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Potsdam Richtfest für die Kellertorwache
Lokales Potsdam Richtfest für die Kellertorwache
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00:25 04.11.2015
Das Bauherren-Paar  Isabel Geigenberger und Willo Göpel vor der Kellertorwache. Neben dem Richtkranz thronen  Zimmermänner.
Das Bauherren-Paar Isabel Geigenberger und Willo Göpel vor der Kellertorwache. Neben dem Richtkranz thronen Zimmermänner. Quelle: christel köster
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Es ist ein Bauprojekt mit Ausrufezeichen: So vorbildlich kann’s in Potsdam mit dem Wiederaufbau verschwundener historischer Gebäude klappen! Die Kellertorwache – 1788 errichtet, die Reste 1958 abgerissen – entsteht neu. Was für ein Schmuckstück das Gebäude wird, lässt bereits der Rohbau erahnen. Am Freitag wurde Richtfest an der Ecke zwischen der Straße Am Kanal und der Großen Fischerstraße gefeiert.

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Im Herbst 2016 soll das 250 Quadratmeter große Haus bezugsfertig sein. Bauherrin und Projektmanagerin Isabel Geigenberger wird dort mit ihrem Mann, dem Historiker und Journalist Willo Göpel, sowie Tochter (12) und Sohn (5) einziehen. Vor zwei Jahren haben die Wahl-Babelsberger bei einem Spaziergang das an Havel und einem Stadtkanalteil gelegene Grundstück entdeckt – und damit die Geschichte des Gebäudes. Das Kellertor war eines von zwei Wassertoren der Residenzstadt, das andere dort, wo heute die Dortustraße an der Havel endet. Das Königshaus befand Ende des 18. Jahrhunderts, das Kellertor als Teil der Stadtmauer bewachen zu lassen: Frustige Soldaten sollten an der Flucht aus Potsdam gehindert werden. Das reich geschmückte Gebäude im frühklassizistischen Stil wurde für jene Uniformierten errichtet, die Wachdienst hatten.

Isabel Geigenberger und Willo Göpel lassen die Kellertorwache – laut Kaufvertrag – „nach historischem Vorbild und denkmalpflegerischen Grundsätzen“ aufbauen. Mit Ziegeln aus Thüringen wird das Haus Stück für Stück hochgezogen. Märkische Ziegel in der benötigten Größe gibt es leider nicht. Die Handwerkerfirmen kommen aus der Region. Die Baukosten will Göpel nicht beziffern, könne es noch gar nicht: „Abgerechnet wird zum Schluss." Mit einer „hohen sechsstelligen Summe inklusive der Grundstückskosten“ rechnet Göpel. Die in der Öffentlichkeit kursierenden eineinhalb Million Euro verwies er ins Reich der Legenden. Auf dem Grundstück soll ein Paddelverleih eingerichtet werden. Der Garten hinter der Kellertorwache dient der privaten Nutzung, der Uferweg bleibt öffentlich zugänglich. Vielleicht erhält ja dank der Kellertorwache das Wiederaufbauprojekt Stadtkanal neuen Schwung.

Unter den Gästen des Richtfestes – Verwandte, Freunde, momentane und künftige Nachbarn – befand sich der suspendierte Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne). Klipp hatte das Wiederaufbauprojekt immer unterstützt. Auf die Frage nach seinem Befinden antwortete Klipp: „Gut, sehr gut.“ In ihrer Sitzung am Mittwoch entscheiden die Stadtverordneten über Klipps Zukunft als Baubeigeordneter. Seine Abwahl gilt als wahrscheinlich.

Von Ricarda Nowak

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