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Potsdam Im Norden Potsdams formiert sich Widerstand gegen Krampnitz
Lokales Potsdam Im Norden Potsdams formiert sich Widerstand gegen Krampnitz
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11:06 07.08.2019
Werbung für Krampnitz. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam

Im Norden der Landeshauptstadt formiert sich Widerstand gegen den Ausbau der alten Krampnitzer Kaserne zum neuen Wohngebiet mit mehr als 10.000 Einwohnern. Der neue Fahrländer Ortsvorsteher Stefan Matz (Bürgerinitiative Fahrland) forderte am Montagabend im Bürgertreff Neu Fahrland ein Moratorium, bis die offenen Fragen zur Verkehrsanbindung geklärt sind. Lediglich beim ersten Bauabschnitt, in dem die Deutsche Wohnen Berlin zumeist denkmalgeschützte Kasernengebäude für rund 3.500 Einwohner sanieren und ausbauen soll, sei „der Drops gelutscht“, so Matz. Denn die ersten Baugenehmigungen dafür seien schon bald zu erwarten.

Zu dem offenen Treffen eingeladen hatte die Neu Fahrländer Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis), die schon seit geraumer Zeit vor den Risiken der ungeklärten Verkehrsanbindung von Krampnitz warnt. Auch am Montag wurde die Insel Neu Fahrland als „Engpass“ mehrfach thematisiert. Doch die neue Straßenbahn, die vom Campus Jungfernsee über Krampnitz bis Fahrland führen soll, ist längst nicht das einzige Problem. Wie berichtet, ist neben zwei Brückenneubauten und einer Untertunnelung der Bundesstraße 2 im Landschaftsschutzgebiet auch der Erwerb von Grundstücken für die Tramtrasse nach Norden noch völlig ungeklärt.

Matz und der Marquardter Ortsvorsteher Peter Roggenbuck (ANW) forderten ebenso den Ausbau des Bahnhofs Marquardt zum Verkehrsknotenpunkt und als Umsteigemöglichkeit. Vor Krampnitz sollte die Querverbindung nach Marquardt per Bus und Radweg stehen, sagte Roggenbuck: „Zwölf Minuten fährt man von uns bis Potsdam Hauptbahnhof“, das sei eine Möglichkeit, den Verkehr „entgegengesetzt zu entzerren“, sprich: Krampnitz auf einem anderen Weg als über die Bundesstraße und Neu Fahrland mit der Innenstadt zu verbinden. Klockow kritisierte, dass die aktuelle Verkehrsplanung noch aus der Zeit stamme, als Krampnitz lediglich zu einem Stadtteil für 3.500 Einwohner ausgebaut werden sollte. „Völlig vernachlässigt“ wurde laut Matz bei den bisherigen Plänen die Anbindung nach Berlin mit dem Auto. Die Bundesstraße 2 werde das „nicht mehr schaffen“, sagte der Ortsvorsteher. Mindestforderung sei eine Busspur nach Groß Glienicke und eine Schnellbusverbindung nach Spandau.

Weitere Forderungen der Fahrländer, zu deren Gemeindegebiet Krampnitz aktuell noch gehört, sind unter anderem der Verzicht auf den Bau von Hochhäusern über Baumwipfelhöhe, eine Begrenzung der Einwohnerzahl für Krampnitz auf unter 10.000 und der Schutz von Altbäumen. Der 38 Meter hohe Uhrenturm am Eingang der alten Kaserne müsse der höchste Punkt bleiben, um alten Sichtbeziehungen Rechnung zu tragen, sagte der Fahrländer Ortsvorsteher. Matz und Klockow appellierten an die Anrainer im Norden, sich bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zur beabsichtigten Änderung des Flächennutzungsplans sowie zu sechs Bebauungsplänen für Krampnitz mit Anregungen und Kritik aktiv einzubringen. Die Fristen endeten bei den Bebauungsplänen am 5. Juli und beim Flächennutzungsplan am 17. Juli.

Neben Fahrland, Neu Fahrland und Marquardt waren Eiche, Satzkorn und Bornstedt in der fast 40 Teilnehmer starken Runde vertreten. Keinen Vertreter hatte Groß Glienicke entsandt. Matz stellte auf dem Treffen eine Stellungnahme der Bürgerinitiative Fahrland vor, die am Montagabend auch auf der Internetseite www.leben-in-fahrland.de veröffentlicht wurde. Er warb für Unterschriften: „Wir werden das so abgeben.“ Das Wichtigste sei, dass „so viele Leute wie möglich sich beteiligen und eine Stellungnahme abgeben, dass sich so viele wie möglich beteiligen“, so der Ortsvorsteher: „Denn unter dem Strich geht es um den Norden.“

Von Volker Oelschläger

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