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Potsdam Potsdamer Stadtverwaltung will Brücke nach Hermannswerder bauen
Lokales Potsdam Potsdamer Stadtverwaltung will Brücke nach Hermannswerder bauen
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00:21 28.03.2019
Die Kiewitt-Fähre im Schilf. Quelle: Varvara Smirnova
Brandenburger Vorstadt

Die Potsdamer Stadtverwaltung favorisiert den Bau einer Brücke als Ersatz für die havarieanfällige Fährverbindung zwischen dem Kiewitt und Hermannswerder. In einer der MAZ vorliegenden „Untersuchung zum Ersatz der Seilfähre nach Hermannswerder“ wird der Brückenbau als „Vorzugsvariante“ bezeichnet. Die Untersuchung ist Teil einer Mitteilung für die Stadtverordneten, die entsprechende Prüfungen beauftragt hatten. Als „wesentlicher Nachteil“ der Brücke werden die „vergleichsweise hohen Investitionskosten“ genannt.

Die Kosten für den Bau einer 240 Meter langen Brücke für Fußgänger und Radfahrer werden einschließlich Planung auf sieben Millionen Euro geschätzt. Das Projekt könne zu 50 Prozent gefördert werden, heißt es in der Untersuchung. Nach Vorliegen einer „qualifizierten Kosten-Nutzen-Analyse“ „frühestens im zweiten Quartal 2020“ könne eine „abschließende Entscheidung zur künftigen Havelquerung“ getroffen werden. Nach einem der Untersuchung beigefügten Zeitplan könnte die Brücke in acht Jahren errichtet sein.

Die Prüfung eines Brückenbaus für Fußgänger und Radfahrer ist von den Stadtverordneten im Juli 2017 auf Antrag von SPD und CDU/ANW beschlossen worden. Abgewogen werden sollte demnach der Betrieb einer klassischen Seilfähre mit dem Ersatz durch ein solargetriebenes Fahrgastschiff und einem Brückenbau. Die Seilfähre stelle mit Betriebszeiten von 7 bis 18.30 Uhr sowie einer durchschnittlichen Ausfallzeit von zehn Prozent „kein ausreichendes Angebot dar“, heißt es in der Untersuchung. Die Betriebskosten lägen bei 120- bis 130.000 Euro jährlich. Die Betriebsgenehmigung laufe bis 2022, könne nach Einschätzung des Verkehrsbetriebs aber noch bis 2027 verlängert werden.

Für ein „frei fahrendes Schiff“ mit Solarstrom wären Anschaffungskosten von 1,5 bis 2 Millionen Euro nötig, hinzu kämen jährliche Betriebskosten von 220.000 Euro und im Vergleich zur Seilfähre höhere Personalkosten. Die Anschaffung eines solchen Schiffs böte die Möglichkeit zur Linienerweiterung etwa bis zur Kastanienallee. Beim Vergleich der drei Varianten lag die Brücke vorn. Als klare Vorteile galten die Verfügbarkeit und die schnelle Passage. Als Nachteil aufgeführt wird neben den Kosten der „Eingriff in das Landschaftsbild“ und die denkmalgeschützte Gesamtanlage Schillerplatz.

>> Lesen Sie auch: Ein letztes Ahoi – Abschied von der Fähre nach Hermannswerder

Von Volker Oelschläger

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