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Potsdam Verkehrsbetrieb experimentiert mit Elektroantrieb
Lokales Potsdam Verkehrsbetrieb experimentiert mit Elektroantrieb
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00:29 01.07.2019
Obusse mit Stromversorgung aus der Oberleitung verkehrten in Babelsberg bis in die 1990er Jahre. Quelle: ViP
Potsdam

Die Verkehrsbetriebe in Potsdam (ViP) wollen ihre Dieselbusflotte ab 2020 schrittweise durch alternativ angetriebene Fahrzeuge ersetzen. Das hat das Rathaus auf Anfrage des Stadtverordneten Sascha Krämer (Linke) mitgeteilt. Dabei geht es in erster Linie um die Umstellung auf Elektroantrieb.

Der von Krämer angeregte Aufbau eines Obus-Netzes mit sogenannten Elektrobybridbussen, die mit Strom aus der Oberleitung und per Batterieantrieb fahren könnten, sei für den ViP zur Zeit aber kein Thema: „Aufgrund der hohen Investitionskosten für die Infrastruktur und dem damit steigenden Zuschussbedarf für den Betrieb, wird der Ausbau eines Hybrid-Oberleitungsbusnetzes vorerst nicht verfolgt“, schreibt die Verwaltung.

Zwar habe eine Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums schon 2015 „Potenziale für HO-Busse“ aufgezeigt. Allerdings müssten auch „die damit verbundenen zusätzlichen Investitionskosten berücksichtigt werden“.

Der Studie zufolge koste ein Kilometer Oberleitung 350.000 Euro, 1,72 Millionen Euro seien pro Linie für Unterwerke nötig, 240.000 Euro je Linie an Kosten für Ladesäulen auf dem Betriebshof. Für Potsdam würde das „in einer groben Schätzung“ 13,5 Millionen Euro allein für Oberleitungen bedeuten, so die Verwaltung.

O-Bus 1962 vor dem Kulturhaus Babelsberg. Quelle: Dieter Pein

Obusse verkehrten in Babelsberg bis 1995. Dann wurden sie abgeschafft. Krämer kommentierte, er sei sich „unschlüssig“, ob das Prinzip des Hybrid-Oberleitungsbusses „richtig verstanden“ sei: „Die brauchen keine Ladestation. Das läuft über die Oberleitung. Und Abschnitte ohne Oberleitung können bis zu 30 Kilometer lang sein.“ Er wünsche sich, dass sich die Stadt „diese Option offenhält“, so Krämer: „Eine Machbarkeitsstudie wäre hilfreich.“

Laut Rathaus haben die ViP schon mehrfach mit Elektroantrieb im Busverkehr experimentiert. Ein erster Test wurde 2013 abgebrochen, weil der übliche Linieneinsatz des Busses bei langen Ladezeiten und geringer Reichweite „nicht möglich“ war.

Ein zweiter Test bis 2016 mit Diesel- und Elektroantrieb brachte zwar Kraftstoffeinsparungen, allerdings war auch dieser Bus nicht voll einsetzbar. Nach zwischenzeitlichen Messungen lag der CO2-Ausstoß der ViP-Busflotte bei 5600 Tonnen jährlich. Damit liege der Anteil der Dieselbusse an den Gesamtemissionen des Stadtverkehrs „deutlich unter drei Prozent“, bezogen auf alle Emissionen in der Stadt „sogar unter einem Prozent“, so das Rathaus.

Von Volker Oelschläger

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