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Potsdam Missbrauchskandal: Geflohener Jugendlicher alarmierte die Polizei
Lokales Potsdam Missbrauchskandal: Geflohener Jugendlicher alarmierte die Polizei
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16:32 30.08.2019
Bei einem der Verdächtigen fanden die rumänischen Ermittler 140.000 Euro Bargeld. Quelle: DIICOT
Potsdam/Bukarest

Ein Deutscher und vier Rumänen sind verhaftet worden, weil sie Jugendliche in einem Heim für Schwererziehbare in Rumänien misshandelt haben sollen. Das teilte die für organisiertes Verbrechen spezialisierte Einheit der Staatsanwaltschaft (DIICOT) in Bukarest am Donnerstag mit. Sie sollen in dem aus deutschen Staatsmitteln mitfinanzierten Heim im nordwestrumänischen Viseu de Sus Jugendliche als Arbeitssklaven ausgebeutet haben, schrieben die Ermittler weiter.

Die DIICOT teilt weiter mit, dass die Untersuchungshaft auf 30 Tage festgelegt ist. Unter den Verdächtigen befinde sich auch der deutsche Initiator des „Projekt Maramures“. Er war zuvor lange in einer diakonischen Einrichtung im brandenburgischen Fürstenwalde tätig.

Gegen die Büroleitung in Potsdam wird aktuell nicht ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Potsdam mit. „Wir beobachten den Sachverhalt, aber ermitteln derzeit nicht, weil die rumänische Staatsanwaltschaft zuständig ist“, sagt Staatsanwalt Markus Nolte.

Ermittler finden große Menge Bargeld

Das „Projekt Maramures“ ist ein Umerziehungsprogramm, an dem deutsche Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren teilnehmen. Laut des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg seien auch vier Jugendliche aus den Landkreisen Barnim, Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin derzeit in Rumänien im Projekt. Auch ein Pädagoge, der mit einigen Jugendlichen vor Ort Interviews führte, bestätigt Brandenburger vor Ort. Er beschreibt die Lage gegenüber der MAZ als nicht Menschenrechtsverletztend.

Lesen Sie dazu auch: Pädagoge bestätigt, dass Brandenburger im Camp waren

Das Umerziehungsprogramm sei nach Angaben der DIICOT vom deutschen Staat finanziell unterstützt worden. Die Angeklagten werden von der Staatsanwaltschaft verdächtigt, die Gelder nicht für den vorgesehenen Zweck genutzt zu haben. Bei acht Hausdurchsuchungen seien am Dienstag erhebliche Geldbeträge gefunden worden. So seien rund 140.000 Euro bei einem deutschen Verdächtigen und rund 9000 Euro bei einem anderen Verdächtigen aufgetaucht. Woher das Geld stammt, teilt die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Komplizen bei Polizei und Verwaltung

Das rumänische Nachrichtenportal „g4media.ro“ berichtete, dass die Betreiber des Projekts Komplizen bei der Polizei und in der Kommunalverwaltung gehabt hätten. Diese hätten die Heimleiter stets vor Inspektionen des rumänischen Kinderschutzamts gewarnt. Vor diesen Inspektionen seien die Jugendlichen mit Medikamenten ruhig gestellt worden, damit die Prüfer keinen Verdacht schöpften.

Nach Informationen der Lokalzeitung „Banatul azi“ kam es zu den Ermittlungen, nachdem einer der Jugendlichen aus diesem Heim geflohen war und die Behörden alarmierte. Die Misshandlungen ereigneten sich nach Darstellung der Ermittler in einem Zeitraum von 2014 bis August 2019.

Von Jan Russezki/dpa

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