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Potsdam Bewährung nach Angriff auf Pogida
Lokales Potsdam Bewährung nach Angriff auf Pogida
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20:04 18.06.2018
Die Polizei sperrte am 27. Januar 2016 am Bahnhof ab und ließ die Pogida-Anhänger unter den Buhrufen der Gegendemonstranten über Meier-Ohr und Friedrich-List-Straße abziehen. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Weil er Anhänger der rechtsextremen Pogida-Bewegung nach einer Demonstration angegriffen und verprügelt haben soll, hat das Potsdamer Amtsgericht einen 27-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt. Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte einen In-dubio-pro-reo-Freispruch gefordert: Der Beschuldigte sei zwar vor Ort gewesen und dort auch festgenommen worden, man könne aber nicht mit letzter Sicherheit sagen, dass und in welchem Maße er an der „Rauferei“ hinter dem Hauptbahnhof beteiligt war.

Das Gericht unter Vorsitz von Reinhild Ahle sah es indes als zweifelsfrei erwiesen an, dass sich der Potsdamer, der inzwischen in Berlin lebt, einer schweren Körperverletzung schuldig gemacht hat. Demnach hat er am Abend des 27. Januar 2016 gemeinschaftlich mit anderen, nicht ausfindig gemachten Tatverdächtigen mindestens zwei Besucher der Pogida-Demo geschlagen und getreten – mit Turnschuhen an den Füßen, was laut Gericht einem gefährlichen Werkzeug entspricht.

Zeuge zieht Antrag auf Schmerzensgeld zurück

Sebastian S. (28) und René F. (35) trugen bei dem Vorfall einige Blessuren davon: So berichtet S., er habe einen Faustschlag gegen die Stirn bekommen. Schmerzen habe er keine gehabt, auch Spätfolgen blieben aus. Er habe weder den von der Polizei angebotenen Rettungswagen in Anspruch genommen noch sei er selbst zum Arzt gegangen – die Beule sei schon am nächsten Tag verschwunden. Seinen Schmerzensgeld-Antrag zog S. noch im Zeugenstand zurück: „Ich bin der Meinung, dass der Angeklagte aus der Sache etwas gelernt hat – so wie wir alle.“

Für René F. wiegt der Zusammenstoß um einiges schwerer. Auch er verzichtete auf einen Arzt: „Weil das zu meinem Beruf als Koch nicht passt, dass man zu Hause bleibt“. Er hat seine Verletzungen aber mit dem Handy dokumentiert: ein Cut am Hinterkopf, Schürfwunden an Schienbein und Ellbogen, Hämatome, eine dicke Backe – ein Zahn wurde später gezogen. René F. sagt, der Angeklagte habe Quarzsandhandschuhe, die die Wucht eines Faustschlags verstärken, getragen und ihm gegen den Kopf getreten. Sebastian S. hingegen will nur Tritte gegen den Oberkörper und gar keine Handschuhe gesehen haben. „Die haben versucht, uns zu töten“, sagt René F. Er spricht von „20 bis 30 Leuten, teils schwarz vermummt, dem linken Spektrum zuzuordnen“. Sie seien „mit dem entsprechenden Gebrüll“ auf die über die Friedrich-List-Straße in kleinen Gruppen abziehenden Pogida-Demonstranten zugerannt. „Deutschland verrecke, Nazis töten: Der normale Standard, die lassen sich ja nicht viel Neues einfallen“, so F., der laut eigenem Bekunden schon öfter in Auseinandersetzungen von Linken und Rechten verwickelt war „und 17, 18 Mal teils als Beteiligter teils als Opfer in eine Körperverletzung“.

„Jeder hat das Recht, zu einer Demo zu gehen“

Der Angeklagte schwieg indes. Sein Vorstrafenregister ist sauber. „Ich weiß nicht, was Sie geritten hat“, so die Richterin. „War’s die aufgepeitschte Stimmung? – Aber auch das geht nicht. Diese Leute – auch wenn Ihnen ihre Meinung nicht passt – hatten Ihnen nichts getan. Jeder hat das Recht, zu einer Demo zu gehen – und jeder muss gesund wieder nach Hause kommen.“

Von Nadine Fabian

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