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Potsdam Uferweg-Aktivisten sind alarmiert
Lokales Potsdam Uferweg-Aktivisten sind alarmiert
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18:17 07.08.2018
Walter Raffauf vor einer Sperre auf dem Uferweg am Griebnitzsee. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam/Berliner Vorstadt

Der einstweilige Verzicht der Stadt auf eine Verlängerung des Uferweges am Tiefen See von der Schiffbauergasse über das Grundstück der Villa Tummeley sorgt für heftige Kritik. Für das Gebiet am Tiefen See gebe es einen gültigen Bebauungsplan, sagte gestern Walter Raffauf als Sprecher der Initiative Griebnitzsee für Alle: „Die Stadt sollte jede sich bietende Gelegenheit nutzen, den Uferweg zu verlängern.“ Wenn jetzt ein weiterer Schritt gemacht werden könne, „sollte dies geschehen. Sonst wird das Ziel nie erreicht“.

Als „Schutzbehauptung“ bezeichnete Matthias Frey vom Verein „Freies Groß Glienicker Ufer“ die Erklärung der Stadt, ohne eine weiter führende Verlängerung des Uferwegs entstünde eine „Sackgasse“, die „kein attraktiver Uferweg“ und für Besucher „eher enttäuschend“ wäre. „Dort auf einer Bank verweilend, den Blick über den See hin zum Babelsberger Park genießen, kann keine Enttäuschung sein“, sagte Frey: „Wohlgemerkt für die Besucher! Anders sehen es wahrscheinlich die Immobilienbesitzer. Verzichtet deshalb die Stadt auf das Stück Uferweg?“

Freys Mitstreiter Andreas Menzel warnte, Gegner eines öffentlichen Uferweges könnten später vor Gericht erklären, dass ein dringendes öffentliches Interesse offenbar nicht vorgelegen habe.

Rathaussprecherin Christine Weber hatte auf MAZ-Anfrage bestätigt, dass die schon seit Jahren geplante Verlängerung des Uferwegs um 100 Meter über das Grundstück der Villa Tummeley ausgesetzt sei, weil zunächst auch die Öffnung der im Norden anschließenden Grundstücke bis zum Aldi-Markt geklärt werden soll.

Die Villa im Tudor-Stil soll bis Mitte 2019 zur hochpreisigen Wohnimmobilie ausgebaut werden. Laut Homann ist das Wegerecht der Stadt vertraglich gesichert. Es werde „keinen Verzicht“ geben. Griebnitzsee-Aktivist Raffauf sagte, es sei „wegen der kleinteiligen Eigentumsverhältnisse illusorisch, den Weg auf einmal zu realisieren“.

Teils kontroverse Stellungnahmen kamen von einigen Oberbürgermeisterkandidaten. „Eine Verlängerung des öffentlichen Uferweges“ werde es „nun vermutlich auf Jahrzehnte nicht geben, auch wenn die Stadt betont, dieser sei im städtebaulichen Vertrag gesichert“, sagte Janny Armbruster (Grüne): „Nach den Erfahrungen am Griebnitzsee oder in Groß Glienicke glaubt doch wohl niemand, dass in der Lage bei den Kaufpreisen die künftigen Eigentümer flanierende Familien oder Radelnde als Aussicht genießen wollen.“

Martina Trauth (Linke) nannte es „ein wichtiges Zeichen, dass der Weg so schnell wie möglich geöffnet wird – selbst wenn es zunächst eine Sackgasse ist“. Die Wegerechte müssten „so schnell und so weit wie möglich gesichert werden“, sagte Lutz Boede (Die Andere).

Uferwege machen dann Sinn, wenn sie gesamtkonzeptionell geplant und realisiert werden können“, sagte Götz Friederich (CDU). Seine Empfehlung: „Eine grundsätzlich Planung aufzusetzen und prüfen, ob und inwieweit ein derartiger Uferweg überhaupt insgesamt realisiert werden kann.“

Uferweg Speicherstadt bis 2022 gesperrt

Der Uferweg in der Speicherstadt bleibt laut Stadtverwaltung noch bis 2022 gesperrt. Der Weg wurde 2017 mit Baubeginn in der nördlichen Speicherstadt gesperrt und über die Leipziger Straße umgeleitet. Er könne aus Sicherheitsgründen erst nach Abschluss des Hochbaus und der Fertigstellung des neu gestalteten Ufergrünzuges frei gegeben werden.

Angekündigt sind unter anderem eine Sanierung der Kaimauer; die Uferspundwand soll durch ein Schrägufer ersetzt werden, das Passanten den Zugang zum Wasser ermöglicht. Der neue Uferweg werde barrierefrei, vier Meter breit, beleuchtet, für Fußgänger und Radfahrer ausgebaut. Auch der Uferweg „Wasserweg Leipziger Straße“ werde bis 2022 realisiert sein, so das Rathaus.

Nach der Fertigstellung werde man von Klein Glienicke aus ohne Straßenquerungen entlang der Havel über die Speicherstadt bis Hermannswerder mit dem Fahrrad fahren oder spazieren können. Anschlüsse gibt es auf der Templiner Straße Richtung Caputh oder nach dem Übersetzen mit der Fähre zum Kiewitt am Templiner See Richtung Pirschheide.

Von Volker Oelschläger

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