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18:29 06.02.2020
Jörn-Michael Westphal (l.) und Bert Nicke, die Geschäftsführer der Pro Potsdam, in der Zentrale des städtischen Konzerns in der Pappelallee. Quelle: Foto: Smirnova
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Potsdam

Gewaltige Zahlen präsentierten Bert Nicke und Jörn-Michael Westphal am Donnerstag. Die Geschäftsführer des städtischen Konzerns Pro Potsdam stellten das Bauprogramm für das gerade angebrochene Jahrzehnt vor.

Bis 2021 werde man vermutlich der größte kommunale Wohnungsvermieter im Land Brandenburg werden und die ebenfalls kommunale Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) mit ihrem Bestand von rund 18 000 Wohnungen überholen. Bis 2030 sollen voraussichtlich knapp 2900 neue Wohnungen gebaut werden,wofür fast 700 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen sind. Zum Vergleich: Von 2011 und 2019 wurden 1200 Wohnungen für 235 Millionen Euro neu errichtet.

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Steigende Investitionen nötig

Insgesamt will die Pro Potsdam sogar 1,6 Milliarden Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre in Sanierung und Neubau von Wohnungen, sowie andere Bauten investieren.

Vor einem Jahr war noch von 1,2 Milliarden Euro die Rede. Die Differenz ergebe sich einerseits aus weiteren hinzugekommenen Projekten und andererseits aus den Baukostensteigerungen. Finanziert werden all diese Investitionen durch Fördermittel, Kredite und Eigenanteile. „Auf Gewinnausschüttungen an die Stadt wird derzeit verzichtet, damit das Bauprogramm gestemmt werden kann. „Für die nächsten Jahre sind wir dazu noch in Gesprächen mit der Stadt“, erklärte Westphal zum beabsichtigten Verzicht auf Ausschüttungen.

Die drei größten Neubauvorhaben sind dabei die letzten Baufelder im Bornstedter Feld, die Entwicklung am Tramdepot in der Heinrich-Mann-Allee und das neue Wohnviertel Krampnitz.

Sanierung am Schlaatz ohne Auszug der Bewohner

Bei der Sanierung steht in den nächsten Jahren das Wohngebiet Schlaatz im Vordergrund, wo fast 2500 Wohnungen der Pro Potsdam gehören. „Dieses Projekt ist für uns etwas Neues, weil wir im bewohnten Zustand sanieren wollen“, sagte Bert Nicke.

Anders als in Drewitz sind keine aufwendigen Änderungen an Grundrissen geplant, ein Auszug deshalb nicht zwingend nötig. Stattdessen werden Fenster getauscht und die Gebäudehülle saniert. Vor allem aber werden Leitungen und Technik in Küchen und Bädern erneuert – ohne einen Auszug der Bewohner. „Wir versuchen, das in jeder Wohnung in kurzer Zeit zu absolvieren, in zwei bis drei Wochen“, erklärt Nicke.

>>>Ein „Welt-Gewerbehof“ für den Schlaatz

Sollte ein Strang im Bad nicht innerhalb eines Tages getauscht werden, stünden Sanitärcontainer zu Verfügung. Auch wird es bei Bedarf möblierte Ausweichappartements geben – etwa für ältere Mieter oder die Bewohner von Ein-Zimmer-Wohnungen. Aber das bisherige Modell, dass die Bewohner mit all ihrem Hausrat für Monate in eine Ersatzwohnung ziehen, findet grundsätzlich keine Anwendung.

Im Sommer beginnt die Sanierung von 63 Wohnungen im Binsenhof, die inklusive der Hüllensanierung des Blocks ein Jahr dauern wird. „Es wird ein Sanierungsbüro vor Ort geben, das alle Mieter bei der Sanierung begleitet“, erklärte Westphal.

>>>Schlaatz: Bürgerhaus und Alte Zauche werden aufgewertet

Baubeginn am Tramdepot im September

Nach jahrelangen Vorarbeiten und einer umfangreichen Kampfmittelsuche beginnt 2020 der Hochbau hinter dem Humboldt-Gymnasium in der Heinrich-Mann-Allee. „Im Frühjahr schreiben wir die ersten Bauleistungen aus. im September soll der Hochbau für die ersten 340 Wohnungen beginnen“, sagte Nicke, „ich gehe davon aus, dass 2022 die ersten Einzüge stattfinden.“

Dass das Rathaus einen Teil des Baufelds direkt an der Heinrich-Mann-Allee dahingehend prüft, dort einen neuen Verwaltungscampus zu errichten, stelle kein Problem dar. „Das berührt unseren ersten Bauabschnitt nicht“, sagte Nicke.

>>>0,375 Stellplätze je Wohnung

Für das Großprojekt Krampnitz kündigte Nicke den Vertrieb der ersten Grundstücke für diesen März an. Der Entwicklungsträger sucht Investoren für ein denkmalgeschütztes Torgebäude und für Flächen des „Stadtplatzes Ost“ nahe der Bundesstraße 2, in denen unter anderem ein Discounter entstehen soll.

Mieten im Pro-Potsdam-Bestand leicht gestiegen

De durchschnittlichen Mieten in einer Wohnung der Pro Potsdam sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. 6,42 Euro beträgt die Nettokaltmiete im Schnitt aller 17. 600 Wohnungen.

In den über 13.400 Plattenbauwohnungen wird durchschnittlich 5,91 Euro gezahlt. Vor einem Jahr lagen diese Werte bei 6,26 und 5,82 Euro. „Tendenziell liegen wir unter der Inflationsrate in den Bestandsmietverträgen“, erklärte Nicke.

Von Peter Degener

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