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Potsdam Public-Viewing zur Fußball-WM im Baudenkmal
Lokales Potsdam Public-Viewing zur Fußball-WM im Baudenkmal
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12:21 14.04.2018
In der Neuen Halle des RAW soll ein Gründerzentrum entstehen. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Die Ruine der Neuen Halle des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) an der Friedrich-Engels-Straße soll zur Fußball-Weltmeisterschaft im Juni erstmals für Publikum geöffnet werden. Das hat Mirco Nauheimer, Geschäftsführer der RAW Media Havel GmbH, am Donnerstagabend in einer Veranstaltung des Stadt-Forums Potsdam im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zum Thema „Gewerbe in Potsdam“ angekündigt.

In der RAW-Halle an der Friedrich-Engels-Straße in Potsdam sollen im Sommer die Spiele der Fußball-WM gezeigt werden. Noch muss bis zum Public Viewing einiges getan werden. Die MAZ konnte einen Blick in die Halle und auf das Gelände werfen.

Die RAW Media will die denkmalgeschützte Halle, die mit 10 000 Quadratmetern fast die Fläche eines Fußballfeldes überspannt, mit einem Anbau ergänzen und zu einem Gründerzentrum für die Digital-, Medien- und Kreativwirtschaft ausbauen. Im Januar wurde das Projekt erstmals vorgestellt. Die Sanierungskosten werden auf einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ geschätzt. Mittelfristig sollen auf dem Gelände 1000 innovative Arbeitsplätze entstehen.

Potsdamer haben emotionale Beziehung zur Halle

RAW Media und die Firma Trocklands, die in Berlin schon diverse vergleichbare Projekte realisierte, beschäftigen sich laut Nauheimer erst „sehr kurzfristig“ mit der Halle: „Erst im Oktober, November ist an uns herangetreten worden.“ In einem ersten Schritt müssten die Beteiligten „das Gelände erst mal kennen lernen“. Für die Entwicklung gebe es bereits zwölf Architekturvorschläge. In ein bis zwei Monaten werde man mehr sagen können.

Bei der Beschäftigung mit der Neuen Halle habe man festgestellt, dass es in der Bevölkerung zu diesem Bauwerk eine besondere emotionale Beziehung gibt: Ähnlich dem Werner-Alfred-Bad in der Hegelallee oder dem Terrassenrestaurant ,Minsk’ am Brauhausberg, wo die Leute schwimmen lernten und Jugendweihe feierten, hätten „hier eben sehr viele Menschen gearbeitet“, sagte Nauheimer.

Zeitweise haben 2000 Menschen in dem Werk gearbeitet

Der 1838 eröffnete Betrieb war eines der ältesten und größten Reichsbahnausbesserungswerke in ganz Deutschland. Zeitweise arbeiteten dort 2000 Menschen, vor dem Mauerfall hatte es etwa 800 Beschäftigte. Die 1912 als Reparaturwerkstatt für Drehgestellwagen errichtete Neue Halle war der jüngste Bau auf dem Betriebsgelände. Ende 1999 wurde das RAW geschlossen.

Die emotionale Bindung vieler Potsdamer sei „einer der Gründe, weshalb wir zusammen mit der Verwaltung überlegen, die Halle kurzfristig im Sommer zu öffnen und zur Verfügung zu stellen“, sagte Nauheimer. „In welcher Form das passiert“, werde „in den nächsten Tagen entschieden“. Eine Zwischennutzung war auch schon bei der Erstvorstellung des Projekts im Januar im Gespräch. Damals war die Rede unter anderem von einem Skaterpark, Beachvolleyballflächen oder Ateliers.

Interesse an einer Beteiligung nicht nur an der Zwischennutzung bekundete am Donnerstag im Stadt-Forum Eckhard Binas, der Präsident der Fachhochschule Potsdam. Er wolle „gar nicht über das alte Gebäude reden“, sagte der Präsident unter Anspielung auf die FH am Alten Markt, die gerade abgerissen wird. Er bot der RAW Media auch eine fachliche Zusammenarbeit an: „Wir haben genug kreatives, planerisches und gestalterisches Potenzial. Gucken Sie mal zu uns, dann fällt Ihnen bestimmt eine kooperative Idee ein.“

Weitere innovative Projekte

Das geplante Gründerzentrum in der Neuen Halle des RAW wurde im Stadt-Forum zum Thema „Gewerbe in Potsdam“ als eines von mehreren innovativen Projekten vorgestellt.

Weitere Teilnehmer waren Steffen Schramm als Chef der städtischen Technologie- und Gewerbezentren GmbH, Jan Kretzschmar mit seiner KW Development, die als Investor im Filmpark und im Brunnenviertel bekannt ist und als „Minsk“-Interessent für Schlagzeilen sorgt, und der Traglufthallenproduzent Paranet, der den Babelsberger Lok-Zirkus sanieren und erweitern will.

Paranet-Geschäftsführer Jürgen Wowra gab auf MAZ-Anfrage eine weitere größere Investition im Umland bekannt. Bei Kloster-Lehnin würden Produktionsanlagen „für den gesamten deutschen Markt“ errichtet. Am Standort Babelsberg hingegen sei keine Produktion mehr geplant.

Von Volker Oelschläger

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