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Potsdam Gefälschtes RAW-Schreiben warnt vor steigenden Mieten
Lokales Potsdam Gefälschtes RAW-Schreiben warnt vor steigenden Mieten
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08:34 23.04.2019
Das geplante Digitalzentrum auf dem östlichen RAW-Gelände. Quelle: J. Mayer H.
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Für Irritationen sorgt eine gefälschte Anwohnerinformation zum geplanten RAW-Innovationszentrum an der Friedrich-Engels-Straße. In dem Aushang kündigt der Investor im Zusammenhang mit dem Projekt unter anderem steigende Mieten und ein höheres Verkehrsaufkommen an. Weiter heißt es: „Wir nehmen ihre Ängste und Sorgen ernst und möchten mit ihnen in den Dialog treten.“

RAW-Geschäftsführer Mirco Nauheimer stellte auf MAZ-Anfrage klar: „Das Schreiben habe ich weder verfasst, noch in Umlauf gebracht. Aktuell werde ich nichts unternehmen.“

Die MAZ und die Stadtverwaltung wurden von einem Twitter-Nutzer über den Aushang informiert: „Hi, bei uns hing heute diese Fake(?)-Anwohnende-Info.“ Der Absender reagierte bisher nicht auf Nachfragen. Rathaussprecher Markus Klier sagte: „Den Tweet haben wir gesehen. Wir halten ihn für selbsterklärend, weil der Begriff ‚Fake’ im Kontext zum ,Aushang’ ja schon im Text fällt. Deshalb haben wir auch nicht reagiert.“

Die Anwohnerinformation. Quelle: privat

Die Stadt werde dem Fall „nicht konkret nachgehen“, so Klier, „denn wir sind keine Ermittlungsbehörde. Zudem sind wir auch nicht der vermeintliche Absender“.

Wie berichtet, sollen mit dem RAW am Rand des einstigen Reichsbahn-Ausbesserungswerkes bei einer Investition von fast 120 Millionen Euro bis zu 1400 IT-Arbeitsplätze nach Potsdam geholt werden. Das Projekt hatte unter anderem wegen seiner Dimensionen mit einer Höhe bis zu 33 Meter für Diskussionen gesorgt.

In einer Anwohnerversammlung im „Freiland“-Kulturzentrum hatte Mirco Nauheimer Anfang April selbst vor den Auswirkungen für das unmittelbare Umfeld gewarnt: „Wir gehen davon aus, dass es im Umfeld zu deutlichen Steigerungen der Mieten, sowie der Immobilien- und Bodenpreise kommt. Das wird zu Verdrängung führen“, sagte er vor den rund 80 Teilnehmern.

Der am Freitag bekannt gewordene Aushang bezieht sich auf die Veranstaltung vom 9. April und ermutigt die Anwohner, sich mit „Vorschlägen und Einwänden“ bis zum 29. April an den Rathaus-Fachbereich Stadtplanung und Stadterneuerung zu wenden.

Von Volker Oelschläger

MAZ-Service: MAZImmo

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