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Potsdam Potsdams Kinder wollen Holzspielgeräte
Lokales Potsdam Potsdams Kinder wollen Holzspielgeräte
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08:16 24.04.2015
Die Schüler der Potsdamer Waldorfschule testeten das Angebot auf Spielplätzen genau.
Die Schüler der Potsdamer Waldorfschule testeten das Angebot auf Spielplätzen genau. Quelle: Privat
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Potsdam

Wer kann am ehesten sagen, ob ein Spielplatz gut ist oder nicht? „Erwachsene können das nicht beurteilen, die spielen da ja nicht“, erklärt der 9-jährige Janosch Finn Kastner, der am Mittwoch am Spielplatzcheck in der Waldstadt teilnahm, bestimmt. Einen Vormittag lang waren rund 90 Kinder der Potsdamer Waldorf-Schule unterwegs, um die Qualität von Spielplätzen und Sportflächen der Umgebung zu beurteilen. In vier Gruppen waren die Schüler der dritten und vierten Klasse aufgeteilt, 21 Spielplätze standen auf ihrem Programm. In den Ferien hatten sich zuvor zudem Kinder vom Hort Rasselbande und der Kita Spatzenhaus an der Aktion beteiligt. Eingeladen dazu hatte der Arbeitskreis Stadtspuren und das Kinder- und Jugendbüro Potsdam.

Mit der Fantasie mitgehen

Matilda Lass aus Potsdam erzählt: „Wir sind losgegangen, um die Spielplätze anzugucken. Dann haben wir gesagt, was schlecht ist und was gut ist.“ Die Kleinen verteilten anschließend Noten. Zigarettenstummel und kaputte Wippen wurden bemängelt, Vorschläge für ein neues Spielgerät machten die Mädchen und Jungen ebenfalls, sagt Janosch Finn. Mit seiner Gruppe hat er vier Spielplätze besucht, jeweils zehn bis 15 Minuten sollten die Kinder den Spielplatz dann auf seine Tauglichkeit testen. Den Kauflandspielplatz fand seine Gruppe am besten, berichtet Janosch Finn. „Da konnte man richtig tolle Sachen machen und mit seiner Fantasie mitgehen“, erzählt Janosch Finn begeistert.

Nach einem erlebnisreichen Vormittag durften die Kinder ihre Spielplatzeinschätzung dann den Erwachsenen präsentieren. Dazu hatten sie Zettel mit Anmerkungen und den Noten auf Stellwände befestigt. Dabei wurde schnell klar, dass es sinnvoll ist, Kinder mit der Bewertung zu beauftragen: An manche Spielgeräte seien sie nur mit Hilfe ihrer Lehrer rangekommen, auf einem anderen Spielplatz nervte, dass die Schuhe nach wenigen Minuten des Rumtobens voller Kieselsteine waren.

Der Traum-Spielplatz als Vorbild

Zur Präsentation waren auch Vertreter der Wohnungswirtschaft und Rathausmitarbeiter gekommen. Sylvia Peukert vom Bereich Grünflächen machte bei der Gelegenheit den Vorschlag, sich besser mit den anderen Spielplatzbetreibern zu vernetzen. Der Vorschlag wurde auch von Carsten Hagenau vom Arbeitskreis Stadtspuren begrüßt. „Die Mängel wollen wir beseitigen. Und in Zukunft mit städtischen Partnern enger zusammenarbeiten“, sagte Hagenau der MAZ. Marcus Korschow aus dem Vorstand der Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft war ebenfalls bekommen, obwohl keiner der bewerteten Spielplätze seiner Genossenschaft gehören. „Mich interessiert das, man kann es bei zukünftigen Spielplätzen bedenken“, sagte der 46-jährige Berliner. Auch das Plakat „Der perfekte Spielplatz“ zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Hier duften die Schüler noch mal nach Herzenslaune und unabhängig von dem tatsächlichen Angebot auf Spielplätzen Vorschläge für den Traum-Spielplatz machen. „Es gibt natürlich Unterschiede zwischen Bauvorschriften und dem, was Kinder wollen“; sagte Korschow. „Aber wir wissen dann schon mal, was man besser machen könnte.“

Plastikspielgeräte sind unbeliebt

Zum dritten Mal hatte das Kinder und Jugendbüro Potsdam den Spielplatzcheck organisiert. Zuvor hatten Kinder bereits ihre Meinung zu Spielplätzen in Babelsberg und Drewitz sagen können. Manuela Neels vom Kinder- und Jugendbüro freut sich, dass auch Vorschläge der Kleinen umgesetzt werden konnten, etwa eine große Seilbahn für einen Spielplatz an der Konrad-Wolf-Allee. Auch die Ergebnisse des jetzigen Spielplatz-Checks werden ausgewertet, zu Papier gebracht und an Vertreter der Stadt und Wohnungswirtschaft weitergeleitet. „Ich finde es toll, dass die Kinder so viele Vorschläge und Kritikpunkte hatten“, sagt Neels. Schon vor der Auswertung merke man etwa, dass die Kleinen Holz- statt Plastikspielgeräte bevorzugen und dass ihnen generell die Naturnähe an Spielplätzen wichtig ist.

Für die fleißigen Spielplatzchecker gab es indes abgesehen von dem schulfreien Tag eine weitere Überraschung: Daniela Kobelt von der Biosphäre Potsdam hatte kleine Geschenke dabei und außerdem einen Gutschein für den Besuch der Tropenhalle.

Von Anne-Kathrin Fischer

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