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Potsdam Pfannkuchen mal anders: So schmeckt es im „Pauline“ im Nauener Tor
Lokales Potsdam Pfannkuchen mal anders: So schmeckt es im „Pauline“ im Nauener Tor
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18:28 04.02.2020
Betreiber Ralph Junick (l.) serviert eine Galette „Nordique“ mit Räucherlachs, jungem Blattspinat, Emmentaler & Honig-Senf-Dillsauce und einen Flammkuchen „Jambon“ mit Schmand, gekochtem Schinken, Strauchtomaten und Käse. Manuel Hansen präsentiert den passenden Wein. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Pauline, ein hübscher Name. Im Deutschen wie im Französischen, im Nachbarland eher „Polien“ ausgesprochen. Jedenfalls ist diese hübsche junge Frau, natürlich eine Assoziation meinerseits, keine Unbekannte in Potsdam. Sie ist an prominenter Stelle zuhause, am, genauer gesagt im Nauener Tor.

Dort offenbart sie ihr Wesen als Bistro mit Spezialitäten aus Frankreich im Allgemeinen und aus der Bretagne im Speziellen. So lernt man auch als frankophiler Mensch noch Neues: Galettes. Nie gehört? Dann kommt hier ein Tipp: ausprobieren. Galettes sind im Grunde genommen Crêpes, werden jedoch aus Buchweizenmehl zubereitet. Das sorgt für eine schöne braune Farbe und einen feinen herzhaften Geschmack. Entsprechend sind die Füllungen der wie Kuverts eingeschlagenen bretonischen Pfannkuchen auch vornehmlich pikant: puristisch mit Emmentaler Käse oder mit Emmentaler und Kochschinken, erweitert um Tomate, Ei und Champignons. Die Galettes sind eine Spielwiese wie Pizza.

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„La Comple´te Tomate“ mit Emmentaler Käse, gekochtem Schinken, Tomate und Ei. Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Pauline gibt es sie auch mediterran mit Mozzarella, Tomate, Rucola und Pesto, mit Schafskäse, rohem Schinken und Pinienkernen, nordisch mit Räucherlachs. Unser Käse-Schinken-Pfannkuchen als Vorspeise war ein gelungenes Exemplar seiner Gattung. Saftig-deftig erinnerte er ob seiner Füllung ein wenig an einen Croque Monsieur. Auch den findet man auf der Karte, ebenso wie Flammkuchen aus einem Steinbackofen, Crêpes und Hauptgänge à la Rinderhacksteak mit Pommes oder sautierte Kalbsbäckchen mit Nudeln.

Offene Küche

Bei der Bedeutung des Namens geht die Potsdamer Pauline eigene Wege. Die „Kleine“, so die lateinische Übersetzung, gibt sich recht groß. Meterhoch die Decke, von der ein unübersehbarer, mit Flaschen drapierter Kronleuchter baumelt. Die Nasszellen befinden sich auf einer Empore. Die zu erklimmen, lohnt der Ausblick: Man sieht hinunter auf den Gastraum mit schmaler offener Küche und kann so bei der Pfannkuchen-Zubereitung auf dem Crêpeeisen zuschauen. Mit offenen Küchen ist es teilweise vertrackt. Zuweilen breiten sich die Küchengerüche weiter aus. Dass gebrutzelt wird, erlebt man auch als Gast im Pauline.

Was in der Bretagne ein Muss ist, gibt es in Potsdam im Pauline im Nauener Tor. Die MAZ hat es ausprobiert.

Muscheln im Wein-Speck-Sud

Galettes, Flammkuchen & Co. sind letztendlich unkomplizierte Gerichte für viele Geschmäcker. Schade, dass an diesem Abend nur wenige andere Gäste das genauso sehen. Kein Problem entsprechend, einen guten Tisch zu finden, an dem ein aufgeweckter Servicebursche Dienst tut. Der begrüßt herzlich und informiert zugleich, dass unter anderem das „betrunkene Huhn“, also der Coq au vin, aus sei. Dafür aber gäbe es Boeuf Bourguignon. Meine Begleitung scheint lesefaul, studiert das Weinangebot nicht. Doch ihm wird sofort geholfen. Der Kellner kennt das Angebot aus dem Effeff.

Große Portion Miesmuscheln aus der Bretagne. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Monate mit „r“ haben eine wunderbare kulinarische Seite. Es gibt Muscheln, als Moules Frites typisch französisch. Die kommen als Miesmuscheln aus der Bretagne in einem dampfenden Topf an den Tisch und sind, wie sie in ihrem Wein-Speck-Sud baden, schlicht und einfach köstlich. Mein Begleiter wählt den Klassiker aus dem Burgund, das Boeuf Bourguignon. Das gulaschartige, in Rotwein geschmorte Rindfleisch präsentiert sich leider ein wenig zu klein geschnitten und etwas zu wenig. Das dazu gereichte erstklassige Kartoffelgratin entschädigt. Ein Rotwein zum Boeuf läge in der Natur der Sache, der Begleiter aber findet auch ein Bier passend und bestellt ein Grimbergen Blanche. Der Service kommentiert das mit einem „wir wollen ja nicht verdursten“ und dem Fußball-Insider-Wissen, dass der Gerstensaft aus jenem belgischen Ort stamme, der für die nächste Fußball-EM von der Uefa als Spielort gestrichen wurde.

„Tarte Tatin“: Karamellisierter Apfelkuchen mit Crème fraiche. Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch wenn jahreszeitenbedingt gerade kein Gedanke ans Draußensitzen verschwendet werden kann, so macht die zum Vorplatz des Nauener Tors hin gelagerte Terrasse Lust auf ein Frühlingstreffen mit Pauline. Steht doch noch eine Vertiefung der Bekanntschaft mit den bretonischen Pfannkuchen und dem Kennenlernen der hiesigen süßen Crêpes-Seiten an.

Von Manuela Blisse

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