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Potsdam Prost mit Günther Jauch!
Lokales Potsdam Prost mit Günther Jauch!
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20:51 09.07.2017
Günther Jauch stand mehr als zwei Stunden am Ausschank und beantwortete Fragen zu seinen Weinen.
Günther Jauch stand mehr als zwei Stunden am Ausschank und beantwortete Fragen zu seinen Weinen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Ob uns bei „Wer wird Millionär?“ vielleicht irgendwann mal folgende Frage kredenzt wird? „Wenn Sie sich einen guten deutschen Riesling-Tropfen genehmigen wollen, dann greifen Sie zu einer Flasche des Weinguts „Von Othegraven“ mit dem schönen Namen: A – Max, B – Moritz, C – Struwwelpeter, D – Zappelphilipp.“

Die richtige Antwort – so viel sei schon mal verraten – würde dann lauten: A, also Max.

Dass Günther Jauch nicht nur zu den bekanntesten Köpfen im TV-Land gehört, sondern auch auf dem besten Wege ist, sich als Weingutbesitzer einen Namen zu machen, konnte man am Sonnabend erleben. Knapp 500 Gäste stürmten die Galerie Sperl im FH-Gebäude, wo es bei einer „Vinosage“ die Riesling-Weine des Moderators zu verkosten gab. Angebaut werden sie im Weingut „Von Othegraven“ an der Saar, das sich seit 1805 im Besitz der Vorfahren von Günther Jauch befand. Bis heute erinnert er sich gerne an „das herrschaftliche Gutshaus, den verwunschenen Park und die Großzügigkeit meines kinderlosen Großonkels – das war für ein Kind ein kleines Paradies“. Im Jahr 2010 übernahm er das Gut. Der Grund: „Familiensinn, nostalgische Erinnerungen und die Neugierde auf ein mir bis dahin doch fremdes Metier.“

Schnell wird klar, dass Jauch keiner ist, der in Kanzem an der Saar lediglich mal fürs Image zum Rebentätscheln durch die Weinberge streift. Man merkt: Da ist jemand mit sehr viel Herz bei der Sache. Sogar die Namen auf den Etiketten mit dem markanten roten O, das von einem winzigen V gekrönt wird, zeugen von der Verbundenheit des 60-Jährigen mit der Familiengeschichte. „Von Othegraven“ ist der großmütterliche Mädchenname. Und bei „Max“ handelt es sich um den Vornamen des Großonkels.

Als Winzer, der mit Gummistiefeln im Berg herum stapft, sollte man sich den Moderator dennoch nicht vorstellen. „Meine Produktivität am Berg ist eher bescheiden“, gestand er freimütig: „Dafür vertreten meine Frau und ich das Gut tatsächlich eher nach außen, was auch zuweilen Knochenarbeit bedeutet.“ Wohl wahr: Bei großen Messen wie der ProWein in Düsseldorf steht er schon mal zwischen sechs und sieben Stunden am Stand. Auch in der Galerie Sperl schenkten Jauch und seine Frau Thea ein wie die Weltmeister. Zwei Stunden dauerte der Kostproben-Marathon. Die Gäste waren sichtlich angetan von der Nahbarkeit. „Er wirkt so authentisch“, schwärmte eine Dame im Dirndl, die eigens mit ihrem Mann aus Berlin gekommen war. Nachsatz: „Und er ist in Wirklichkeit viel größer, als er im Fernsehen rüberkommt.“

Im „In Vino“ von Inhaber André Zibolsky in der Dortustraße sind die Jauchschen Weine im Sortiment. Was nicht am Promi-Bonus hängt, sondern an der Hochwertigkeit der Tropfen: „An erster Stelle stand für mich der Stil der Rieslinge; die Qualität der Weine.“ Jahrelang sei er um die Weingüter an der Saar „rumgeschlichen“, erzählte Zibolsky, doch bei keinem passte es für ihn. Bis er endlich fündig wurde:„Sehr brillante und geradlinige Rieslinge – wie eine Primaballerina“, beschrieb er die Rebensaft-Qualitäten.

Das Schauspieler-Ehepaar Claudia Wenzel und Rüdiger Joswig (r.) mit dem Maler Hans-Hendrik Grimmling, dessen Bilder derzeit in der Galerie Sperl ausgestellt werden. Quelle: Ildiko Röd

Die Weine des Promi-Winzers machten am Sonnabend beste Plauderlaune. Grünen-Stadtverordnete Saskia Hüneke erzählte von ihrer ersten Weinverkostung: „Das war im Jahr 1982 in Jerewan.“ Das Schauspieler-Ehepaar Claudia Wenzel („Unser Lehrer Dr. Specht“) und Rüdiger Joswig („Küstenwache“) saßen in gemütlicher Runde mit ihrem guten Freund, dem Maler Hans-Hendrik Grimmling, dessen Großformate derzeit die Wände der Sperl-Galerie zieren. Außerdem unter den Gästen gesichtet: Lotto-Geschäftsführer Horst Mentrup und seine Frau Ursula, ILB-Vorstand Tillmann Stenger, die Druckerei-Inhaber Christian und Regine Rüss sowie Regierungssprecher Florian Engels. Galerist Rainer Sperl musste sich das bunte Treiben von einem Stuhl aus und mit hochgelagertem Bein ansehen – eine Sprunggelenksverletzung. Der Abend unter dem Motto „Kunst trifft Wein“ war trotz der guten Stimmung ein Abgesang. Am 27. September schließt die Galerie vorerst ihre Pforten, weil der FH-Abriss bevorsteht. Am 6. August wird zur Vernissage der Abschiedsausstellung eingeladen.

Von Ildiko Röd

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