauberkeit und Sicherheit vergeben, aber auch bei den Kitas liegt der Notenschnitt in der familienfreundlichsten Stadt Deutschlands fast bei 3.
Der Verkehr ist für die meisten das Hauptproblem in der Stadt. Die Verkehrsanbindung ist vor allem in den nördlichen Ortsteilen ein wesentlicher Kritikpunkt. Die Parkmöglichkeiten der City , die Verkehrssteuerung und der Zustand der Straßen stehen in schwerer Kritik. Für das Einkaufen gibt es vor allem in den nördlichen Ortsteilen u nd Sacrow, in Eiche und Golm sowie der Nauener-, Jäger- und Berliner Vorstadt zu wenig Möglichkeiten. Die Plattenbaugebiete und die nördlichen Ortsteile gelten immer noch als am unsaubersten und unsichersten.

Von Rainer Schüler

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