Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Abrissbeginn für die Rechnerhalle
Lokales Potsdam Abrissbeginn für die Rechnerhalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 05.04.2019
Eröffnung des neuen Spiel- und Sportplatzes am Freitag auf der Plantage. Im Hintergrund das Garnisonkirchen-Glockenspiel. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

In der nächsten Woche beginnt der Abriss der alten Rechnerhalle an der Dortustraße. Das hat Sigrun Rabbe, Geschäftsführerin des Sanierungsträgers Potsdam, am Freitag auf MAZ-Anfrage bekannt gegeben. In dieser Woche habe es vor Ort eine Bauablaufberatung mit den beteiligten Firmen gegeben: „Nun geht es los.“

Die Rechnerhalle soll ab der nächsten Woche zunächst im Innere abgetragen werden. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die um 1970 errichtete Halle, die bis zum Anfang des letzten Jahres den IT-Dienstleister des Landes beherbergte, werde zunächst im Inneren entkernt. Laut Rabbe wird es drei bis vier Monate dauern, bis auch Fassade und Dach abgetragen werden. Im kommenden Jahr soll auf dem beräumten Baufeld in Anlehnung an die Vorkriegsgestaltung mit Spiel- und Sportflächen inmitten von Grün der zweite Teil der sogenannten Plantage hergerichtet werden.

Der erste Bauabschnitt ist am Freitag als sogenannte „multifunktionale Innenstadtfläche“ mit einem Kinderfest an die künftigen Nutzer übergeben worden. „Mit der neugestalteten Plantage gibt es nun mitten in Potsdam einen Ort für aktive Sportler, für junge Spielende, aber auch für diejenigen, die Ruhe und Erholung suchen“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) zur Begrüßung. Die Plantage sei „damit ein öffentlicher und sozialer Ort der Begegnung.“

SPD-Fraktionschef Pete Heuer erinnerte am Rande der Veranstaltung daran, dass es die Stadtverordneten gewesen seien, die per Beschluss eine Nutzung als Spiel- und Sportfläche in die Wege leiteten. Nach den ursprünglichen Plänen sollte die frühere Parkanlage mit einem Andreaskreuz als Weggestaltung wieder hergestellt werden, sagte er.

Entwickelt wurde die neue Gestaltung in einem umfangreichen Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen als den hauptsächlichen Nutzern. Bert Nicke, Geschäftsführer der kommunalen Bauholding Pro Potsdam, lobte die Leidenschaft und das Engagement aller beteiligten Seiten.

Die Herstellung des ersten Teils kostete laut Sigrun Rabbe insgesamt 1,6 Millionen Euro, 1,3 Millionen davon seien reine Baukosten gewesen. Nach dem Abriss der Rechnerhalle soll die Anlage in der Fläche verdoppelt und in der Gestaltung spiegelbildlich ergänzt werden.

Für den dritten Abschnitt soll mit dem aktuell noch als Kunsthaus genutzten Verwaltungsgebäude des Rechenzentrums Baufreiheit geschaffen werden. Ein Teil des Gebäudes steht auf dem potenziellen Baugrundstück des Garnisonkirchenschiffs, der größere Teil aber soll für weitere Freiflächen fallen.

Baugrundstück für das geplante Zentrum für die Kunst- und Kreativwirtschaft. Links die Rechnerhalle, rechts das Portal des Langen Stalls. Quelle: Bernd Gartenschläger

Nach aktuellem Stand sollen die rund 200 Nutzer des Rechenzentrums bis Ende 2023 Platz in einem neuen Zentrum für die Kunst- und Kreativwirtschaft finden, das bis dahin auf dem Grundstück des früheren Langen Stalls direkt neben der Plantage gebaut werden soll.

Die Machbarkeitsstudie zur Errichtung des Zentrums, das nach ersten Angaben 50 Millionen Euro für den Bau plus eine Summe noch ungenannte Summe für den Grundstückserwerb kosten soll, ist von den Stadtverordneten am Mittwoch zur Beratung in mehrere Ausschüsse überwiesen worden.

Mit der Vorlage wurden Änderungs- und Ergänzungsanträge von Grünen und Linken an die Ausschüsse weitergegeben. Die Grünen wollen unter anderem eine Mietpreisbindung für die ersten fünf bis zehn Jahre nach Eröffnung und einen Mieterbestandsschutz für den selben Zeitraum.

Die Linken fordern, dass in einer weiteren Machbarkeitsstudie zumindest ein teilweiser Erhalt des Rechenzentrums geprüft wird. Sie beziehen sich auf den größeren Teil des Rechenzentrums, der neben dem Grundstück des Garnisonkirchenschiffs steht und in städtischem Eigentum ist. Nach dem Abriss soll diese Fläche als weitere Verlängerung in die neu gestaltete Plantage integriert werden.

Das Gemälde „Hinter der Garnisonkirche“ (1918) von Fritz Rumpf. Quelle: Michael Lueder

Eine seltene Perspektive auf diese Freifläche, die erst mit dem Komplettabriss des Rechenzentrums geöffnet würde, findet sich in der aktuellen Sonderausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne – Geschichten aus Potsdam und Babelsberg 1914-1945“ im Potsdam-Museum.

Das Gemälde „Hinter der Garnisonkirche“ von Fritz Rumpf aus dem Jahr 1918 zeigt den Blick von der heutigen Dortustraße über die südliche Plantage zwischen Garnisonkirchenschiff und dem Portal des Langen Stalls die heutige Werner-Seelenbinder-Straße entlang bis zum Marstall mit dem heutigen Filmmuseum.

Von Volker Oelschläger

Endlich ist es offiziell: TV-Moderator Günther Jauch hat bestätigt, die Potsdamer Villa Kellermann erworben zu haben. Und: Als neuen Restaurantbetreiber hat er Spitzenkoch Tim Raue gewonnen.

05.04.2019

Auf dem Plattner-Campus entstehen 69 Wohnungen in 12 Luxus-Stadtvillen. Ihr Preis beginnt ab 5.000 Euro pro Quadratmeter.

08.04.2019

Fernsehmoderator eröffnet die Box des Stadtschlossvereins am Landtag in Potsdam. Mit dem gesammelten Geld sollen weitere Figuren finanziert werden.

08.04.2019