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Potsdam 400 Menschen demonstrieren in Potsdam für Aufnahme von Geflüchteten
Lokales Potsdam 400 Menschen demonstrieren in Potsdam für Aufnahme von Geflüchteten
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00:23 09.07.2019
Mehr als 400 Demonstranten gingen am Samstag in Potsdam gegen das Sterben von Menschen im Mittelmeer und für legale Flüchtlingsrouten sowie eine gerechte Verteilungspolitik in Europa auf die Straße.
Mehr als 400 Demonstranten gingen am Samstag in Potsdam gegen das Sterben von Menschen im Mittelmeer und für legale Flüchtlingsrouten sowie eine gerechte Verteilungspolitik in Europa auf die Straße. Quelle: Varvara Smirnova
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Potsdam

 Mehr als 400 Teilnehmer aus Potsdam und dem Umland gingen am Samstagnachmittag in der brandenburgischen Landeshauptstadt auf die Straße, um gegen das Sterben von Menschen im Mittelmeer und für legale Flüchtlingsrouten sowie eine gerechte Verteilung der Geflüchteten in Europa zu demonstrieren. Aufgerufen zum „Notstand der Menschlichkeit“ hatte die Potsdamer Gruppe der bundes- und europaweit agierenden Flüchtlingsinitiative „Seebrücke“. Anlass war unter anderem die Festsetzung des Bootes der Kapitänin Carola Rackete von der Seenotrettungsorganisation „Sea Watch“ durch die italienischen Behörden. Sie hatte 40 Geflüchtete aus dem Mittelmeer gerettet und trotz eines Verbots in den Hafen von Lampedusa gebracht. Der Demonstrationszug zog vom Luisenplatz zum Platz der Einheit, um gegen die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union zu protestieren.

Potsdam ist „Stadt mit sicherem Hafen“

„Seebrücke“ fordert von der Europäischen Union eine neue Seenotrettungsmission. Die bisherige Seenotrettung im Mittelmeer würde schon seit Jahren versagen, sagte „Seebrücke“-Sprecher Jonas Hase. Gäbe es legale Flüchtlingsrouten, bräuchte es keine Boote und Schlepper mehr. Die Kommunen in Deutschland und in Brandenburg seien bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. „Seebrücke“ hatte gemeinsam mit den Städten Potsdam und Berlin im Juni dieses Jahres den Kongress „Sichere Häfen – Leinen los für die kommunale Aufnahme“ im Roten Rathaus in Berlin vorbereitet und dort nach eigenen Angaben mit elf weiteren Kommunen das Bündnis „Städte sicherer Häfen“ gebildet.

Jeder sechste Geflüchtete stirbt im Mittelmeer

Nach Angaben der Initiative „Seebrücke“ stirbt derzeit jeder sechste Geflüchtete beim Fluchtversuch über das Mittelmeer. „Wir werden den Notstand der Menschlichkeit so lange aufrecht erhalten, bis sich die europäischen Staaten auf einen solidarischen und humanen Verteilungsmechanismus aller Geretteten verständigt haben“, kündigt Steffi Lehmann von der Initiative „Seebrücke“ an. Mittlerweile hat das zweite Rettungsboot „Alex“ einer italienischen Seenotrettungsorganisation mit 41 Migranten trotz Verbots im Hafen von Lampedusa angelegt. Nach Angaben von Carola Rackete sind zwei weitere deutsche Boote mit Flüchtlingen auf dem Mittelmeer unterwegs. Eines davon ist die „Alan Kurdi“ mit insgesamt 65 Flüchtlingen an Bord.

Von Heinz Helwig

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