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Potsdam „Können Welt nicht allein retten“
Lokales Potsdam „Können Welt nicht allein retten“
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01:15 15.06.2019
Reinhard Hüttl ist Vorstand des Geoforschungszentrums Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Reinhard Hüttl, wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des Geoforschungszentrums (GFZ), über die Herausforderungen des Klimawandels.

In den vergangenen Monaten konnte man den Eindruck gewinnen, dass es ungefähr fünf vor zwölf ist bei der Klimakatastrophe. Wie sehen Sie das?

Reinhard Hüttl: Tatsache ist, dass der Klimawandel wesentlich beeinflusst wird durch menschliche Aktivität. Global hat das eine besorgniserregende Dimension angenommen. Deutschland hat dabei einen Anteil von zwei Prozent, das heißt wir müssen handeln – wir können aber die Welt nicht allein retten. Das geht nur in der internationalen Zusammenarbeit.

Wohin mit dem CO2?

Ein wichtiger Ansatz ist, weniger Emissionen zu produzieren. Ein anderer zielführender Weg ist, das CO2 wieder dort hinzubringen, wo es an sich herkommt – nämlich in den Untergrund; in geologische Formationen, von denen wir wissen, dass sie dieses CO2 sicher speichern können. Dazu hat das GFZ in Ketzin ein europäisches Großprojekt durchgeführt, bei dem CO2 in eine poröse Sandsteinformation injiziert wurde. Wichtig ist, dass darüber eine dichte Schicht liegt, etwa aus Ton-Gestein, die kein Gas durchlässt.

Was kann jeder Einzelne in der Klima-Problematik tun? Sollte man zum Beispiel Greta Thunbergs Plädoyer, auf Flüge und Autofahren zu verzichten, beherzigen?

Mir geht es um nachhaltige Mobilität, denn wir werden nicht auf Flugverkehr oder Autofahren verzichten können. Es geht also darum, jede Form von Mobilität – auch den Schiffsverkehr und die Bahn – möglichst klimafreundlich zu gestalten. Gerade in unserer heutigen Welt, in der nationalistische Ideen wieder an Gewicht gewinnen, ist internationale Verständigung dringend notwendig.

Von Ildiko Röd

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