Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Potsdamer stellt angebliche Pädophile bloß
Lokales Potsdam Potsdamer stellt angebliche Pädophile bloß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:46 01.04.2014
Sind es die Schatten der Vergangenheit, die Steffen H. so quälen?
Potsdam

Steffen H. hat zwei Männer, die ihn vor 30 Jahren angeblich misbraucht haben, mit Flugblättern in ihren Heimatorten als Kinderschänder bloßgestellt und forderte Geld. Das war 2012, 2013. Die Beschuldigten nahmen das nicht hin, zeigten den Flugblattschreiber und Erpresser an. Am Montag, vor Gericht, gab er alles zu, erinnert sich genau, sieht sich im Recht. Doch was vor 30 Jahren geschah, kann niemand mehr beweisen. Wenn es stimmt, was der Angeklagte jetzt berichtet, wissen davon nur er und seine Peiniger.

Erst 43 Jahre ist Steffen H. alt, aber psychisch schwer geschädigt und unfähig, seinem Job als Maurer nachzugehen. Nicht die Ereignisse von damals werden jetzt geklärt, sondern des Angeklagten verzweifelte Aktionen im letzten und vorletzten Jahr: Beleidigung, Verleumdung, versuchte Nötigung.

Die Missbrauchstaten aus der Mitte der 1980er, so sie je geschehen sind, sind rechtlich verjährt; damit befasst sich niemand mehr. Steffen H. sah keinen Weg, doch noch zu seinem Recht zu kommen; er ging die Männer an, die ihn missbraucht haben sollen - von 70 Taten spricht er. Er bat den Bürgermeister seines Ortes im Potsdamer Umland um Hilfe, warf Flugblätter mit Namen in Briefkästen, schrieb an die Täter, forderte 800.000 Euro. Sie hätten sein Leben zerstört; wenn nicht gezahlt werde, mache er weiter. Steffen H. steht voll dazu. Die Anzeigenerstatter, die ihren Ruf verteidigen, geben am Montag im Zeugenstand nichts zu, was strafbar wäre - auch wenn Widersprüche bleiben.

Die beiden mutmaßlichen Täter, ein Handwerker und ein Ex-Filmemacher, sind bekannt und sehen ihren Ruf gefährdet. Dass sie trotz ihrer Ehe homosexuell veranlagt sind, sei durch Flüsterpropaganda wohl bekannt, sagte der eine vor Gericht. Aber als Pädophile wollen sie nicht gelten und verklagten Steffen H. Ihn kennen sie aus dessen Jugendjahren, als er und sein Freund ihnen beim Hausbau halfen. An einen Partykeller mit Filmvorführanlage, Tisch, Stühlen und einer Liege erinnert sich der Angeklagte; dort soll alles geschehen sein. Filme sah man dort, geben die Männer zu, Sex gab es, auch zu dritt, aber niemals mit Kindern, nie mit Steffen H., beteuern sie.

Nun fordert die Verteidigung ein Gutachten an, das belegen soll, dass der Angeklagte sehr schwer psychisch krank und persönlichkeitsgespalten ist. Seit zehn Jahren steht er unter psychologischer Behandlung, in Sprechstunden, in Kliniken. Seine Frau verließ ihn 2003, nahm seinen kleinen Jungen mit, der heute 14 ist: Die Trennung wühlte auf, was Steffen H. in sich begraben glaubte. "Plötzlich war ich wieder 14", erzählt er, "der kleine Junge, der bloß Angst hatte, der da mit dem im Bett lag." Der eine hielt ihm die "warme Wurst" hin, wollte oral befriedigt werden, dem anderen musste er den Hintern lecken. "Die Kerle hatten Macht über mich. Ich hatte Angst, die würden meiner Mutter etwas tun und meinem Bruder." Mitte der 80er war das; Steffen H. verdrängte es. Er fing sich wieder, heiratete, bekam den Sohn. Doch in ihm brodelte es immer wieder. Als die Frau ihn mit dem Kind verließ, sank sein Lebensmut. Er versackte in Depressionen, musste in psychiatrische Behandlung, blieb es bis heute, ist berufsunfähig geschrieben. Doch die Rente wurde ihm gestrichen, jetzt kommt Hartz IV.

2006 erstattete Steffen H. Anzeige gegen die Männer aus der Nachbarschaft von einst, doch das Verfahren wurde mangels Zeugen eingestellt. Ein zweites Missbrauchsopfer nannte er, einen Freund, dessen angebliche Vergewaltigung Steffen H. ansehen musste - dieser Junge war nachweislich am Ort des Missbrauchs. Doch der Zeuge ist mittlerweile tot. Warum es 30 Jahre brauchte, die Missbräuche bekannt zu machen, fragte die Staatsanwältin. "Das wird abgespalten im Kopf", sagt Steffen H. Er habe "gelebt wie ein Toter, ohne Gefühl."

Von Rainer Schüler

Potsdam Pfarrerin wünscht gute Gespräche mit Wiederaufbau-Gegnern - Dienstantritt in Garnisonkirche in Potsdam

Zum 1. April nimmt Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst ihre Tätigkeit in der Temporären Kapelle an der Garnisonkirche auf. Ihr großes Anliegen ist es, die jüngere Generation miteinzubeziehen und Glaubenskurse für Neugierige anzubieten. Die Bedenken der Wiederaufbau-Gegner möchte sie am liebsten öffentlich diskutieren.

31.03.2014
Potsdam Straßensperrung nach Unfall zwischen Neu Fahrland und Fahrland - Pkw gerät in den Gegenverkehr und rammt Lkw

Schwerer Unfall auf der L 92 zwischen Neufahrland und Fahrland. Ein Pkw-Fahrer mit seinem Wagen in einer Linkskurve in den Gegenverkehr gefahren und hatte dort einen entgegenkommenden Sattelschlepper gerammt. Ein Post-Laster wollte dem Unfall ausweichen, krachte aber bei dem Versuch selbst gegen einen Baum.

31.03.2014
Polizei Potsdam: Polizeibericht vom 31. März - Gestohlener VW-Bus geblitzt

+++ Potsdam: Wer ein gestohlenes Auto fährt, sollte zumindest darauf achten, dass er nicht geblitzt wird. So geschehen im November 2013 +++ Innenstadt: Unachtsam betritt eine 18-Jährige die Fahrbahn am Platz der Einheit, wird von einem Pkw erfasst, auf die Motorhaube geschleudert und landet auf der Fahrbahn - das Fahrzeug entfernt sich ohne anzuhalten +++

31.03.2014