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Potsdam Risikotrasse im Westen von Potsdam
Lokales Potsdam Risikotrasse im Westen von Potsdam
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07:41 26.03.2014
Ecke Breite Straße/ Zeppelinstraße: Radler und Fußgänger haben versetzte Grünphasen gegenüber Autos. Quelle: Rainer Schüler
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Potsdam

Die Kreuzung Breite und Zeppelinstraße.in der Brandenburger Vorstadt in Potsdam steht in der polizeilichen Unfallstatistik zwar "nur" auf Platz 4, wird aber von den MAZ-Lesern am häufigsten genannt.

Gisela Mokry etwa ist Autofahrerin und erbost über die Radler. "Kommt man aus der Breiten Straße und möchte nach rechts in die Zeppelinstraße, ist das nur mit größter Aufmerksamkeit möglich. Die Radfahrer kommen von vorne oder hinten angerast, um noch über die grüne Ampel zu kommen." Damit rechnen viele aber nicht: "Hier sollte am Fußgängerweg ein Schild angebracht werden: Radfahrer absteigen."

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1. Die Ecke Breite und Zeppelinstraße verunsichert beim Rechtsabbiegen zum Luisenplatz und Geradeausfahren in die Feuerbachstraße.2. Am Kiewitt verlassen Busse und Trams ihre Seitenlage, kreuzen die Zeppelinstraße und biegen rechts in die Geschwister-Scholl-Straße ab. 3. Am Bahnhof Sanssouci ist vielen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt unklar. Der Platz ist eng für Radler und Fußgänger, für Kinder erst recht.

Der Rechtsabzweig zum Luisenplatz ist auch für Bernhard Diekmann verwirrend. Mal ist die Ampel nur zeitweilig grün, dann grün für alle: geradeaus für Fußgänger und Radler, rechtsrum für Autos. "Hier sollte es zwei Spuren für Rechtsabbieger geben mit einer längeren eigenen Grünphase", schlägt Diekmann vor. Dadurch seien Radler und Fußgänger weniger gefährdet, der Verkehr würde flüssiger. Oft gebe es Rückstau.

Am Kiwitt (2): Hier kreuzen Busse und Straßenbahnen die Zeppelinstraße Quelle: Rainer Schüler

Selbst das Geradeausfahren von der Breiten in die Feuerbachstraße ist problembehaftet, kritisiert Henrik Bortels. Wenn die Fußgänger schon wieder rot haben und die Autos vermeintlich sicher rechts abbiegen, haben die Fahrräder an dieser Stelle noch grün. Das können die abbiegenden Autos aber kaum sehen und stellen sich regelmäßig quer vor die Radler: "Ich selbst habe als Radfahrer mehrfach einen Zusammenstoß nur durch Vollbremsung verhindern können." Aber auch die umgekehrte Richtung hat es in sich, findet Bernhard Diekmann: Wer vom Luisenplatz aus nach links in die Breite Straße will, sollte schon vom Platz aus zwei Linksabbiegerspuren haben; die Geradeausspur könne ja von der Hauptspur ausscheren und das Gerangel mit Späteinfädlern entschärft werden. Haarig geht es nach Bortels' Erfahrung auf der Kreuzung Am Kiewitt zu, wo sich Bahnen und Busse beim Halbrechtsabbiegen in die Geschwister-Scholl-Straße oft die Vorfahrt freischalten. "Hier nehmen es einige Tramfahrer mit der eigenen Ampel nicht so genau, schließlich drängt sie der Fahrplan. Also wird schon mal bei gelb mit vollem Tempo die Straße gekreuzt. Dumm nur, dass dann die Fußgänger in Richtung Bahnhof Charlottenhof bereits grün bekommen haben und von links die schnelle Tram angerauscht kommt."

Am Bahnhof Sanssouci (3) ist vielen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt unklar. Quelle: Rainer Schüler

Wo die "Scholl" schließlich in ein Dreieck mit den Straßen Am Neuen Palais am Bahnhof Park Sanssouci mündet, ist es für alle gefährlich, findet Silke Pieper. Vor allem Kinder müssten extrem aufpassen, weil diese Stelle sehr unübersichtlich ist und oft ein Überqueren vom Wohlwollen der motorisierten Verkehrsteilnehmer abhängig ist. Auf Anfrage bei der Stadt Potsdam sei eine Verkehrszählung durchgeführt worden, ausgerechnet in den Schul- und Semesterferien!

MAZ-LESER-AKTION

WO IST ES GEFÄHRLICH AUF POTSDAMS STRAßEN?
Die Polizei hat bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik Verkehrsknotenpunkte als Unfallhäufungsstellen benannt.

  • Platz 1 belegt mit 33 aktenkundigen Zwischenfällen die Bahnhofsecke an der Langen Brücke.
  • Platz 2 war die Kreuzung Jägerallee/Reiterweg, wo es vor allem Abbiege- und Spurwechselprobleme gab, wenn man stadtauswärts in die Pappelallee abbiegen wollte.
  • Platz 3 ist die Bundesstraße 2 im Norden Potsdams, wo es zwischen Sacrow und Groß Glienicke viele Wildunfälle gibt.
  • Platz 4 belegt die Problemkreuzung Zeppelinstraße/Breite Straße. Vor allem, wer von der Zeppelinstraße zum Luisenplatz will, weiß oft nicht, welches Ampelgrün ihm gilt.

Die MAZ fragt ihre Leser: Welche Kreuzung in Potsdam oder welche Straßen halten Sie aus Ihrer persönlichen Erfahrung heraus für besonders gefährlich?
Gefragt sind Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger. Die Redaktion wird die gefährlichen Stellen unter die Lupe nehmen.
Hinweise bitte an: Märkische Allgemeine Zeitung, Potsdamer Tageszeitung, Friedrich-Engels-Straße 24, 14473 Potsdam. Per E-Mail bitte an: potsdam-stadt@MAZ-online.de

Von Rainer Schüler

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