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Potsdam Potsdamer strömen zum Sinterklaas-Fest
Lokales Potsdam Potsdamer strömen zum Sinterklaas-Fest
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15:09 11.12.2016
Sinterklaas und seine „Zwarten Pieten“ brachten viele Potsdamer Kinder am Wochenende im Holländischen Viertel zum Strahlen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Kniepertjes, Lakritz und Holzschuhe: Tausende Besucher wagten beim 20. Sinterklaas-Fest am Wochenende in Potsdam einen Ausflug in die Vielfalt der Holländischen Tradition. Mit dabei waren in diesem Jahr auch wieder der historische Nikolaus Sinterklaas und seine Helfer, die „Zwarten Pieten“, um die in den Vorjahren eine heftige Debatte in Potsdam entbrannt war. Gegen die schwarz geschminkten Pieten wurden Rassismusvorwürfe laut und die Stadt weigerte sich schließlich, das Fest finanziell zu fördern, sollten die Darsteller so in Erscheinung treten. Im vergangenen Jahr fand der Markt ohne sie statt. Ganz zur Freude der kleinen Potsdamer reiste Sinterklaas aber in diesem Jahr wieder ins Holländische Viertel. Die Schwarzen Pieten blieben ungeschminkt, hatten lediglich rußverschmierte Wangen.

„Das ist ein guter Kompromiss, denn wir orientieren uns damit trotzdem an der Tradition“, sagte Mitorganisatorin Gitty Oeckel von der P3 Projekt-Gesellschaft. „Bunt schminken wollten wir sie nicht und unser Verein in Holland hat den ungeschminkten Pieten zugestimmt“, so Oeckel weiter. Bei einem Fest, das hauptsächlich für die Kinder bestimmt sei, wolle niemand Demonstrationen und Streit riskieren. Andreas Menzel (Grüne) sah das veränderte Erscheinungsbild der Pieten positiv: „Man muss nicht rassistische und diskriminierende Bilder zeigen, um die Leute auf die Straße zu bringen.“ Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hat Sinterklaas am Sonnabend traditionell gemeinsam mit vielen Schaulustigen am Potsdamer Hafen empfangen.

Traditioneller Holzschuhmacher erzählt von einem besonderen Werk

Auf dem Markt rund um die Mittel- und Benkertstraße präsentierte sich unter anderem die Traditionsgruppe „Salland“ mit verschiedenem Kunsthandwerk. Femmie Kloppenburg etwa bemalt freihand Kerzen mit Glückwünschen, Weihnachtsmotiven oder Marienkäfern. Sie benutzt dafür Acrylfarbe aus Amsterdam. „Ich mache das seit 35 Jahren. Da brauche ich keine Schablone mehr“, so die Frau aus Drente in den Niederlanden. Jedes Jahr kommt sie zum Sinterklaas-Fest nach Potsdam.

So wie Matjes oder die frisch über dem Feuer gebackenen Waffeln „Kniepertjes“ gehören auch die Holzschuhe zur Holländischen Tradition. Martin Dijkman hat dieses Handwerk von seinem Vater gelernt und stellt die „Klompen“ aus Pappelholz in seinem Atelier in Luttenberg am Fließband her. Drei Jahre lang hat er an einer Nachstellung von Rembrandts „Die Nachtwache“ aus 30 000 gefärbten Holzschuhen gearbeitet. Das vier mal sechs Meter große Werk ist in Luttenberg ausgestellt. „Vielleicht bringe ich es im nächsten Jahr mit nach Potsdam“, kündigte er an.

Am Sonntag besuchte Frank Zander als besonderer Gast das Holländische Viertel und signierte in der Galerie Albert Baake seine „Fischologie-Kalender“. Der Erlös aus den verkauften Exemplaren kommt der Obdachlosen-Aktion in Berlin zu Gute, die Zander seit vielen Jahren durchführt. Sinterklaas machte sich indes vor seinem ersten Auftritt am Sonntag auf den Weg zur Kinderstation des Ernst-von-Bergmann-Klinikums. Dort überreichte er den Kindern Geschenke.

20 Jahre Sinterklaas-Fest in Potsdam

Das Fest wird vom Förderverein zur Pflege Niederländischer Kultur in Potsdam organisiert und findet seit 20 Jahren statt. 2013 fiel es aus finanziellen Gründen aus.

In den Niederlanden feiert man das Fest seit dem 15. Jahrhundert. Der Zwarte Piet ist der Helfer des Sinterklaas und sollte anfangs die bösen Kinder bestrafen. Heute spielen die Pieten auf dem Fest mit den Kindern.

Von Luise Fröhlich

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