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Potsdam Die Altlasten im Grundwasser von Krampnitz – und ihre Entfernung
Lokales Potsdam

Potsdams neuer Stadtteil: Altlasten aus Krampnitzer Boden und Grundwasser entfernt

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19:50 01.07.2021
Zahlreiche sowjetische Altlasten werden in Krampnitz derzeit beseitigt.
Zahlreiche sowjetische Altlasten werden in Krampnitz derzeit beseitigt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Krampnitz

Im Krampnitzer Boden finden sich nicht nur archäologische Artefakte oder gar wie berichtet die Gebeine von Soldaten, sondern auch Unmengen an Giftstoffen. Im Nordwesten der einstigen Kaserne ist der Boden auf vier Hektar Fläche besonders stark verseucht. Dort haben die sowjetischen Truppen in den Achtziger Jahren eine chemische Reinigung betrieben. 4000 Kilogramm giftige Lösungsmittel, sogenannte leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe, sind damals in den Boden gelangt und haben rund 200.000 Kubikmeter Grundwasser verseucht.

7,6 Millionen Euro kostet die Grundwasserreinigung

Doch die Dekontaminierung der alten Wäscherei mit einer Filteranlage läuft erfolgreich. Am Donnerstag teilten die Stadt Potsdam und der Entwicklungsträger Potsdam mit, dass seit Inbetriebnahme der Anlage im Sommer 2019 mehr als 900 Kilogramm der Kohlenwasserstoffe aus dem Boden herausgeholt werden konnten. Das Verfahren ist kompliziert, langwierig und teuer. 7,6 Millionen Euro werden durch das Land Brandenburg für die Beseitigung dieser Altlast bereitgestellt.

Blick in die Filteranlage auf dem ehemaligen Wäschereigelände in Krampnitz. Quelle: LHP

450 Tonnen Asbest wurden ebenfalls entsorgt

Nach derzeitigen Plänen wird die Sanierung des Grundwassers auf dem Wäschereigelände insgesamt noch zehn Jahre in Anspruch nehmen. Anschließend wird in diesem Bereich eine gefahrlos nutzbare Freifläche entstehen, die im Norden des Entwicklungsgebietes Krampnitz einen landschaftlichen Übergang in die Döberitzer Heide bildet. Auch heute stelle das Gift für Tier und Mensch keine direkte Gefahr dar, weil die Stoffe mehr als fünf Meter tief in den Boden gespült worden sind.

Neben den Verunreinigungen im Bereich der ehemaligen Wäscherei wurden im Zuge der Konversion der Militärfläche und der Vorbereitungen für das neue Stadtviertel Krampnitz 450 Tonnen Asbestabfälle sowie im Boden verborgene Ölfässer und Tanks entsorgt.

Von Peter Degener

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