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Potsdam Potsdams Oberbürgermeister reist in die Flüchtlingslager von Lesbos
Lokales Potsdam Potsdams Oberbürgermeister reist in die Flüchtlingslager von Lesbos
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06:36 26.02.2020
Überfülltes Lager Moria auf der Insel Lesbos. Quelle: AP
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Potsdam

Die Situation im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wird für die dort ausharrenden Menschen immer unerträglicher. Vom 27. bis 29. Februar reist eine Delegation aus Land, Potsdam, Kirche und der Bewegung Seebrücke nach Griechenland, um den Menschen dort ihre Solidarität auszudrücken, darunter auch Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). Die Delegation besucht ein Lager für unbegleitete Kinder und das berüchtigte Lager Moria. Geplant ist zudem ein Treffen mit dem Bürgermeister von Lesbos.

Aufnahmebereite Kommunen wollen helfen

In Lagern, die für 3.000 Menschen angelegt seien, seien derzeit mehr als 20.000 Flüchtlinge untergebracht, teilen die Kirche und Seebrücke in einer Pressemitteilung mit. Sämtliche Initiativen, wenigstens Familien oder Schutzbedürftige anderweitig unterzubringen oder ausreisen zu lassen, sind bislang gescheitert. Demgegenüber stehen in Deutschland tausende Plätze in aufnahmebereiten Kommunen und Städten bereit, die nicht genutzt werden können.

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Teilnehmen an der Fahrt werden der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Martin Dutzmann, der Staatssekretär für Integration des Berliner Senats, Daniel Tietze, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Mike Schubert, der Erste Bürgermeister der Stadt Rottenburg, Thomas Weigel, sowie Liza Pflaum von Seebrücke.

Lager-Besuch und Treffen mit Bürgermeister auf Lesbos

Am 27. Februar trifft sich die Delegation in Athen mit Vertretern von Hilfsorganisationen und besucht ein Lager für unbegleitete Kinder. Am 28. Februar sind die Delegationsteilnehmer auf Lesbos und besuchen Moria einschließlich der Lagerteile außerhalb des offiziellen Geländes. Geplant ist außerdem ein Treffen mit dem Bürgermeister von Lesbos, Spyros Galinos.

„Das Leid der Schutzsuchenden in Moria ist der Europäischen Union unwürdig“, sagt Prälat Martin Dutzmann, „Familienzusammenführungen wären ein hilfreicher Weg Griechenland - und viele Geflüchtete - zu unterstützen. Gerade Deutschland lehnt diese Gesuche aber viel zu oft ab.“ Berlin und Potsdam sind bereit, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen.

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„Besonders schutzbedürftig sind Kinder und Jugendliche ohne Begleitung, die unter unhaltbaren Zuständen in Flüchtlingslagern am Rande Europas leben“, sagt Berlins Staatssekretär Tietze. Potsdams OB Schubert ergänzt: „Einen langfristigen und solidarischen Weg der EU für die Verteilung der Geflüchteten halte ich für wünschenswert, er ist aber aufgrund nicht zuletzt von Staaten wie Österreich und Ungarn in weiter Ferne. Dass es keine europäische Lösung gibt darf aber nicht heißen, den Menschen nicht zu helfen beziehungsweise die Lasten allein den Mittelmeerstaaten zu überlassen. Wir dürfen nicht tatenlos zusehen.“

Potsdam hatte Im Januar die ersten 25 aus Seenot geretteten Flüchtlinge aus überfüllten Lagern aufgenommen. Die Landeshauptstadt koordiniert das Bündnis „Städte Sichere Häfen“, das Flüchtlinge aus Seenot aufnehmen will, und wurde dafür auch mit dem „Innovation in Politics Award“ ausgezeichnet.

Von MAZonline

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