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Potsdam Prozess gegen Potsdamer Schläger verschoben
Lokales Potsdam Prozess gegen Potsdamer Schläger verschoben
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18:18 11.07.2019
Der Angeklagte Patrick S. (r.) und sein Verteidiger Matthias König haben darum gebeten, die Verhandlung zu verschieben. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Er soll in der Nachbarschaft randaliert und die herbeigerufenen Polizisten als Clowns beleidigt und ihnen Prügel angedroht haben. Er soll einen der beiden Beamten bespuckt und versucht haben, ihn mit einer Kopfnuss, den Kollegen mit einem Faustschlag niederzustrecken. Ein paar Wochen später soll er einem Mann am Hauptbahnhof die Bauchtasche abgenommen und dabei dessen Freundin gefragt haben: „Willst du ihn heute noch lebend nach Hause nehmen oder nicht?“ – als die Frau die Polizei rufen wollte, soll er ihr Schläge angedroht haben. Wieder ein paar Monate später soll er auch einen Mitarbeiter des am Hauptbahnhof eingesetzten Hausmeisterdienstes geschlagen haben...

Patrick S. – so scheint es – ist einer außer Rand und Band. Der Polizei und den Gerichten ist er einschlägig bekannt. Nun muss er sich vor dem Potsdamer Amtsgericht verantworten: unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Nötigung, aber auch wegen des Verstoßes gegen Weisungen während der Führungsaufsicht – obwohl Patrick S. dazu neigt, Straftaten zu begehen, wenn er betrunken ist, und ihm daher gerichtlich untersagt wurde, Alkohol zu trinken, wurde er mit 1,83 Promille erwischt.

Ungenauigkeiten in der Anklage

Patrick S. wirkt vor Gericht fahrig und reizbar, sein Blick flackert. Immer wieder reibt er an seiner Kleidung, kratzt sich an den Unterarmen, tippelt unter der Anklagebank mit den Füßen, rutscht hin und her. Es steht einiges auf dem Spiel für den 29-Jährigen – und Richterin Kerstin Nitsche packt noch mehr drauf. „Meines Erachtens haben sich Fehler eingeschlichen“, sagt sie. Und diese Fehler – Ungenauigkeiten, die sie in der Anklage ausgemacht hat – erhöhen bei einer Verurteilung das zu erwartende Strafmaß. So meint die Richterin, dass es sich bei dem Vorfall am Hauptbahnhof nicht nur um eine Nötigung handeln könnte, sondern womöglich um eine räuberische Erpressung – das wolle sie noch einmal prüfen. Sicher ist sie hingegen, dass S. nicht wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, sondern wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte anzuklagen ist – immerhin habe er sich nicht einfach nur gegen die Beamten gewehrt, sondern auch zugelangt. Während das Strafmaß für Widerstand bei einer Geldstrafe beginnt, steht auf einen tätlichen Angriff mindestens eine dreimonatige Freiheitsstrafe.

Zwölf Zeugen sind zum Prozess geladen

Der Verteidiger von S. beantragte, die Hauptverhandlung, bei der zwölf Zeugen aussagen sollen, auszusetzen. Auf die neue Ausgangslage seien sein Mandant und er nicht genug vorbereitet. Die Richterin folgte dem Antrag: „Das ist Ihr gutes Recht – und ich kann und werde es Ihnen nicht abschneiden“. Der Prozess ist auf den 5. Dezember vertagt worden.

Von Nadine Fabian

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