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Potsdam Regenwasser wird gereinigt
Lokales Potsdam Regenwasser wird gereinigt
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21:01 10.09.2013
Unterm Gullydeckel: Blick in die neue, unterirdische Versickerungsanlage gegenüber der Badewiese.
Unterm Gullydeckel: Blick in die neue, unterirdische Versickerungsanlage gegenüber der Badewiese. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Gross Glienicke

Das trübe Wetter passte am Dienstagvormittag zum Termin: Drei Regenwasserreinigungs- und Versickerungsanlagen in Groß Glienicke sind fertiggestellt. Freilich wäre ein Starkregen besser gewesen, um Medienvertretern zu demonstrieren, wie gut das innovative System aus Filtern, Sand, Schilf und Rigolen funktioniert. Vor allem an der Badewiese, über die jahrelang unkontrolliert und ungereinigt Niederschläge und schadstoffhaltige Straßenabwässer in den Groß Glienicker See gelangten, was der Gesetzgeber seit 2006 verbietet. Solche Sturzbäche, die Gras und Sand ausschwemmten, gehören nun der Vergangenheit an. "Nach allem, was wir über Starkregen wissen, kann das künftig ausgeschlossen werden", sagt Matthias Klipp. Der Baubeigeordnete (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte daran, dass damit ein zehnjähriger Diskussionsprozess über nachhaltige umweltverträgliche Lösungen zu Ende geht. Die Regenentwässerung wurde im Zuge der Sanierung von Dorfstraße und Seepromenade eingebaut. Dafür sind in Potsdams nördlichstem Ortsteil insgesamt zirka 1,4 Millionen Euro ausgegeben worden.

Die erste neue Anlage, bei der Schilf eine Hauptrolle spielt, befindet sich in Höhe Bergstraße und ging bereits Ende 2011 in Betrieb. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Retentionsbodenfilter. Dieser reinigt das Regenwasser während der Passage durch einen nach besonderer Rezeptur hergestellten Filtersand. Das Prinzip dient vor allem dazu, Phosphor und andere Schadstoffe zurückzuhalten. Die Oberfläche der Anlage ist mit Schilf bepflanzt, das im natürlichen Vegetationszyklus ungemäht auf dem Filter wachsen kann. Zugleich entstand eine Querung von der Dorfstraße zum Uferwanderweg. "Dieses Pilotprojekt wurde vom Land mit 150.000 Euro gefördert", sagt Norbert Praetzel, Leiter Bereich Verkehrsanlagen der Stadtverwaltung. Insgesamt betrugen die Herstellungskosten eine halbe Million Euro.

Drei Anlagen zur Regenentwässerung Quelle: Scheerbarth/ terra press

Die dritte Anlage im Bunde ist der Friedrich-Günther-Park. Hinter der wilden Grünfläche verbirgt sich eine 2005 für die Entwässerung des Busrings gebaute Vorflut, die nie voll funktionsfähig war. "Die Oberfläche konnte die Wassermengen nicht aufnehmen", erklärt Praetzel. Abhilfe schaffen nun vier zusätzliche Sickerschächte und eine Rigole. Außer den Mulden erkennt der Laie lediglich Gullydeckel und Regenwasserabläufe am Straßenrand. Etliche sind jetzt schon voller Lindenblätter, was den Wasserabfluss bremsen dürfte. Wer beseitigt das Laub? Gereinigt werden die mehr als 13500 Straßenabläufe im Stadtgebiet laut Praetzel von der Energie und Wasser Potsdam. Dafür zahlt die Stadt an den kommunalen Dienstleister pro Jahr rund drei Millionen Euro, hieß es.

Von Carola Hein

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