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Potsdam MAZ-Projekt „Potsdam ganz nah“: Die Innenstadt
Lokales Potsdam

Potsdams Innenstadt: Kapitel 4 der MAZ-Serie "Potsdam ganz nah" - der Überblick

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08:37 06.07.2021
Potsdam-Projekt Innenstadt-früher-heute Foto:Bernd Gartenschläger
Potsdam-Projekt Innenstadt-früher-heute Foto:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Im vierten Kapitel der MAZ-Serie „Potsdam ganz nah“ dreht sich alles um die Innenstadt – das Herz der brandenburgischen Landeshauptstadt. Der Teil der Stadt, der vom Wandel vermutlich mit am meisten betroffen war und ist. So behandelt beispielsweise der Kapitel-Überblick „Abriss, Aufbau, Anarchie“ die Wiederannäherung an den historischen Stadtgrundriss, das „Landtags-Stadtschloss“ als Anker dieser Entwicklung. Günther Jauch hat das Gebäude der Fachhochschule mal als „sozialistische Notdurftarchitektur“ gebrandmarkt und die Wiedererrichtung des Fortunaportals bezahlt.

Es ging in der Gesamtschau um die Stadtzerstörung nach dem Zweiten Weltkrieg und den so genannten Broadway als letzten Versuch, die alte Stadt zu retten. Hausbesetzungen und Straßenschlachten haben kurz nach der Wende die Innenstadt geprägt und erschüttert. Die Bundesgartenschau 2001 war als Signal des Aufbruchs willkommen für die ganze Stadt.

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In einer Umfrage haben sich Bewohner der Innenstadt zum Leben in der City bekannt, und Ex-Stadtbaudirektor Klaus Eichler erzählte, wie das Holländische Viertel in quasi letzter Minute gerettet wurde. Die Künstlerin Olga Maslo hat in dieser Ruinenlandschaft der Wendezeit gelebt und wohnt inzwischen wieder dort. Oliver Bertko war der letzte Mieter im Haus des Reisens am Platz der Einheit, das 2009 abgerissen wurde.

Rettung der Mitte

Die Rettung der historischen Mitte und die Bausünden der Nachwendezeit waren das Thema eines Interviews mit dem noch heute streitbaren früheren Baustadtrat Detlef Kaminski. Und Ex-Hausbesetzer Karl L. erzählte aus seinem eigenen wilden Leben.

Auseinandersetzungen zwischen Hausbesetzern und der Polizei Anfang der 1990er Jahre in Potsdam Quelle: Matthias Littwin

Frauke Röth kämpft heute um den Erhalt des Kreativhauses „Rechenzentrum“, und MAZ-Redakteur Rainer Schüler erinnerte sich an heiße Schulsportzeiten im Ernst-Thälmann-Stadion, an Friedensfahrten und Spartakiaden. Das Stadion wurde abgerissen.

Vorher und Nachher in Fotos

In Vorher-Nachher-Bildfolgen haben wir den Wandel unserer Innenstadt illustriert und vieles aus dem Dunkel des Vergessens wieder ans Licht geholt. Was hat sich verändert? Was ist verschwunden?

Die Gartensparte am Hinzenberg liegt ideal am Wasser und hat allen Begehrlichkeiten zur Überbauung widerstanden. Auch der ehemalige „Goldbroiler“ in der Straße am Kanal hat die Wende-Umbrüche überlebt. Er ist immens beliebt, nicht nur im Kiez.

Was sich in der Innenstadt verändert hat, beleuchten die Buchhändler Jens und Steffen Bellin, deren „Internationales Buch“ gleichfalls ein Überlebender des DDR-Einzelhandels ist. Und die Bornstedterin Kerstin Mandl berichtet, wo sie auf der Brandenburger Straße zu sozialistischen Zeiten einkaufen war, wie gut die tägliche Versorgung war, was geblieben ist von den Läden und ihren künstlerischen Hauszeichen – fast gar nichts.

Schon in den frühen Neunziger Jahren plante die Stadt Potsdam, den Innenhof im Barock-Karree hinter dem Nikolaisaal mit Wohnungen zu bebauen. Doch erst 2016 war das Quartier fertig. Vera Poppe erzählt, wie es sich im jüngsten Kiez der Innenstadt lebt.

Einen Blick auf 30 Jahre Nachwendezeit wagte der frühere Leiter der Stadterneuerung, Dieter Lehmann: Nicht alles ist wirklich gut gelaufen in diesen drei Jahrzehnten. 

Lesen Sie auch: Potsdams Innenstadt: Woher die Menschen kamen und wohin sie gingen

Neue Bewohner in der Speicherstadt

Und weiter geht es mit Blicken in die Speicherstadt, in die Ex-Baustadtrat Kaminski niemals ziehen würde, deren Bewohner sich aber überwiegend wohl fühlen – je näher am Wasser, desto teurer ist das Wohnen aber auch. Künstler, die noch in der ruinösen Speicherstadt ihre Ateliers hatten, finden die neue Speicherstadt nur noch „ohne alle Begriffe von Ästhetik“.

Die Speicherstadt heute Quelle: Rainer Schüler

Im Zentrum-Ost war Hannelore Dollase eine Erstbezieherin. Vieles hat sich zum Guten verändert, findet sie, vieles wurde aber auch schlechter, die Ladenstruktur zum Beispiel. Im Turm der Heilig-Geist-Seniorenresidenz, die der Heilig-Geist-Kirche auf moderne Art nachempfunden worden ist, spielen betagte Rentner begeistert Bingo und genießen die seltene schöne Aussicht. Und apropos Höhe: Wir fragen, wie hoch die Hochhäuser von Potsdams Mitte sind. Immerhin 20 davon gibt es, die höher sind als 22 Meter.

Von Rainer Schüler

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