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Potsdam Protest gegen Modell der Garnisonkirche
Lokales Potsdam Protest gegen Modell der Garnisonkirche
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08:15 19.05.2014
Siegfried Grube, Marktleiter der Rewe-Filiale, neben dem Modell.
Siegfried Grube, Marktleiter der Rewe-Filiale, neben dem Modell. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Eine Demonstration gegen ein rund ein Meter großes „Bauwerk“ fand am Samstagvormittag vor dem Markt-Center an der Breiten Straße statt. Dazu aufgerufen hatte die „Friedenskoordination Potsdam“, die vor zwei Wochen das Modell der Garnisonkirche im Foyer des Markt-Centers entdeckt hatte.

Mit der Protestaktion sollte die Entfernung der Mini-Garnisonkirche aus dem Einkaufszentrum erwirkt werden. Doch ein großer Protest seitens der Bevölkerung, die im Markt-Center einkaufen geht, blieb aus. Während vor dem Center die „Friedenskoordination Potsdam“ Flyer verteilte und Unterschriften gegen den Wiederaufbau der 1955 gesprengten Garnisonkirche sammelte, waren die Menschen im Center interessiert, schauten sich das Modell näher an und machten Fotos.

Mit ihrer Anti-Garnisonkirchen-Haltung stießen die vier Mitglieder der Friedenskoordination bei vielen Bürgern auf Unverständnis, auch bei der Potsdamerin Beate Gehrt. „Dieses Modell dort drin stört keinen“, sagte sie, nachdem ein Mitglied der Friedenskoordination versucht hatte, sie mit der Militär-Vergangenheit der Kirche umzustimmen. „Ich bin dafür, dass die Kirche wieder aufgebaut wird, aber mit Privatspenden, nicht aus Steuergeldern“, sagte Gehrt.

Kurze Zeit später gab es im Markt-Center dann einen kurzen Schlagabtausch zwischen einem weiteren Anhänger der Friedenskoordination und Siegfried Grube, Marktleiter der Rewe-Filiale im Markt-Center, auf dessen Initiative hin das Modell der Garnisonkirche im Foyer seinen Platz gefunden hat. Er kann den Hass der Garnisonkirchen-Gegner nicht nachvollziehen. „Das Bauwerk hat nichts getan, sondern die Menschen.“ Seit das Modell im Markt-Center stehe, habe es keinen Vandalismus gegeben. „Ein kleiner Zettel mit ’Jetzt gegen die Kirche unterschreiben’ klebte einmal am Glas, das war’s“, sagte Grube.

„Das Modell soll im Foyer stehen bleiben, bis der Turm der Garnisonkirche steht. Also voraussichtlich bis zum 31. Oktober 2017“, so Grube.

Von Friedericke Steemann

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