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Potsdam Potsdams Tagesmütter haben jetzt ein Sprachrohr
Lokales Potsdam Potsdams Tagesmütter haben jetzt ein Sprachrohr
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00:17 30.03.2017
Petra Wuttke betreut im Ortsteil Fahrland insgesamt fünf Kinder und ist Sprecherin der neu gegründeten Regionalgruppe der Kindertagespflegepersonen. Quelle: Foto: Christel Köster
Potsdam

Um im wachsenden Potsdam für alle Kinder Betreuungsplätze anbieten zu können, sind sie unersetzlich. Trotzdem müssen sie immer noch um Anerkennung kämpfen. Nun haben Tagesmütter und -väter ein Sprachrohr: In der Landeshauptstadt hat sich eine Regionalgruppe der Berufsvereinigung der Kindertagespflegepersonen gegründet, die gleich einen Strauß mit dem Jugendamt auszufechten hat: Am 1. April soll eine umstrittene Richtlinie in Kraft treten, die die Finanzierung von Tagespflege neu regelt.

„Wir sind nicht damit einverstanden, dass der Sachkostenzuschuss nahezu halbiert werden soll“, sagt Petra Wuttke, Sprecherin der Regionalgruppe. Die 50-Jährige arbeitet seit 2005 als Tagesmutter und betreut in Fahrland fünf Kinder. Bislang wurden den Selbstständigen vom Jugendamt monatlich pro Kind 150 Euro für Sachkosten gezahlt, künftig nur noch 81. Mit dem Betrag müssen Spiel- und Bastelsachen und Verpflegung gekauft, Reinigung, Bürokosten, Fortbildungen und Versicherungsbeiträge finanziert werden. „Der Sachkostenzuschuss reicht schon jetzt oft nicht aus“, ergänzt Vize-Sprecherin Lieselotte Bielz-Erman, Tagesmutter in Babelsberg. „Anders als Kitas können wir zum Beispiel nicht in großen Mengen einkaufen, für die es Rabatte gibt“, erklärt sie.

Stadt hält die Richtlinie für transparent

Die Finanzierung soll durch die Novelle „transparenter und in erster Linie fairer“ gestaltet werden, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. Der Sachaufwand sei „in Abgleich mit bekannten Standards und mit dem Blick auf die Entwicklung im Land Brandenburg und im Bundesgebiet“ neu bewertet worden. Brunzlow weist zudem darauf hin, dass gleichzeitig andere Posten wie etwa der Mietzuschuss neu geregelt werden. „ In der Regel erhalten die Tagespflegestellen spürbar eine höhere Aufwandsentschädigung und haben deutlich mehr Flexibilitätsspielraum“, sagt Brunzlow.

Für viele Tagesmütter bringe die Novelle keine Verbesserung, sagt hingegen Petra Wuttke und gibt eine Beispielrechnung: Eine Tagespflegeperson betreut fünf Kinder in angemieteten Räumen. Nach der alten Richtlinie erhält sie 5 x 150 Euro , insgesamt also 750 Euro Sachkostenpauschale pro Monat. Zudem bekommt sie 150 Euro Mietzuschuss. Diese beträgt 350 Euro für 45 Quadratmeter plus Nebenkosten, sie muss also 320 Euro aus eigener Tasche finanzieren.

Nach neuer Richtlinie bekommt sie 5 x 81 Euro, als 405 Euro, für Sachkosten. Wenn sie die Qualität halten will, gibt sie aber immer noch 750 Euro aus. Die Kaltmiete von 350 Euro wird jetzt komplett übernommen. Für die Nebenkosten bekommt sie zwei Euro pro Quadratmeter, also 90 Euro. Fazit:Vorher hat die Tagemutter ihre Miete mit 320 Euro selbst getragen, jetzt muss sie knapp 330 Euro Sachkosten aus eigener Tasche finanzieren – und die restlichen Nebenkosten.

Weiteres Ärgernis für die Tagesmütter: Betreuerinnen ohne pädagogische Ausbildung erhalten durchschnittlich nur 85 Prozent der Vergütung im Vergleich zu Kolleginnen mit Fachausbildung. „Die Arbeit mit den Kindern unterscheidet sich aber nicht, von allen wird dieselbe Qualität verlangt“, sagt Petra Wuttke. Die Stadt sieht in der unterschiedlichen Behandlung einen Anreiz zur Weiterqualifizierung – die für die Tagesmütter aber nicht billig ist.

Der Jugendhilfeausschuss wird sich am Donnerstag mit der Richtlinie befassen und sein Votum abgeben. Die Tagesmütter wollen vor Ort sein und ihre Meinung sagen. Wie – ohne Erfolg – bereits schon einmal im Oktober. „Wir haben keine Lobby“, sagt Lieselotte Bielz-Erman. Doch durch die neue Regionalgruppe soll sich das nun ändern.

Betreuung in kleinen Gruppen

In Potsdam betreuen 90 Kindertagespflegepersonen, überwiegend Frauen, 403 Kinder.

Tagesmütter- und väter arbeiten selbstständig und betreuen zu Hause oder in angemieteten Räumen Kinder bis zum dritten Lebensjahr in Gruppen von maximal fünf Kindern. Sie werden vom Jugendamt zugelassen. In Potsdam sind sie bislang organisatorisch an vier Träger assoziiert.

Von Marion Kaufmann

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