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Potsdam Jenseits von Kenia
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08:04 17.07.2018
Sharon Kimari führt den Wellness- und Kosmetiksalon „Heart of Africa“ und setzt auf traditionelle afrikanische Rezepte und moderne Forschung. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Es braucht ein wenig Wums, die große, blau-verwaschene Holztür zum Haus Nummer 18 in der Posthofstraße aufzudrücken. Dahinter geht alles wie von selbst: Ein paar Schritte sind es nur durch den schummrigen Flur zurück ins Tageslicht. Weiter geht’s durch den wild-romantischen Garten hin zur Remise, wo schon Sharon Kimari nach dem Besuch Ausschau hält. Oft, erzählt sie, steht sie hier und wartet, wartet, wartet. „Der Weg bringt einen schon runter“, sagt die 33-Jährige. Viele ihrer Kunden verlieren sich für einen Moment in diesem stillen, grünen Reich und in Gedanken. Sie gebe ihnen gern die Zeit, sagt Sharon Kimari. Abschalten, sich wohlfühlen, Körper, Geist und Seele in Einklang bringen – darum geht es in ihrem Wellness- und Kosmetikstudio „Heart of Africa“.

„Dann kam so ein Kick und ich wusste, ich muss es jetzt wagen“

Sharon Kimari ist in Kenia geboren und aufgewachsen. Als Au Pair kam sie aus dem Osten Afrikas in den Osten Deutschlands – das war vor 14 Jahren. Sie verliebte sich hier, gründete eine Familie (die drei Töchter sind elf und sieben) und nun auch ihr eigenes kleines Unternehmen. „Ich hatte nicht nur einmal den Gedanken, mich selbstständig zu machen“, sagt Sharon Kimari. „Es hat aber ein wenig gedauert, bis ich so weit war.“ Die zertifizierte Fachfrau für Wellness und Kosmetik arbeitete nach der Ausbildung zunächst im Resort Schwielowsee und danach – um näher an der Familie zu sein – in einem Studio an der Zeppelinstraße. „Ich war immer zufrieden in meinem Beruf“ sagt Sharon Kimari: „Dann aber kam so ein Kick und ich wusste, ich muss es jetzt wagen.“

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Seit einem Jahr nun arbeitet Sharon Kimari da, wo sie mit ihrer Familie auch lebt. Ganz hinten, am Ende des Gartens führen zwei flache Klinker-Stufen vom weichen Rasen hinein in die kleine, duftende Praxis. Die Wände sind orangerot wie die Wüste, der Boden ist mit Dielen ausgelegt. Sharon Kimari arbeitet am liebsten barfuß. „Das ist meine Erdung“, sagt sie.

Uralte Rezepte treffen auf neueste Hautpflege-Forschung

Afrika steht nicht nur auf dem Klingelschild drauf – es steckt auch ganz viel Afrika in der Praxis drin. „Als erster Salon in Deutschland arbeite ich mit Kalahari-Kosmetik“, sagt Sharon Kimari. „Kalahari kombiniert die uralten Rezepte der Ureinwohner mit der neuesten Hautpflege-Forschung und setzt auf Pflanzenextrakte, Ton- und Fruchtenzyme aus Afrika.“

Sharon Kimari hat ein breites Portfolio. „Ich möchte nicht einseitig arbeiten“, sagt sie. „Das bin ich einfach nicht.“ Sie bietet Anti-Aging-Behandlungen gleichermaßen an wie eine Teenager-Akne-Behandlung. Sie arbeitet mit Hochfrequenz, Farblicht und – darauf schwören die Hollywood-Stars – Hydrafacial. Sie bietet Ganzkörper-Peelings- und -packungen an, Pediküre und Massagen – nicht nur klassisch, sondern auch mit Klangschalen, mit Bambus-Stöcken, mit traditionellen Rungu-Wurfkeulen der Massai, mit heißen Salzsteinen aus dem Himalaya, mit Lava.

„Das macht mich glücklich – das bin ich“

„Eine Behandlung ist etwas sehr Persönliches, sehr Intimes“, sagt Sharon Kimari. Ihre Termine taktet sie daher auch nicht streng Kunde auf Kunde – sie wolle den Frauen und Männern, die zu ihr kommen, Ruhe lassen, die Behandlung nachklingen zu lassen. „Meine Gäste sollen sich wohlfühlen und Kraft schöpfen“, sagt sie. „Und auch ich muss entspannt sein, um gut arbeiten zu können. Es ist für mich jedes Mal wieder erstaunlich, mit meinen Händen zu spüren – zu begreifen – wie die Energie fließt, wie ich Heilung unterstützen kann. Das macht mich glücklich – das bin ich.“

Von Nadine Fabian

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