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Potsdam Fachkräftemangel: Potsdams Klinikum wirbt in Osteuropa Pflegekräfte
Lokales Potsdam Fachkräftemangel: Potsdams Klinikum wirbt in Osteuropa Pflegekräfte
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01:15 13.03.2019
Haupteingang des Potsdamer Kllinikums „Ernst von Bergmann“. Quelle: Varvara Smirnova
Innenstadt

Das städtische KlinikumErnst von Bergmann“ wirbt bei anhaltendem Fachkräftemangel verstärkt Pflegekräfte aus Osteuropa an. Das hat Sprecherin Damaris Hunsmann auf MAZ-Anfrage bestätigt. Aktuell arbeiten nach ihren Angaben sieben internationale Krankenpfleger sowie 18 Pflegehelfer im Stammhaus. Die Helfer sollen nach bestandener Anerkennungsprüfung ebenfalls als Krankenpfleger weiterbeschäftigt werden.

30 Pflegekräfte im Herbst

Zusätzliche elf internationale Pflegehelfer würden in den nächsten drei Monaten, weitere 30 im Herbst erwartet. „Genaue Zeitpunkte können wir hier nicht benennen“, sagte Hunsmann, „da die Visa-Antragsverfahren unterschiedliche Zeit in Anspruch nehmen.“

Weiteren Zuwachs erhofft sich das Klinikum aus dem Kreis von 70 ausgebildeten internationalen Krankenpflegern, die m vergangenen Jahr in Potsdam hospitierten. Auch in diesem Jahr würden 70 Hospitanten erwartet: „Wir planen für das Jahr 2020, mindestens 30 von ihnen einzustellen“, sagt Hunsmann.

Pflege in der Krise

Alle Hospitanten nehmen nach Angaben der Sprecherin „bereits in ihren Heimatländern an Deutschkursen teil“. Kooperationspartner des Klinikums seien die Medizinische Universität Kiew, sowie „diverse Berufsfachschulen aus der Ukraine, Moldawien und Serbien“.

59 Mitarbeiter sollen 2019 aus der hauseigenen Gesundheitsakademie kommen. Weniger Erfolg war der Kampagne „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ beschieden. Die 500 Euro Vermittlungsprämie wurde laut Hunsmann seit 2016 erst fünf Mal ausgezahlt.

Pflege in der Krise:

Alles schnell, schnell: Eine Krankenschwester berichtet

Fachkräftemangel am Klinikum – Was tun?

Das Klinikum hat wie die Gesamtbranche mit Personalnot zu kämpfen. Mitarbeiter demonstrierten mehrfach für mehr Personal und eine bessere Bezahlung. Tatsächlich wuchsen Betten- und Patientenzahl im Klinikum in den vergangenen Jahren schneller als die personelle Besetzung in der Pflege.

Die Anzahl der Betten im Stammhaus ist laut Hunsmann zwischen 2004 und 2018 um 13 Prozent von 1043 auf 1183 angewachsen. Die Patientenzahl entwickelte sich im selben Zeitraum mehr als doppelt so schnell. Wurden 2004 noch 35.590 Patienten versorgt, waren es 2018 bereits 45.995 Patienten. Das ist eine Zunahme um 29 Prozent.

Die Anzahl der Pflegekräfte wuchs im gleichen Zeitraum auf Vollzeitstellen gerechnet um 24 Prozent von 788 auf 980 Mitarbeiter.

Im Stammhaus des Klinik-Konzerns ist neben dem städtischen Krankenhaus die Kinderabteilung untergebracht, die über eine mit dem Brandenburger Klinikum gebildete Tochtergesellschaft geführt wird.

Die 15 Gesellschaften des Klinikkonzerns in Potsdam, Bad Belzig und Forst haben fast 3850 Mitarbeiter. Bei der Gehaltsentwicklung der Pflegekräfte orientiert sich Potsdam am Klinikum in Brandenburg. Der Grund: Der letzte Tarifvertrag für das nichtärztliche Personal in Potsdam sei Mitte 2017 ausgelaufen, ohne dass die Gewerkschaft Verdi neue Tarifverhandlungen aufgenommen hätte.

Verdi-Sprecher Andreas Splanemann bestätigte auf Anfrage, das sei „aus Sicht von Verdi die günstigere Variante, als zu versuchen, mit Tarifverhandlungen eine eigene Lösung zu finden“.

Von Volker Oelschläger

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