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Potsdam So schmeckt’s im De Lewante
Lokales Potsdam So schmeckt’s im De Lewante
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16:58 20.02.2020
Mohammed Alsulaiman stammt aus Syrien und betreibt das kleine Restaurant De Lewante in der Gutenbergstraße. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Levante, die Allegorie für den Osten, für das Morgenland und im weiteren Sinne für die Länder am östlichen Mittelmeer, da liegt es nahe, dass auch das mit „w“ geschriebene De Lewante aus diesen Küchen schöpft. Die Speisekarte bestätigt dies. „Orientalische Spezialitäten im Allgemeinen“, „Damaskus kulinarisch erleben“, geprägt von gastronomischen Einflüssen der Assyrer, Aramäer und Kurden im Speziellen sollen den Gast auf eine kulinarische Reise durch das Morgenland schicken. Das schraubt die Erwartungen hoch. Die „Reiseleiter“ sind schon einmal gut gewählt, sehr herzlich, sehr freundlich, sehr bemüht, eine grundsätzliche orientalische Gastfreundschaft zu unterstellen mag ein wenig profan klingen, trifft aber auf die Jung-Kellner zu.

Süße Sünde zum Dessert: Baklava mit Walnüssen. Quelle: Friedrich Bungert

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Das Lokal von Mohammed Alsulaiman, einem Gastro-Quereinsteiger und eigentlichen Zahnarzt aus Syrien, ist klein, die eng gestellten Tische verteilen sich auf zwei Etagen und sind gut besetzt. Oben befindet sich auch die Tür zur Küche. Es geht ein wenig wie im Taubenschlag zu, wenn viele Bestellungen in kurzer Zeit aufgenommen wurden. Mit blauweiß karierten Stofftischdecken präsentiert sich das De Lewante durchaus gemütlich, offenbart jedoch auf den zweiten Blick allerlei Interieur-Baustellen. Eine Renovierung täte Not, als bodenständigen Charme lassen sich ältliche Gardinen und Holzlamellenfensterläden nicht unbedingt verbuchen.

Kurdische Spezialität

Nun gut, es gilt, das Augenmerk wieder auf die Küche zu richten. Trotz geweckter Hoffnungen werden keine konkreten Ausflüge zu den verschiedenen Volksküchen unternommen. Einzig „nach arabischer Art“ ist zu lesen sowie bei Kibbeh als kurdische Spezialität. Dies ist also ein Bestell-Muss. Vieles, was sonst offeriert wird, kennt man als Restaurant- und Imbissbudengänger aus den großen orientalischen Küchen aus dem Libanon und aus Israel. Hummus, Tabuleh, Foull, gefüllte Weinblätter finden sich in verschiedenen Kombinationen bei den Vorspeisen wie bei den Hauptgerichten wieder. Kibbeh für 20 Euro und ein gemischter Teller, der neben vegetarischen Vorspeisen auch noch Falafel, Kebab und Hähnchenbrustsalat verspricht und unter den Hauptgerichten für 7,50 Euro zu haben ist, scheinen eine mehr als ausreichende Menge für zwei Esser darzustellen. Das zeigt sich schnell, beides erreicht den Tisch, kaum dass Wein und Tee – ein frischer Ingwertee mit getrockneten Limetten und Honig – verkostet werden konnten.

Orientalische Gastlichkeit überzeugte die Testerin. Quelle: Friedrich Bungert

Die Weinreise ist zielgenau. Ein roter Prieuré Ksara (0,2 l/4,50 €) sowie ein Blanc de l’Observatoire aus dem Libanon sind glas- wie flaschenweise erhältlich. Um die Weine des Libanons, einem der ältesten Weinanbaugebiete der Welt, in dem schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. Reben angebaut werden, kennenzulernen, sind sie ein Standardeinstieg. Generell ist man bei libanesischen Weinen mit ihrer französischen Stilistik meist auf der sicheren Seite.

Steckbrief

De Lewante, Gutenbergstr. 103, 14467 Potsdam, Tel. 0178/6 74 39 43, www.delewante.de

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag 12 bis 22 Uhr

Plätze: innen ca. 40, außen 4

Preise: Vorspeisen 5 bis 7 Euro,

Hauptgerichte 7 bis 20 Euro,

Desserts 1,50 bis 5 Euro.

Softdrinks 0,2 l/ab 2 Euro,

Bier 0,33 l/2,50 Euro, Wein 0,2 l/4,50 Euro, Flasche 20 Euro

Lunch: Dienstag bis Freitag 12 bis 14 Uhr Tellergericht und Softdrink oder Tee 7 Euro

Zwei große Platten beherrschen die Tischmitte. Die Preisdifferenz ist nicht nachvollziehbar, sei’s drum. Das Tabuleh ist durch seine Zitrusnote gefällig, das Hummus ist samtig, dürfte gerne noch etwas Tahina-lastiger sein. Als kleine Köstlichkeit entpuppt sich die zu vielen Hauptgerichten – überraschenderweise häufig mit Bratkartoffeln als Beilage – gereichte Zitronen-Orangen-Sauce, ein Frischekick sowie ein Verbesserer des zu trockenen Kebabs und des zu fein zerrupften Hühnersalates. Die Falafel-Bällchen haben wir schon besser und auch schon schlechter gegessen. Auch wenn beim Kibben die in der Form einem Ei ähnelnden, krossen Bulgurklößchen äußerlich keine Geschmackshinweise geben, sind sie das Gaumen-Highlight. Es ist nicht anzunehmen, dass die Kurden in längst vergangenen Zeiten sie schon genauso zubereitet haben, falls doch, dann darf ihnen posthum ein Händchen für pikante Würzungen nachgesagt werden. Wie Falafel könnten sie einen Streetfood-Siegeszug antreten. In der zeitgenössischen Imbisstruck-Kultur wären beide Teller – der Blick zu den Nachbartischen offenbart ähnliche Geschmacks- und Produktwelten – fast besser aufgehoben als im Restaurantumfeld. Dennoch überzeugt das morgenländische Restaurant in der Sparte sympathisches Lokal.

Bewertung

Was uns gut gefiel: Sehr um die Gäste bemüht, zudem sehr höfliches Personal im Einsatz.

Was uns weniger gut gefiel: Am Interieur kann noch gearbeitet werden, bei Küche noch Luft nach oben.

Von Manuela Blisse

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