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Potsdam Regenbecken in Eiche stark vergrößert
Lokales Potsdam Regenbecken in Eiche stark vergrößert
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20:10 28.08.2019
Das alte Regenrückhaltebecken zwischen den Einfamilienhäusern wurde stark vergrößert. Ein Rohr führt hier auf die nahe Streuobstwiese, die zum Überlaufbecken wurde. Quelle: Schüler
Eiche

Die Stadt sorgt vor gegen Unwetterkatastrophen: Damit bei Starkregen nicht wieder das Rückhaltebecken im Habichtweg von Eiche überläuft, hat man es vertieft und erheblich vergrößert. Bei den dreiwöchigen Arbeiten wurde im Auftrag der Stadt auch eine unterirdische Rohrverbindung zu einer nahen Streuobstwiese verlegt, die selbst mit einem Erdwall umgeben und damit zum Reservebecken wurde. Die technische Prüfung und Betreuung erfolgte durch die Energie und Wasser Potsdam (EWP), teilte Stadtsprecherin Christine Homann auf MAZ-Anfrage mit.

In der betroffenen Einfamilienhaussiedlung ist man offenbar zufrieden mit der schnellen Maßnahme. Bei einem Starkregen in dieser Woche sei „Wasser wie ein reißender Strom“ in den Überlauf geflossen; das Becken habe standgehalten, sagt Anliegerin Silvia Frenzel.

Die Erweiterung und der Überlauf sind Homann zufolge trotzdem „nur ein Provisorium zur Abwehr weiterer erheblicher Schäden der Grundstücke und Gebäude“. Für das Regenwassersystem in Eiche und Golm werde von der Energie und Wasser Potsdam (EWP) eine Kanalnetzberechnung beauftragt. Eine grundsätzliche Neudimensionierung von Straßenentwässerungsanlagen und der Regen-/Mischwasserkanalisation und deren Umsetzung würde allerdings „immense Kosten“ verursachen, gibt Stadtwerkesprecher Stefan Klotz zu bedenken. Bei den dann erforderlichen Baumaßnahmen wären umfangreiche Einschränkungen für den Straßenverkehr erforderlich.

Das komplette Regenwassersystem des Alten Rad in Eiche und auch die Regenentwässerung der angrenzende Wohnbebauung Richtung Golm entwässern über den Bereich des Habichtweges. Die vorhandenen Rohre dieser Einzugsgebiete leiten das anfallende Regenwasser bei Starkregenfällen aber nur verzögert ab, so dass es immer wieder zum Austritt aus den Schächten und den Regenwasserabläufen kommt.

Wie es normalerweise in Potsdam regnet

Beim kurzen, aber heftigen Starkregen vom 11. Juni sind nach Kenntnis der Energie und Wasser Potsdam (EWP) 80 Millimeter Regen pro Quadratmeter gefallen; das sind 80 Liter oder acht Wassereimer.

Der langjährige Durchschnitt für Potsdam für ein gesamtes Jahr liegt bei etwa 600 Millimetern.

2018 lagt der Jahresschnitt nur bei rund 360 Millimetern.

Der Monatsdurchschnitt für einen Juni liegt bei 65 Millimetern.

Zur Verringerung des Wasseraustritts wurde im Bereich des Grünzuges zwischen Habichtweg und Baumhaselring als „erste Notentlastung“ ein circa 200 Meter langer Überlaufgraben inclusive eines Walls in Richtung der Grundstücken des Habichtweges angelegt. Die extremen Niederschläge von gebietsweise 100 Litern je Quadratmeter zeigten jedoch, dass die Größe des Überlaufgrabens nicht ausreichte, so dass es zum Dammbruch und zur Überflutung der Grundstücke und Wohnhäuser kam.

Zur Vermeidung weiterer Schäden wurde als erster Schritt am Tag nach dem Schadensfall als Sofortmaßnahme der Graben bis zur Streuobstwiese verlängert, um somit das Aufnahmevolumen zu vergrößern, doch reichte das Gefälle des Grabens nicht für einen Abfluss. Erst mit der Vertiefung und Verbreiterung des alten Beckens und Herrichtung der Streuobstwiese als Reservebecken scheint der Abfluss möglich; jedenfalls hat er in der aktuellen Woche funktioniert.

Der Starkregen vom 11. zum 12. Juni war das viertschwerste Niederschlagsereignis seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1893 und das zweithöchste Ereignis seit 1991 (84,1 Millimeter am 12. August 2002). Besonders ist die kurze Dauer mit 73 Millimetern in sechs Stunden und noch mal 7 Millimetern in zwei Stunden.

Von Rainer Schüler

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