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Potsdam Grüne wollen neue Mülltonne für Potsdam
Lokales Potsdam Grüne wollen neue Mülltonne für Potsdam
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00:22 23.02.2019
Der Plastikeimer gehört streng genommen nicht in die Gelbe Tonne. In der geplanten Wertstofftonne hingegen wäre er genau richtig. Quelle: Saskia Kirf
Potsdam

Die Potsdamer Grünen wollen die Mülltonnen-Familie der Landeshauptstadt verändern: Anstelle der Gelben Tonne für Verpackungsmüll plant die Partei eine Wertstofftonne. Dort dürften auch größere Gegenstände aus dem Haushalt entsorgt werden, etwa alte Töpfe, Kinderspielzeug oder Putzeimer. In der bisher genutzten Gelben Tonne und den Gelben Säcken hingegen landet ausschließlich Verpackungsmüll aus Kunststoff, Metall und den so genannten Verbundstoffen. Am Donnerstag wird sich der Umweltausschuss erstmals mit der Thematik befassen.

„Uns geht es darum, dass viel zu viele Wertstoffe in der Müllverbrennung landen, anstatt recycelt zu werden“, erklärt Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Andreas Walter. Ein Großteil des Verpackungsmülls in den Gelben Tonnen und Säcken würde nämlich gar nicht wieder aufbereitet werden, sondern entweder umweltschädlich verbrannt oder ins Ausland gebracht.

Potsdamer sind sehr genaue Müll-Trenner

Die Verantwortung dafür liegt, so Andreas Walter, allerdings nicht beim Verbraucher. „Die Bürger hier achten sehr auf korrekte Mülltrennung, aber sie können vieles mit bloßem Auge nicht sehen.“ Stattdessen trägt die Industrie Schuld an der mangelnden Recyclingquote. „Wenn sich die Hersteller auf einen gemeinsamen Wertstoff einigen könnten, wäre es viel leichter“, so der Stadtverordnete.

Die geplante Wertstofftonne soll nun Abhilfe schaffen. Anstatt die schwarze Hausmülltonne zu verstopfen, findet wiederverwertbarer Abfall dort eine vorerst letzte Ruhestätte. „Dadurch lässt sich in der weiteren Verarbeitung der Abfälle einiges erleichtern“, ist sich Andreas Walter sicher. Allerdings müssten die Entsorger dafür wohl ihre Trennsysteme umstellen.Weiterhin nicht in die Mülltonnen vor dem Haus gehören Elektrokleingeräte, Textilien, Holz und ausgediente Datenträger.

In Berlin gibt es eine gemeinsame Wertstofftonne schon seit sechs Jahren. Die Sprecherin der Berliner Stadtreinigung, Sabine Thümler, kennt die Statistiken dazu: „Etwa ein Fünftel dessen, was in den Wertstofftonnen landet, sind so genannten stoffgleiche Nichtverpackungen.“ Dieser sperrige Begriff bezeichnet Gegenstände, die aus dem selben Material sind wie eine Verpackung, aber eben gerade keine solche sind: Plastiksiebe, Metallpfannen, Blumenübertöpfe.

Aufstellung soll gratis sein

Die Hersteller von Verpackungen zahlen Geld für die Entsorgung – bei den Herstellern der Artikel aus dem selben Material, die nicht als Verpackung zählen, ist das aber anders. „Deshalb werden die Kosten der Entsorgung nicht gedeckt“, sagt Sabine Thümler. Die fehlende Summe wird dann über die Müllgebühren beim Verbraucher abgerechnet. Die Aufstellung der Tonnen hingegen soll auch in Potsdam die Bürger nichts kosten: Die bestehenden gelben Tonnen sollen einfach weiter genutzt und mit einem neuen Info-Aufkleber versehen werden.

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Die letzte gravierende Änderung an der Müllentsorgung in der Landeshauptstadt liegt drei Jahre zurück. Damals wurde einer gesetzlichen Vorgabe folgend flächendeckend die Biotonne in der Stadt eingeführt. Die Stadtverwaltung ist mit deren Bilanz zufrieden. „Seit Einführung der Biotonne gibt es einen positiven Trend bei der Sammlung des Bioabfalls in Potsdam“, sagt Stadtsprecher Markus Klier. „Das spiegelt sich vor allem in der stetigen Steigerung der eingesammelten Mengen sowie in der Qualität des daraus entstehenden Komposts wieder.“

In den rund 12.000 Braunen Tonnen im Stadtgebiet wurden im vergangenen Jahr 7.326 Tonnen Biomüll gesammelt. Im Vergleich zum ersten Jahr nach dem Start der Ökotonne war das eine Steigerung von mehr als 800 Tonnen. der Stadtsprecher führt das nicht nur auf das stetige Wachstum der Stadt zurück. „Das liegt auch am besseren Trennverhalten der Bevölkerung, wie jüngste Sortieranalysen bestätigt haben.“

Von Saskia Kirf

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