Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Potsdams möglicher neuer Baudezernent
Lokales Potsdam Potsdams möglicher neuer Baudezernent
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:55 10.12.2016
Bernd Rubelt (parteilos). Quelle: privat
Potsdam

Nach dem Wahldebakel um den grünen Bewerber Christof Nolda präsentiert Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) nun Plan B für einen neuen Baudezernenten: Nach MAZ-Informationen will Jakobs am Montag den Fraktionschefs den parteilosen Eutiner Stadtbaurat Bernd Rubelt als Kandidaten vorschlagen. Rubelt hatte nach dem Auswahlverfahren bei der Personalberatungsfirma Kienbaum als zweiter Finalist das Rennen gemacht. Nach den Vorstellungsrunden in den Fraktionen standen die Mehrheiten – zumindest offiziell – für Nolda. In der geheimen Wahl am Mittwoch scheiterte der Grünen-Mann dann wie berichtet jedoch in drei Wahlgängen. Nun will Jakobs offensichtlich auf ein erneutes langwieriges Ausschreibungsverfahren verzichten.

Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg hatte Jakobs bereits direkt nach der geplatzten Wahl aufgefordert, nun Rubelt vorzuschlagen. Seine 14-köpfige Fraktion hatte sich nach der Vorstellungsrunde der beiden Kandidaten am Montag einmütig für den Parteilosen ausgesprochen. Auch bei Die Andere fand Rubelt mehr Anklang.

Grünen wollen Rubelt nicht wählen

Mit Zustimmung der Grünen kann Jakobs nicht rechnen. „Eine Wahl von Bernd Rubelt werden wir nicht unterstützen““, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung von Grünen-Kreisverband und -Fraktion. Er könne kaum Bau- und verkehrspolitische Kompetenzen aufweisen. Ein Krisentreffen am späten Donnerstagabend hat die Grünen nicht dazu bewegen können, in die durch die Wahlpleite geplatzte Kooperation zurückzukehren. Das wurde von den Kreis- und Fraktionschefs der Kooperationspartner SPD und CDU/ANW bestätigt. „Wir wollen nicht durch die offenen Türen hindurch gehen“, sagte Grünen-Fraktionschef Peter Schüler am Freitagvormittag zur MAZ: „Es gibt keine vernünftige Basis mehr für einen Vertrag mit den beiden Fraktionen.“ In der Pressemitteilung von Fraktion und Partei wird den Kooperationspartnern sogar ein „heimlicher Putsch“ vorgeworfen.

Für die Potsdamer Demokraten nahm Peter Schultheiß an dem Treffen teil. Die Fraktionschefs Pete Heuer (SPD) und Matthias Finken (CDU) sowie CDU-Kreischef Steeven Bretz bedauerten den Schritt der Grünen. Sie betonten, dass dennoch keine Türen zugeschlagen werden sollen.

Fraglich ist für viele im politischen Potsdam nun, wie verlässlich die SPD-Fraktion und wie führungsstark ihr neuer Chef Pete Heuer sind. Nach der Vorstellungsrunde sollen mehrere Fraktionsmitglieder sehr deutlich erklärt haben, dass sie den Grünen nicht wählen wollen und Rubelt für qualifizierter halten. Wie gestern bekannt wurde, verschickte der SPD-Stadtverordnete und Ortsvorsteher von Golm, Marcus Krause, sogar eine entsprechende Mail, die auch OB Jakobs vor der Wahl zur Kenntnis gelangte. Heuer hatte dennoch darauf vertraut, dass seine Fraktion am Mittwoch den Bündnis-Vorschlag mitträgt – und sich katastrophal verpokert. Heuer blieb nach der geplatzten Wahl aber bei seiner Darstellung: Alle Genossen hätten im Vorfeld Unterstützung für Nolda signalisiert.

SPD-Unterbezirksvorsitzende greift die Grünen an

Die SPD-Unterbezirksvorsitzende Ulrike Häfner forderte am Freitag auch„selbstkritische Töne“ ein – um dann auf die Grünen zu zielen. Diesen sei es nicht gelungen, in zwei Bewerbungsrunden eine geeignete Frau aufzustellen. Sie seien den eigenen Ansprüchen, die ihnen bei der Wahl von Mike Schubert (SPD) zum Sozialbeigeordneten noch so wichtig gewesen seien, nicht gerecht geworden. Dem andern Bewerber Rubelt nun die Qualifaktion abzusprechen, sei „ein fadenscheiniges Argument“. Die Zusammenarbeit in der Kooperation gestalte sich nicht über Postenfragen.

Die Kooperation habe Potsdam nicht gut getan, erklärte Linken-Kreischef und Stadtverordneter Sascha Krämer am Freitag. „Zu oft standen Parteiinteressen im Vordergrund.“

Lesen Sie auch:

Rathaus-Kooperation ist nicht zu retten

Wer hat künftig im Rathaus das Sagen?

Von Ildiko Röd und Marion Kaufmann

Potsdam 20-Jähriger stürzt in die Tiefe und stirbt - Schock nach tödlichem Sturz am Hotel Mercure

Tragisches Unglück in Potsdam: Dort ist am Donnerstagabend ein 20-jähriger Mann ums Leben gekommen. Er stürzte von einem Baugerüst am Hotel Mercure in die Tiefe. Das Gerüst war für Wartungsarbeiten angebracht. Der Hoteldirektor zeigt sich bestürzt über das Unglück.

09.12.2016
Potsdam Weihnachtsaktion MAZ-Leser helfen! - Stern-Center spendet 1000 Euro für Stiftung

Das Potsdamer Stern-Center gibt 1000 Euro für die MAZ-Spendenaktion zugunsten der Deutschen Stiftung gegen Leukämie und knüpft damit an zahlreiche Hilfsaktion an. „Wir engagieren uns vor allem bei lokalen Projekten, die Menschen und Vereine in Potsdam betreffen“, sagt Center-Manager Ralph Teuber.

09.12.2016
Kultur Berliner Philharmoniker - Christian Thielemann geht aufs Ganze

Christian Thielemann dirigierte die Berliner Philharmoniker. Auf dem Programm stand eine Messe von Anton Bruckner und ein zeitgenössisches Werk. Womit konnte der Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle unseren Kritiker mehr beeindrucken?

09.12.2016