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Potsdam Urteil am Donnerstag erwartet
Lokales Potsdam Urteil am Donnerstag erwartet
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21:16 07.04.2015
Das Heim für 38 Bewohner. Quelle: FOTO: B.G.
Potsdam/Beelitz-Heilstätten

Ohne die für den Nachmittag geplante Urteilsverkündung ist am Dienstag nach acht Stunden der Prozesstag gegen einen 30-jährigen Mann aus Falkensee (Havelland) zu Ende gegangen, der in der Neujahrsnacht 2013 in einem leer stehenden Haus in Beelitz-Heilstätten an zwei Stellen Brände gelegt haben soll. Zu der Zeit war er mit seiner Freundin Gast einer Silvesterfeier, die in einem Haus neben dem Tatort stattgefunden hatte. Da das brandgeschädigte Gebäude (rund 30 000 Euro Schaden), das den Beelitzer Spargelbauern Jürgen und Josef Jakobs gehört, ab Februar 2013 ein Asylheim werden sollte, hatte der Staatsschutz ermittelt.

Der Angeklagte Björn K. bestritt Brandstiftung und Ausländerfeindlichkeit energisch. „Ich bin perplex und kann mir nicht erklären, warum ich da als Beschuldigter auftreten soll“, sagte er in der von Richterin Constanze Rammoser-Bode geleiteten Hauptverhandlung am Amtsgericht.

Der Angeklagte


Björn K. (30) ist in Staaken geboren, nach der 8. Klasse von der Schule gegangen und ohne Ausbildung geblieben. Er jobbte, lebte von Hartz IV und nach dem Brand - untergetaucht - bei Freunden. In der JVA Wulkow macht er jetzt eine modulare Ausbildung.

Er hat drei Kinder, die Beziehung zur Freundin in Falkensee ist beendet.

Neben der Brandstiftung wird ihm auch in sieben Fällen in Beelitz und andernorts vorsätzliches Fahren ohne Führerschein vorgeworfen.

Nach Aussagen von Zeugen und einem Brandgutachter sowie der Spurenlage sieht Staatsanwalt Handke die Anklage gegen den Mann, der seit Sommer in der JVA Wulkow (Ostprignitz-Ruppin) wegen nicht öffentlich genannter Delikte einsitzt, bislang nicht entkräftet. Dabei wurden weder Fingerabdrücke gefunden, noch konnte ein Schuhabdruck auf einem Laken in einem der beiden Brandzimmer zweifelsfrei einem Schuh des Angeklagten zugeordnet werden. Mehrere Zeugen haben große Erinnerungslücken wegen des damaligen Alkoholkonsums und der langen Zeitspanne seit der Tat beklagt. Andere machten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch, da gegen sie ein Verfahren wegen versuchter Strafvereitelung läuft; darunter auch der Party-Gastgeber Andreas H. Hauptbelastungszeugin ist Nicole J., die mitgefeiert hat und als Einzige gesehen haben will, dass Björn K. in das Gebäude eingestiegen ist. Kurz darauf habe die wegen ihres Babys nüchtern gebliebene junge Mutter „orangefarben flackerndes Licht“ hinter dem Fenster gesehen und sich den Eindruck, dass „es da brennt“, von einem anderen Gast bestätigen lassen. Zum Zeitpunkt der Tat wollen alle Partygäste wegen des Feuerwerks draußen gewesen sein. Die Feuerwehr wurde von einem anderen Nachbarn gerufen. Als Zeuge ist dieser nicht erschienen. Wie J. dem Gericht sagte, sei Björn K. später „unruhig“ in der Wohnung herumgelaufen und wollte nach Hause fahren. Wie die Frau, die längst nicht mehr im Schwarzen Weg wohnt, bekannte, hätte niemand von ihnen „Hurra geschrien“ wegen des Asylheimes. Jedoch soll Björn K. einmal gesagt haben, dass ja alle die Ausländer nicht haben wollten und einer etwas dagegen tun müsse. Vor Weihnachten gab es bereits Protestbriefe von Anwohnern.

Am Donnerstag soll vor den Plädoyers und der Urteilsverkündung noch ein Zeuge gehört werden.

Von Claudia Krause

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