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Potsdam Potsdams neue Sozialdezernentin ist vereidigt
Lokales Potsdam Potsdams neue Sozialdezernentin ist vereidigt
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19:36 28.06.2019
Brigitte Meier (SPD) ist am Freitag im Stadthaus als Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit vereidigt worden. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Rotkäppchen, Brandenburg, Radl – das R rollt, wenn Brigitte Meier das Wort ergreift. Potsdams neue Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit hat am Freitag den Amtseid geleistet („So wahr mir Gott helfe“) und die Ernennungsurkunde unterzeichnet. „Ich freue mich, sehr auf meine neue Aufgabe“, sagt die Sozialdemokratin – die Stadtverordneten hatten sie am 8. Mai auf den Spitzenposten gewählt.

Auch Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) freut sich – zum einen über den Schwung, den Brigitte Meier mitbringt. Zum anderen darüber, dass die Beigeordnetenriege nach mehr als einem halben Jahr wieder komplett ist. Er habe seit dem Tag, an dem er Brigitte Meier persönlich kennenlernen durfte, gehofft, dass sie die Gunst der Stadtverordneten gewinnen würde: „Wir haben eine richtig gute Wahl getroffen.“ Auf diese Wahl stoßen Schubert, Brigitte Meier und die Beigeordneten-Kollegen mit Rotkäppchen-Sekt (Riesling trocken) an. Hätt’s nicht besser eine Maß sein sollen? Brigitte Schubert lacht: „Ich bin eher Weißweintrinkerin – aber ich schätze auch ein gutes Pils.“

Diese Karikatur zeichnete Jörg Hafemeister im Oktober 2018 nach der SPD-Wahlschlappe in Bayern und Mike Schuberts OB-Wahl-Triumph für die MAZ – einen Druck schenkte Schubert nun Brigitte Meier zum Einstand. Quelle: Jörg Hafemeister

Brigitte Meier ist Ur-Bayerin. Mit Potsdam, das gibt sie unumwunden zu, verbinde sie keinerlei Vorgeschichte. 1965 in Simbach am Inn geboren und aufgewachsen – kaum einen Kilometer entfernt von Braunau am österreichischen Flussufer und seinem schwierigen Erbe – , kommt die Politik früh in ihr Leben. Die Nähe zu einem Ort, der so eng mit einem der finstersten Kapitel der Weltgeschichte verknüpft ist, habe ihr politisches Bewusstsein stark beeinflusst. „Politisch richtig aktiv geworden bin ich durch einen Jugendaustausch nach Polen“, erzählt sie. Nach einem Besuch in Auschwitz war für die damals 17-Jährige nichts mehr wie es war. Mit 20 tritt Brigitte Meier in die SPD ein, mit 30 wird sie Stadträtin in München, wo sie 2010 das Amt der Sozialreferentin übernimmt. Zuletzt war Brigitte Meier in der bayrischen Landeshauptstadt Geschäftsführerin der Israelitschen Kultusgemeinde.

Bei der Amtseinführung strahlte Brigitte Meier übers ganze Gesicht. Oberbürgermeister Mike Schubert sagt, er schätze ihren Schwung und ihre Gestaltungskraft. Quelle: Bernd Gartenschläger

Dass sie nach München nun mit Potsdam eine Stadt zu ihrer neuen Heim- und Wirkungsstätte erwählt hat, die „wie kaum eine andere über so viele Jahrhunderte und Epochen hinweg so stark und nachhaltig von der politischen Geschichte geprägt“ wurde, ist sicher kein Zufall. Hinzu kommen die Gemeinsamkeiten, die sie zwischen der Bayernmetropole und der Preußenperle ausmacht, allen voran das rasende Wachstum. Der Erfolg frisst seine Kinder – das dürfe in Potsdam nicht geschehen, mahnt Brigitte Meier. Sie wolle für ein behutsames Wachstum eintreten. „Natürlich kann man Zuzug nicht verhindern. Aber man kann die Dynamik gestalten.“ – Und dabei die Menschen, die schon hier leben, im Auge behalten – trotz aller Wachstumsschmerzen soll es ihnen gut gehen. Stichwort: Milieuschutz. Was in München bereits praktiziert wird, um der Verdrängung von Anwohnern aus ihren Kiezen Einhalt zu gebieten, könne sie sich auch für Potsdam vorstellen.

Die Rathausspitze ist nun wieder komplett: (v.l.n.r.) der Finanzbeigeordnete Burkhard Exner, Oberbürgermeister Mike Schuber, die neue Sozialbeigeordnete Brigitte Meier, die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel, der Baubeigeordnete Bernd Rubelt und Dieter Jetschmanegg, Dezernent des neu geschaffenen Geschäftsbereichs Zentrale Verwaltung. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zuhause ist Brigitte Meier – ledig, Single, keine Kinder – nun in Bornstedt, wo noch lange nicht alle Taschen und Kartons ausgepackt sind, denn angereist ist sie erst am Donnerstag – schon am Montag geht’s im Rathaus los. Zur Arbeit wolle sie „mit dem Radl“ fahren. „Das finde ich unheimlich toll – in München war das leider nicht möglich.“ Dass sie die Berge vermissen wird – keine Frage. Dafür wolle sie hier die Seen erobern! Wie gut, dass sich ihre Lieben schon bald zum ersten Potsdam-Besuch angesagt haben. „Ich habe ein sehr enges Verhältnis zu meiner Schwester und ihren Kindern“, sagt Brigitte Meier. Deshalb sei es ihr auch wichtig gewesen, dass die Familie von Potsdam und seinem „wunderbaren Umfeld“ ebenso begeistert ist wie sie selbst. Dass der 30-jährige Patensohn gerade nach Berlin gezogen ist – quasi in die Nachbarschaft –, macht den Neuanfang so hoch im Norden noch viel spannender: „Er zeigt mir Berlin und ich ihm Potsdam.“

Vor dem Vergnügen kommt aber die Arbeit. Die erste Dienstbesprechung mit den Fachbereichen ist angesetzt, Termine mit der Polizei, mit dem Jobcenter und der Liga der Wohlfahrtsverbände sind anberaumt. Schon Mitte Juli wird Brigitte Meier den urlaubenden Oberbürgermeister vertreten – und in der Jury der Feuerwerkersinfonie sitzen. Ein explosiver Amtsantritt.

Von Nadine Fabian

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