Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam So schmeckt es in der Taverne To Steki
Lokales Potsdam So schmeckt es in der Taverne To Steki
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:03 31.05.2019
Eine Taverna als Familienbetrieb (v.l.): Vater Spyridon, Mutter Elena und Sohn Niko bereiten den Gästen ein gemütliches Ambiente. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Beim To Steki sind gleich zwei angenehme gastronomische Errungenschaften zusammengekommen. Zum einen die Taverne, in der Regel eine eher schlichte Lokalität, in der gerne bodenständige Küche, mit Vorliebe auch Grillgerichte, serviert werden und die auch als Strand-Taverne besonders beliebt ist.

Zum anderen die Mesedopolio. Noch heute ist es etwa auf Kreta üblich, in traditionellen Kafenions oder Tavernen zu Wein, Bier oder Raki Tellerchen mit schmackhaften Kleinigkeiten, die Mesedes, zu servieren.

So sieht eine Meseplatte mit warmen Mesevariationen aus. Quelle: Bernd Gartenschläger

Daraus hatte sich einst eine eigene Esskultur mit einer speziellen Art von Lokalen, den Mesedopoleia, entwickelt, die gerade auch in Griechenland seit einiger Zeit ein Revival feiern. Man trifft sich mit der „Parea“, der Clique, und bestellt zusammen viele verschiedene warme und kalte Kleinigkeiten, die nach und nach auf den Tisch kommen und dann von allen geteilt werden.

In Athen gibt es Mesedopoleia, wo Kellner mit voll beladenen Tabletts zwischen den Tischen lang laufen und jeder Gast nimmt sich davon runter, was er mag – abgerechnet wird am Schluss die Anzahl der Tellerchen auf dem Tisch.

Vorspeisen im Mittelpunkt

In Deutschland wird das Konzept der „Mesedopolio“ häufig nur sehr halbherzig umgesetzt. Meist finden sich nur ein paar 08/15-Vorspeisen auf der Karte, ansonsten die üblichen Grillgerichte. Nicht so im To Steki. Hier stehen tatsächlich die warmen und kalten Mesedes im Mittelpunkt, auch wenn es natürlich „normale“ Hauptgerichte wie Bifteki oder Moussaka gibt.

Taverna Mesedopolio To Steki, Gutenbergstr. 33, 14467 Potsdam, Tel. 0331 280 53 53, taverna-tosteki.de

Plätze: innen 35, außen 20

Geöffnet: Mittwoch bis Montag ab 11.30 Uhr, warme Küche bis 22.30 Uhr

Preise: Mesedes (kleine Gerichte) 3,10 bis 11,50 Euro, Hauptgerichte 11,80 bis 19,50 Euro, Wein 0,2 l ab 4,50 Euro, Flaschen ab 16 Euro,

Softdrinks 0,3 l/2,90 Euro, Bier 0,25 l/2,40 Euro

Aber, man sollte gerade, wenn man zu mehreren essen geht, die griechische Art unbedingt versuchen. Als Neuling bei dieser Art der Hellas-Küche kann man die Mesedes gut als gemischte Platte ausprobieren. Wir haben uns dieses Mal für eine individuelle Auswahl entschieden.

„Oktapodi Psito“ ist gegrillter Oktopus mit Oregano. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der Begleiter ordert sofort einen Klassiker, Tiropitakia, weil ihm schon die deutsche Übersetzung so gut gefällt: Käseblätterteigtäschchen. Die kommen warm, mit Feta gefüllt und einem Klacks gut abgeschmecktem Tzatziki. Apropos Feta.

Sehr authentisch, wenn auch etwas zu kalt, präsentiert sich das Kopanisti, ein Püree aus Feta, Paprika und frischen Kräutern. Bei den Anginares, Artischocken mit Gurke, Tomate, Oliven und Peperoni angerichtet, ist es inzwischen Usus, dass die Artischocken aus der Dose kommen.

„Choriatiki“, ein griechischer Salat mit Tomaten, Feta, Gurken, Zwiebel, Paprika, Kapern und Olivenöl. Quelle: Bernd Gartenschläger

Aus dem Meer hingegen haben sich die Baby-Calamares zuerst leicht anpaniert in die Pfanne begeben und dann zart gegart mit weißem Taramas, Fischrogen-Kartoffel-Püree, das für meinen Geschmack etwas „fischiger“ hätte sein dürfen, auf den Teller.

Sehr gut gewürzt und heiß aus der Pfanne kamen dann noch die großen Hackfleischbällchen mit Tzatziki (Keftedakia Tiganita) auf den mit grün-weiß-karierter Decke ausstaffierten Tisch. Insgesamt fünf Mesedes – für zwei Personen völlig ausreichend.

Gegrilltes Schweinefilet in Auberginenpaste. Quelle: Bernd Gartenschläger

Dazu passte der weiße, gut gekühlte Anixia, eine Cuveé aus Malagousia und Chardonnay von Arvanitidis, hervorragend. Überhaupt verdient die kleine, jedoch ambitioniert zusammengestellte Weinkarte ein Extra-Lob.

Die Weinkarte der Taverne kann sich sehen lassen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zumal die Weine – wer kennt sich schon aus mit griechischen Weinen? – leicht verständlich vorgestellt werden. Wenn doch mal eine Frage offen bleibt, sind der Chef und sein herzliches Team zur Stelle. Sie zeigen, dass griechische Gastfreundschaft auch an der Havel nichts von ihrem Charme einbüßt.

Was uns gut gefiel: die authentische Auswahl an Mesedes und der herzliche griechische Service.

Was uns weniger gut gefiel: An dem einen und anderen Happen kann noch gefeilt werden.

Das griechische Restaurant „Taverna To Steki“ in der Gutenbergstraße 33. Die Räumlichkeiten kennen viele Potsdamer noch vom ehemaligen „Café Rothenburg“. Quelle: Bernd Gartenschläger

Von Manuela Blisse

Ist das knuddelig! Die Potsdamer Schwimmbäder haben Zuwachs bekommen. Ein kleiner Wasserkobold ist das neue Maskottchen der Bäder. Doch das Wesen hat noch keinen Namen. Jetzt sind die Kinder der Stadt gefragt.

03.06.2019

Die neue Stadtverordnetenversammlung soll mehr Mittel für die Fraktionsarbeit erhalten und auf Papier verzichten – über die Themenkreise der Ausschüsse gibt es noch Diskussionsbedarf

03.06.2019

Am Sonntag findet der traditionelle Potsdamer Schlösserlauf statt. Das führt zu Änderungen im Busverkehr und Straßensperrungen.

31.05.2019