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Potsdam Potsdamer vom Durchgangsverkehr genervt
Lokales Potsdam Potsdamer vom Durchgangsverkehr genervt
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21:00 24.01.2017
Ulrich Rosenau. Quelle: Foto: Köster
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Nauener Vorstadt

Ulrich Rosenau ist zur Zeit ziemlich verschnupft. Was aber nur zum Teil daran liegt, dass er eine Bronchitis auskurieren muss. Der andere Grund ist der so genannte „Stauausweichverkehr“. Was so technisch klingt, macht den Anwohnern der südlichen Nauener Vorstadt das Leben schwer. Immer mehr Autos suchen sich hier Schleichwege, um dem Berufsverkehrsstau auf dem Straßenzug vom Reiterweg zur Alleestraße und weiter Am Neuen Garten bis zur Behlertstraße zu entkommen. Dagegen gehen die Anwohner nun auf die Barrikaden. Am Wochenende hat sich eine neue Anwohnerinitiative getroffen. Rund 40 Interessierte kamen in den Gemeindesaal der Evangelisch-Lutherischen Christusgemeinde in der Hebbelstraße. Der Slogan der Initiative: „Ruhe im Kiez! Schluss mit dem Durchgangsverkehr durch das Wohngebiet südliche Nauener Vorstadt.“

Mit-Initiator Rosenau erklärt die beliebteste Route der Schlupfloch-Fahrer: Sie führt über die Helene-Lange-Straße in die Friedrich-Ebert-Straße. Auf der Höhe des Stadthauses geht es dann links in die Behlert- und dann in die Eisenhartstraße, weiter durch die Bertha-von-Suttner-, Hebbel- und Behlertstraße.

„Die zuletzt genannten Straßen sind keine Durchgangsstraßen und auch wegen des Kopfsteinpflasters in der Bertha-von-Suttner-Straße und in der Behlertstraße für den Durchgangsverkehr nicht tauglich“, warnt Rosenau. Viele Fahrer drücken ganz schön aufs Tempo. Besonders gefährlich ist die Situation in jenem kleinen Stückchen der Eisenhartstraße, wo die Autofahrer in Richtung Bertha-von-Suttner-Straße auf die Radler aus der Eisenhartstraße treffen. Viele Fahrer, die an der Kreuzung Jägerallee/Reiterweg den Stau verlassen haben, drängeln sich an der Kreuzung Behlertstraße/Am Neuen Garten wieder hinein, so Rosenaus Beobachtung: „Sie eröffnen also keine stauentlastende zusätzliche Fahrstrecke, sondern ,überholen’ den Stau nur, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen“, kritisiert er.

Rosenau übt auch Kritik am Rathaus, wo er – zumindest derzeit noch – zu wenig aktive Unterstützung sieht. Die städtische Verwaltung kenne die Situation, zögere aber mit verkehrslenkenden Maßnahmen.

Von Ildiko Röd

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