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Potsdam Potsdamer werden zu „Terror“-Richtern
Lokales Potsdam Potsdamer werden zu „Terror“-Richtern
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10:55 15.10.2016
In der 15-minütigen Pause des Films haben sich die Besucher  ein Urteil gebildet  –  und per Gang durch eine Tür entschieden.
In der 15-minütigen Pause des Films haben sich die Besucher ein Urteil gebildet – und per Gang durch eine Tür entschieden. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdams Publikum hat entschieden: Freispruch! Bundeswehrpilot Lars Koch (Florian David Fitz) hat sich nicht des Mordes an 164 Menschen schuldig gemacht. So urteilten am Freitagabend 173 von 294 Besuchern im Thalia-Kino. Zuvor hatten sie Lars Kraumes um 20 Uhr Fernsehfilm „Terror – Ihr Urteil“ gesehen, waren den Plädoyers von Staatsanwältin (Martina Gedeck) und Strafverteidiger (Lars Eidinger) gefolgt – dann wurde der Film unterbrochen.

Hintergrund: Doppelter „Terror“ und die Frage der Schuld

Die Besucher hatten eine Viertelstunde Zeit zum Diskutieren und schritten nach dem Hammelsprung-Prinzip durch eine mit „Schuldig“ oder „Unschuldig“ beschriftete Tür wieder in den Kinosaal. Bereits um 19.30 Uhr feierte im Hans-Otto-Theater das von Regisseur Andreas Rehschuh eindrucksvoll inszenierte Stück Potsdam-Premiere. Im Theater plädierten 79 Besucher für Freispruch, 56 für eine Verurteilung.Es galt jeweils, Kochs Tat zu beurteilen, der ein Passagierflugzeug abschoss, um einen Terroranschlag auf ein mit 70 000 Menschen besetztes Stadion zu verhindern.

In der Gewalt von Terroristen: Ein Luftwaffenpilot schießt 164 Menschen ab und rettet damit 70000 Menschen das Leben. Dann steht er vor Gericht wegen Mordes: Schuldig oder nicht?

In dem Theaterstück „Terror“ steht geht es um einen Luftwaffenpiloten, der ein von Terroristen entführtes Flugzeug mit 164 Passagieren abgeschossen hat, um zu verhindern, dass es in ein voll besetztes Stadion mit 70.000 Menschen rast. Doch kann man Leben gegeneinander aufwiegen? Ist er des Mordes schuldig an 164 Menschen oder sollte es einen Freispruch geben? Das entscheiden Sie!

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Die Antwort auf die Schuld-Frage überlässt der Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach dem Publikum, das zu Kurzzeit-Schöffen wird. „Eine tolle, innovative Idee, die Zuschauer über den Ausgang entscheiden zu lassen“, so Kino-Marketingchefin Daniela Zuklic. Das gerade mit dem Bundesprogrammkinopreis geehrte „Thalia“ gehörte zu den handverlesenen Spielstätten der Republik, die „Terror“ zeigten – bevor der Film in der ARD läuft. Mit „Terror“ schrieb von Schirach erstmals ein Theaterstück, das im Herbst 2015 uraufgeführt wurde. Eine ausführliche Rezension der HOT-Inszenierung lesen Sie am Montag.

Info: Weitere Spieltermine am 22. und 27. Oktober, am 1., 13. und 25. November, am 15., 22. und 28. Dezember. „Terror“ läuft am 17. Oktober um 20.15 Uhr.

» In einer ersten Artikel-Fassung hieß es, dass die Kino-Zuschauer den Piloten „schuldig“ gesprochen haben. Dies war ein Fehler. Das Urteil war eindeutig: Freispruch.

Von Ricarda Nowak

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